Die BVZ bietet einen Überblick zu den Veranstaltungen von 15. bis 21. Oktober.
50 Jahre Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf
Saisonstart
Das Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf startet in die Saison. Im Jubiläumsjahr steht ein breites Programm im Mittelpunkt, das Geschichte, Handwerk und Gegenwart verbindet.
Insgesamt 36 historische Gebäude wsrten darauf besichtigt zu werden.
© zvg
Seit 18. April ist das Freilichtmuseum Ensemble Gerersdorf wieder täglich geöffnet. Bis 31. Oktober läuft der Betrieb, heuer unter besonderen Vorzeichen. Das Museum feiert sein 50-jähriges Bestehen. Ein halbes Jahrhundert, in dem sich der Standort kontinuierlich entwickelt hat und heute als fixer Bestandteil der Kulturlandschaft im Südburgenland gilt.
Ein Blick auf die Besucherzahlen zeigt eine stabile Entwicklung. 2025 wurden rund 11.500 Gäste gezählt, etwa gleich viele wie im Jahr davor. Deutlich gestiegen ist die Nutzung von Vorteilskarten: 1.680 Besucher nutzten die Burgenland-, Niederösterreich- oder Steiermark-Card. Auch der Anteil an Kindern bleibt hoch. Insgesamt kamen 730 junge Besucher ins Museum, rund 400 davon im Rahmen von Schulbesuchen.
Im Ensemble hat sich im Vorjahr Entscheidendes getan. Mit einem historischen Kitting aus Unterschützen wurde das mittlerweile 36. Museumsgebäude nach Gerersdorf gebracht. Der Speicherbau wurde als Ganzes transportiert und mit einem Kran aufgesetzt. Die Erhaltung dieser Bauform war ein besonderes Anliegen des Bundesdenkmalamtes. Heuer folgen der Lehmputz und der Innenausbau, womit ein weiteres Stück regionaler Baukultur gesichert wird.
Das Ausstellungsprogramm bleibt auch 2026 ein fixer Bestandteil des Museumsbetriebs. Vier Künstler, alle mit Bezug zum Südburgenland, zeigen ihre Arbeiten im Veranstaltungssaal. Den Auftakt macht der in Oberwart lebende Peter White mit „Beauty and the Beast, travelling with Brutus“. Seine Werke greifen unter anderem Landschaftsstrukturen und Umweltthemen auf.
Es folgt die Fotografie-Ausstellung „An der Schwelle“ von Erwin Muik, die sich im Spannungsfeld zwischen Realität und Inszenierung bewegt. Danach zeigt Uschi Wacker unter dem Titel „Meine Traumwelten“ ihre Arbeiten. Den Abschluss bildet Museumsgründer Gerhard Kisser selbst. Im Rahmen des Jubiläums präsentiert er Zeichnungen, die vor allem Gebäude des Freilichtmuseums zeigen, ergänzt durch Motive aus Landschaft und Tierwelt.
Ein wesentlicher Schwerpunkt bleibt das traditionelle Handwerk. Im Rahmen der „Sommerakademie zur Erhaltung Ihres persönlichen Kulturgutes“ sowie im allgemeinen Kursangebot werden auch heuer wieder zahlreiche Workshops angeboten. Das Spektrum reicht von Möbelrestaurierung über Kunstschmieden und Schweißen bis hin zu Korbflechten, Klöppeln und dem Bau von Saiteninstrumenten.
Die Kurse finden direkt im Museumsareal statt und vermitteln praktische Fähigkeiten ebenso wie den Umgang mit traditionellen Materialien und Werkzeugen. Viele Angebote richten sich sowohl an Anfänger als auch an Fortgeschrittene. Ergänzt wird das Programm durch Fotoworkshops, die das Südburgenland als Motivraum einbeziehen.
Auch für Kinder wird ein breites Programm geboten. Neben Führungen mit Quiz und kleinen Überraschungen stehen vor allem Mitmachangebote im Mittelpunkt. Alte Spiele wie Gummitwist oder Tempelhüpfen können im Gelände ausprobiert werden. Dazu kommen betreute Handwerksaktivitäten wie Schmieden oder Töpfern, bei denen die Kinder selbst Werkstücke herstellen können.
Damit versteht sich das Freilichtmuseum nicht nur als Ausstellungsort, sondern als Lernraum. Geschichte wird nicht nur gezeigt, sondern erlebbar gemacht – durch eigenes Tun und unmittelbare Erfahrung.
Geöffnet ist das Museum täglich bis 31. Oktober, mit angepassten Öffnungszeiten je nach Saison. Der Eintritt ist bis spätestens eine Stunde vor Schließung möglich. Neu ist zudem: Spenden an das Freilichtmuseum sind ab sofort steuerlich absetzbar.