Die BVZ bietet einen Überblick zu den Veranstaltungen von 29. Oktober bis 4. November.
Ein starkes Zeichen gegen Feindlichkeit
Romatag
1990 fand der erste Internationale Tag der Roma statt. Dass der Aktionstag auf den 8. April fällt, hat einen historischen Hintergrund: Er soll an die Anfänge der Roma-Bürgerrechtsbewegung erinnern, die am ersten Welt-Roma-Kongress am 8. April 1971 in London stattfand. Und die Roma Volkshochschule hat ein buntes Programm zusammengestellt.
Mitglieder der Volksgruppe auf dem Weg ins Ghetto nach Lodz.
© VHS Roma
Mit mehr als 12 Millionen Angehörigen sind Rom*nja die größte Minderheit in Europa und waren jahrhundertelanger Verfolgung und Diskriminierung ausgesetzt. Im Zuge der Emanzipationsbewegung der letzten Jahrzehnte kam es zu einer breiteren öffentlichen Diskussion, die dank der engagierten Arbeit vieler Rom*nja-Aktivist*innen auch zu einer stärkeren gesellschaftlichen Anerkennung sowie zu einer besseren und menschen-rechtlichen Absicherung der Volksgruppe der Rom*nja führte.
Vielschichtiges VHS Programm
Im Kultursaal Loipersdorf wird am 6. April ab 13 Uhr den unbekannten österreichischen Opfern des Roma-Genozids im so genannten Zigeunerlager Litzmannstadt von 1941-1942 gedacht. Nach Begrüßung von Andreas Lehner, Feri Janoschka und Bürgermeister Jürgen Zimara spricht Gerhard Baumgartner über die Deportation Wiener Roma und Sinti nach Lackenbach. Der Historiker Herbert Brettl referiert über das Lager Lackenbach und dessen Wahrnehmung. Ludwig Laher über die Insassen des Lagers Weyer und ihre Deportation nach Lackenbach und Emmerich Gärtner Horvath erzählt familiäre Überlieferungen einer burgenländischen Romafamilie zur Deportation im Jahr 1941.
Zum Gedenken an die Romnja und Roma , an die Frauen, Männer und Kinder aus Loipersdorf und Kitzladen, die von 1938 bis 1945 Opfer des Nationalsozialismus wurden, wird um 17 Uhr am Friedhof in Kitzladen ein Denkmal für die vergessen Roma NS-Opfer enthüllt. Vor 1938 waren in der Gemeinde 48 Roma ansässig, die in den Jahren 1939 bis 1942 in verschiedene Konzentrationslager gebracht wurden und nicht wieder zurückgekehrt sind.
In Loipersdorf waren vor 1938 115 Roma wohnhaft, die in den Jahren 1939 bis 1942/43 nach verschiedenen Konzentrationslagern abtransportiert und dort ums Leben kamen. Das Denkmal für die vergessen Roma NS-Opfer in Loipersdorf wird am 6. April um 18 Uhr am Friedhof in Loipersdorf enthüllt. Eine Agape ab 19 Uhr im Kultursaal rundet das festliche Programm ab.