Dorfmuseum Mönchhof: Pepos neues Herzstück

Rund ums Bauen

Mit einem neu errichteten Bauhof erweitert das Dorfmuseum Mönchhof sein Angebot und rückt ein Handwerk in den Mittelpunkt, das Museumsgründer Josef „Pepo“ Haubenwallner besonders am Herzen liegt.

Von Von Birgit Böhm-Ritter

Josef "Pepo" Haubenwaller fühlt sich in seinem neuen Baubüro sichtlich wohl.

Josef "Pepo" Haubenwaller fühlt sich in seinem neuen Baubüro sichtlich wohl.

© Birgit Böhm-Ritter

Josef „Pepo“ Haubenwallner ist beinahe im ganzen Burgenland für seine Sammelleidenschaft bekannt. Ein ganzes Dorf hat er zusammengetragen und daraus das weit über die Bezirksgrenzen hinaus bekannte Dorfmuseum Mönchhof geschaffen.

Rund 40.000 Gäste besuchen das Museum jährlich, um für einige Stunden in die dörflichen Alltage und das bäuerliche Leben des Heidebodens zwischen 1890 und den 1960er Jahren einzutauchen. Ein einmaliger Rundgang durch das Museumsdorf reicht vielen Gästen nicht aus. Sie kommen immer wieder und werden schließlich zu Stammgästen. Das liegt auch daran, dass es jedes Jahr etwas Neues zu entdecken gibt.

Heuer ist es der erst kürzlich fertiggestellte Bauhof, der das Baugewerbe ins Zentrum rückt. Eine besondere Herzensangelegenheit für den Hausherren, arbeitete Haubenwallner doch selbst jahrzehntelang in dieser Branche. Im Gattendorfer Unternehmen Schultz erlernte der heute 77-Jährige in den 1960er Jahren das Handwerk des Steinmetzes, Maurers und Fliesenlegers, bevor er schließlich im Mönchhofer Bauunternehmen von Josef Rapp beschäftigt war.

Von diesem Josef Rapp, der vor zwei Jahren im Alter von 91 Jahren verstorben ist, stammen viele der Gerätschaften, die nun im neuen Bauhof des Museumsdorfes ausgestellt sind. Von Gesimshobeln und Ziegelformen über Mischmaschinen bis zu den sogenannten „Ramanadln“ – einer Stützkonstruktion für den Gewölbebau – gibt es hier viel zu entdecken.

Haubenwallner ist spürbar in seinem Element, wenn er von früheren Einsätzen auf großen Baustellen im Bezirk erzählt. Etwa von der Renovierung der Neusiedler Pfarrkirche Ende der 1970er Jahre oder von Ausbesserungsarbeiten an der Ruine Tabor. Die Techniken von damals würden leider verloren gehen, klagt er im Gespräch mit der BVZ. „Keiner weiß mehr, wie früher der Mörtel angerührt oder Gewölbe gebaut worden sind.“ Das ist auch ein Grund, warum er künftig Kurse anbieten möchte. „Es ist mir ein großes Anliegen, dass das alte Bauwesen nicht verloren geht“, sagt er.

Besonders lebendig wird die alte Handwerkstradition jedes Jahr am Handwerkstag im Dorfmuseum. Heuer findet dieser am 26. Juli statt. Dann bringen Meister ihres Fachs die ausgestellten Schaustücke wieder zum Einsatz. Allerdings werde es immer schwieriger, Handwerker zu finden, die mitmachen, verrät Haubenwallner. Aktuell sucht er noch einen Schuster. Das Goldschmiede-Gewerbe wird wiederum eine Schweizerin präsentieren. Sie wird von der begeisterten Besucherin zur Akteurin.

Beim Handwerkstag am letzten Sonntag im Juli wird Haubenwallner erstmals auch einen Blick hinter die Kulissen gewähren. Gemeinsam mit seinem Team hat er gerade begonnen, ein Schaudepot einzurichten. Dort präsentiert er besondere Schaustücke aus den zahlreichen Depots, die er über den Ort verteilt angelegt hat.

„Ich habe ja noch viel mehr Sammlerstücke, als hier im Dorfmuseum zu sehen sind“, erzählt er mit leuchtenden Augen. „Zum Leidwesen meiner Familie, bin ich ja das Hauptsammellager des Burgenlands geworden“, erzählt er mit einem schelmischen Schmunzeln. Wöchentlich würden ihm die Menschen sechs bis zehn neue Gegenstände für das Museum bringen. „Aber alles nehm ich nicht an“, sagt er im Nachsatz.