Manuel Hafner: „Da hätten wir Arbeit bis zur Pension“

Restaurationsarbeiten

Manuel Hafner ist ein Tausendsassa - Musiker, Youtube-Creator und Tischler. In seinem Meisterbetrieb verrichtet er zwar auch noch herkömmliche Tischlerarbeiten, sein Fokus liegt allerdings seit geraumer Zeit auf der Restauration von Fenstern denkmalgeschützter Gebäude.

Von Klaus Zwinger

Manuel Hafner beim Arbeiten in seiner Werkstatt in Apetlon.

Manuel Hafner beim Arbeiten in seiner Werkstatt in Apetlon.

© Klaus Zwinger

Am liebsten unterhält Manuel Hafner Menschen. Er tut das auf verschiedene Arten. Zunächst auf dem musikalischen Weg, wo er nach wie vor mit seinem Duo „Manuel Hafner & Nadja's Cello“ einerseits Coverversionen und andererseits humorvolle Nummern aus der eigenen Feder zum Besten gibt - immer mit einer Anekdote, die vielleicht zum Schmunzeln oder gar zum laut Lachen verleitet.

Dann startete er vor beinahe exakt fünf Jahren einen Youtube-Kanal, auf welchem er bis heute regelmäßig seine zweite Leidenschaft präsentiert: die Tischlerei. In der Anfangsphase seines Youtube-Kanals befand sich der damals 39-Jährige gerade in der Meisterausbildung als Tischler. Bereits im nächsten Jahr eröffnete er seinen eigenen Meisterbetrieb in Apetlon.

Im vergangenen Jahr sind neben der Musik und dem Youtube-Kanal auch noch handwerkliche Kurse in sein Repertoire vorgerückt. Als Versuch veranstaltete er in Kleingruppen einen Kurs, in dem er mit den Teilnehmern große Nudelbretter mit alten Holzverbindungen baute. Für heuer hat er sich außerdem noch etwas Neues einfallen lassen. Im Frühling bietet er einen Anfängerkurs für Heimwerker an.

„Da sind die rudimentärsten Sachen dabei, die man daheim zwar immer wieder braucht, die man aber trotzdem einmal gelernt haben muss – wie einen Dübel in die Wand schlagen, um ein Bild aufzuhängen beispielsweise“, so Hafner.

Mit seinem Meisterbetrieb, in dem er einen weiteren Mitarbeiter beschäftigt, hat er in der letzten Zeit eine eigene Nische für sich entdeckt: er restauriert die Fenster von denkmalgeschützten Gebäuden. Dazu hat er auch eigens einen Kurs besucht und ist ständig dabei, sich weiterzubilden.

„Bei solch kostbaren Stücken muss man natürlich immer besondere Vorsicht walten lassen. Je nach Epoche gibt es auch immer verschiedene Dinge zu beachten, die man sich aneignen muss. Man lernt jedenfalls immer dazu“, so der Meistertischler. Aktuell ist er etwa dabei, einige Fenster vom Kloster der Salesianerinnen in Wien zu restaurieren. Die Nachfrage nach hochwertigen Restaurationsarbeiten ist groß, seine Kapazitäten allerdings klein.

„Wir sind nur zwei Leute im Betrieb und in einen einzigen Fensterflügel fließen enorm viele Arbeitsstunden, weil wir den tatsächlichen Schaden erst unter dem Lack sehen und dann dementsprechend ausbessern müssen. Und weil wir alles originalgetreu wie früher machen, beträgt beispielsweise auch die Trocknungszeit nach dem Anstrich immer um die zwei Wochen – wenn wir zu zweit alle Fenster dieses Klosters restaurieren würden, hätten wir Arbeit bis zur Pension“, scherzt Hafner abschließend.

Nähere Informationen zu seinen Arbeiten und Kursen können unter der Mailadresse kontakt@manuel-hafner.com angefragt werden.