Seit 2014 ist die Streuobstfläche im Südburgenland laut einer neuen Kartierung um zehn bis 20 Prozent zurückgegangen. Ein burgenlandweites Projekt soll zeigen, wie junge Obstbäume mit Hitze, Trockenheit und anderen Folgen des Klimawandels zurechtkommen.
Musiker Arthur Fandl: Von Güssing in den Superdome von New Orleans
Rockin ´1000
Der Güssinger Musiker Arthur Fandl stand mit fast 1.000 Musiker:innen aus aller Welt im Caesars Superdome in New Orleans auf der Bühne. Ein Erlebnis, das ihn prägte – musikalisch und menschlich.
Dort, wo normalerweise Football gespielt wird, wurde Musik gemacht.
© Arthur Fandl
Wenn man Arthur Fandl zuhört, merkt man schnell: Musik ist für ihn kein Beruf, kein Projekt und schon gar kein Selbstzweck. Musik ist für ihn ein Raum, in dem Begegnung möglich wird. Dass ihn dieser Weg nun bis in den Caesars Superdome nach New Orleans führte, ist für ihn selbst noch immer schwer in Worte zu fassen.
„Dieses Gefühl war unbeschreiblich. Ich kannte den Caesars Superdome bisher nur durch die Superbowl im TV und auf einmal stehst du mittendrin und kannst dich dort frei bewegen“, sagt Artur Fandl. Für einen Musiker, der sonst meist auf überschaubaren Bühnen steht, bekommt Raum plötzlich eine ganz neue Bedeutung. Was blieb, war vor allem eines: „Ich empfand ein großes Glücksgefühl und Dankbarkeit, dass ich dort Musik machen kann.“
Sehr früher Kontakt mit Musik
Zur Musik kam der Güssinger früh. Mit neun Jahren begann er Klavier zu spielen und ein Schlüsselmoment ließ nicht lange auf sich warten. „Ein Erweckungserlebnis war, als ich draufkam, dass ich Songs, die ich im Radio gehört habe, nachspielen konnte“, erinnert sich Arthur Fandl. Früh prägend waren dabei die Beatles. „Sie waren mein größter Einfluss. Ich mag diesen dreistimmigen Harmoniegesang und ihre vielen unterschiedlichen Musikstile – von Songs mit Orchester, Country, Blues, Rock'n'Roll, Balladen bis zur experimentellen Musik.“
Und diese Offenheit für Musikstile zieht sich durch Fandls gesamtes musikalisches Leben. Ob Blues-Projekte, Musical Güssing, Klavier oder Posaune – er legte sich nie auf ein Genre fest. Es war von Anfang an Neugier, die ihn antrieb. Der Wunsch, Neues auszuprobieren und musikalische Grenzen auszuloten. Vielleicht war genau das der Grund, warum er eine Einladung erhielt, die man nicht planen kann. Rockin ´ 1000 ist ein internationales Musikprojekt, bei dem rund 1.000 Musiker:innen gemeinsam auftraten und nach New Orleans wurde er als Posaunist eingeladen. Gespielt wurden Coversongs, etwa von Bruce Springsteen, den Foo Fighters, den Beatles, den White Stripes und den Black Crowes. „Das war natürlich kein normaler Auftritt, wenn du plötzlich mit 1.000 Musiker:innen spielst“, sagt Arthur Fandl, der sich auch von der Organisation hinter den Kulissen beeindruckt zeigt. Rockin ´1000 funktioniert bewusst ohne Stars. Gemeinschaft steht über allem. Für einen Musiker, der viel Bühnenerfahrung hat, war das dennoch etwas völlig Neues. „Faszinierend war, wie gut die Leute am Mischpult den Sound in den Griff bekamen. Gar nicht zu sprechen von den Vorbereitungen – unzählige Verstärker, Schlagzeuge, Mikrofone. So etwas erlebst du nicht sehr oft“, sagt der Musiker.

© Arthur Fandl
Und gerade diese Präzision, dieses Zusammenspiel aus Technik, Disziplin und Vertrauen, machte das Konzert für ihn so besonders. Jede einzelne Stimme, jedes Instrument war Teil eines großen Ganzen – und dennoch blieb Raum für das individuelle Erleben. Und dass dieses Konzert ausgerechnet in New Orleans stattfand, hatte für ihn eine besondere Bedeutung. „In New Orleans zu spielen war für mich ein Höhepunkt in meiner musikalischen Laufbahn.“ Die Stadt, in der Jazz und Blues entstand, wurde für ihn plötzlich greifbar. „Ich habe viel über die Entstehung des Jazz gelesen und auf einmal gehst du durch Straßen, die in Songs verewigt wurden.“ Musik ist dort nicht nur Geschichte, sondern gelebter Alltag.
Eine unglaublich entspannte Atmosphäre
Die Atmosphäre beschreibt er als entspannt und offen. „Die Leute sind unheimlich freundlich, und man kann bei Bands, die in Lokalen spielen, einfach einsteigen – in meinem Fall mit der Posaune.“ Für Fandl war das kein touristischer Blick von außen, sondern ein Eintauchen in eine Stadt, in der Musik selbstverständlich dazugehört. „Dass Musik Menschen verbindet – auch in einer politisch zerrissenen Welt - davon bin ich überzeugt“, sagt Fandl. „Meine Ansicht wurde bestärkt, dass Musik zwar die Welt nicht verändern kann, aber ein Weg ist, friedlich nebeneinander zu sein. Verändern könnte Musik die Welt nur dann, wenn alle Politiker:innen miteinander Musik machen würden. Dann gäbe es keine Konflikte.“ Oder wie John Lennon in seinem Superhit Imagine schon sang. „You may say I am a dreamer, but I am not the only one. Das unterstreiche ich voll“, sagt Fandl.
Und vielleicht ist darin auch eine Botschaft für junge Musiker:innen aus dem Südburgenland versteckt. „Wenn man Musik macht, ist vieles möglich, wenn man daran glaubt. Man muss offen sein, hart an sich arbeiten, Gelegenheiten beim Schopf packen und sich etwas trauen – auch wenn man nicht immer weiß, was auf einen zukommt“, gibt der Güssinger Tipps. „Ich empfand große Freude und Entspanntheit. Ich hatte Spaß, mit fremden Leuten ins Gespräch zu kommen und zu musizieren. Dieses offene Zugehen auf Menschen, dieses gemeinsame Erleben, das habe ich aus New Orleans mitgenommen“. Und darin steckt viel Wahrheit, denn manchmal beginnt ein großer Weg einfach mit dem Mut, den nächsten Ton zu spielen.

© Arthur Fandl