Die BVZ bietet einen Überblick zu den Veranstaltungen von 15. bis 21. Oktober.
60 Jahre im Dienste der Erinnerung
Schlösslverein mogersdorf
Was mit der Pflege eines historischen Schauplatzes begann, ist heute weit mehr als ein Verein. Seit sechs Jahrzehnten steht der Schlösslverein Mogersdorf für Geschichtsbewusstsein, Begegnung und den Gedanken des Friedens.
Bezirkshauptmann Harald Dunkl, Vizebürgermeister Michael Glantschnig, Obmann Philipp Mayer, Ehrenobmann Gerhard Granitz, LAbg. Fabio Halb und Bürgermeister Josef Korpitsch beim Festakt.
© zvg
Der Schlösslberg ist untrennbar mit einem der bedeutendsten historischen Ereignisse des Südburgenlandes verbunden. Hier wurde am 1. August 1664 mit der Schlacht von Mogersdorf europäische Geschichte geschrieben. Sechs Jahrzehnte lang sorgt der Schlösslverein nun bereits dafür, dass diese Geschichte nicht in Vergessenheit gerät und das wurde am Wochenende mit einem Jubiläumsfest gefeiert. Den Auftakt bildeten eine Heilige Messe mit Generalvikar Michael Würger sowie ein Festzug mit zahlreichen Ehrengästen, die von Obmann Philipp Mayer begrüßt wurden.
Gegründet wurde der Schlösslverein Mitte der 1960er-Jahre und ursprünglich stand die Erhaltung der Denkmäler im Mittelpunkt. Heute verbindet man den Schlösslberg nicht nur mit Geschichte, sondern auch mit Begegnung. Internationale Symposien, kulturelle Veranstaltungen und der Friedensgedanke prägen den Verein bis heute. Aus einem Ort, der einst für eine kriegerische Auseinandersetzung bekannt war, wurde Schritt für Schritt ein Platz des Dialogs zwischen Menschen unterschiedlicher Länder und Kulturen.
Zu den wichtigsten Meilensteinen zählen das Internationale Kulturhistorische Symposion, das Museum am Schlösslberg, der Wiederaufbau eines historischen Tabaktrockenstadels, die Errichtung eines Restaurants sowie der Friedensweg, der seit 1999 ein sichtbares Zeichen der Versöhnung setzt. Auch Bundespräsident Rudolf Kirchschläger und Bundeskanzler Franz Vranitzky gehörten zu den prominenten Gästen am Schlösslberg.
Ein besonderer Höhepunkt des Jubiläums war die Ernennung von Gerhard Granitz zum Ehrenobmann. Granitz leitete den Schlösslverein mehr als vier Jahrzehnte und prägte dessen Entwicklung entscheidend mit. Unter seiner Führung wurden zahlreiche Projekte umgesetzt und der Schlösslberg als Ort der Geschichte, des Friedens und der Begegnung weiterentwickelt. In seiner Festansprache hob Fabio Halb die Bedeutung des Vereins hervor.
„Wir sind alle gefordert, tagtäglich für den Frieden einzustehen. Es beginnt in der Familie, in den Vereinen. Ich danke dem Schlösslverein und gratuliere zum 60-jährigen Vereinsjubiläum“, sagt Halb. ,Bereits am Vorabend hatte eine Fotoausstellung mit historischen Bildern auf das Jubiläumswochenende eingestimmt. Beim Festakt selbst erinnerten Fotos und Filmaufnahmen an sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte und an die Entwicklung des Schlösslbergs zu einem Ort des Erinnerns und der Begegnung.
Der Schlösslberg soll auch künftig ein Ort bleiben, an dem aus der Erinnerung an einen Krieg ein sichtbares Zeichen für Frieden und Verständigung entsteht. Sechs Jahrzehnte später ist der Schlösslverein längst weit mehr als der Hüter einer Gedenkstätte. Er hat den Schlösslberg zu einem Ort gemacht, an dem Geschichte nicht nur bewahrt, sondern vermittelt und diskutiert wird.