Geburt, Heirat, Ehe: Vortrag zur Familie im Judentum

Schloss Kittsee

Im Zuge des alljährlichen „Europäischen Tages der jüdischen Kultur“ in Kittsee“gab es im Festsaal von Schloss Kittsee am Sonntag einen Vortag zum Thema „Family“, der das Familienleben im Judentum beleuchtete.

Von Daniel Gottfried

Organisatorin und Eröffnungsrednerin Irmgard Jurkovich und Historiker und Referent Johannes Reiss.

Organisatorin und Eröffnungsrednerin Irmgard Jurkovich und Historiker und Referent Johannes Reiss.

© Daniel Gottfried

Jedes Jahr findet der „Europäische Tag der jüdischen Kultur“ am ersten Sonntag im September statt. „An diesem wollen europäische Länder der ehemaligen jüdischen Gemeinden, derer Kultur und Bedeutung gedenken“, erläutert die Eröffnungsrednerin Irmgard Jurkovich am Sonntag im Schloss Kittsee. Es ist voll und warm im kleinen Festsaal. Viele haben es sich nicht nehmen lassen, zu diesem Anlass zu erscheinen und mehr über jüdisches Leben zu erfahren.

Geburt, Heirat, Ehe: Vortrag zur Familie im Judentum

© Daniel Gottfried

„Heuer ist das Motto: Family“, eröffnet Jurkovich. Nach einigen Worten von Bürgermeister Johannes Hornek beginnt der Hauptteil der Veranstaltung mit dem Historiker Magister Johannes Reiss. Sein Vortrag trägt den Titel „Das Konzept der Familie im Judentum“. Dieser ist erklärt die wichtigsten Stationen und Traditionen im Familienleben im Judentum.

Geburt, Heirat und Ehe

Bei der Geburt eines Kindes wird ein sogenannter Torawimpel hergestellt. Dieses aufwendig von den Frauen der Familie hergestellte Stück Stoff wird mit dem Namen und dem Geburtstag des Kindes bestickt und was man ihm für sein Leben wünscht.

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Geburt, Heirat, Ehe: Vortrag zur Familie im Judentum
Trotz der Hitze war der kleine Festaal des Schlosses gut gefüllt.

© Daniel Gottfried

Geburt, Heirat, Ehe: Vortrag zur Familie im Judentum
Emmerich Bachmayer, Christina Hornek-Zeiss, Bürgermeister Johannes Hornek und Heidi Strohmeyer.

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„In allen Torawimpeln, die man jemals gefunden hat, stehen immer dieselben Wünsche“, erklärt Johannes Reiss. Man wünscht dem Kind, dass er zur Tora geführt werde, dass er heiraten möge und dass er viele gute Taten vollbringe. Dieser Wimpel wird um die zwei Rollen der Tora gewickelt und zum dritten Geburtstag des Kinds an die Synagoge gestiftet, wo der Dreijährige dann zum ersten Mal mitgehen darf.

Leben nach der Tora

Die Heirat spielt im Judentum eine zentrale Rolle. „Heirat und Ehe gehören im jüdischen Denken zur natürlichen, gottgewollten Lebensordnung“, erörtert der Referent und führt aus: „Allein zu bleiben kann ein persönliches Schicksal sein, ist aber kein angestrebtes Ziel.“

Viele der bekanntesten jüdischen Traditionen stammen eigentlich nicht direkt aus der Tora. Beispielsweise soll das Zertreten eines Glases bei der Hochzeit Dämonen vertreiben, kommt aber nicht in der jüdischen Bibel selbst vor. Prinzipiell ist Familie und generell Tradition und Brauch im Judentum stark an der Tora orientiert. Für die meisten Traditionen gibt es ein Vorbild in den heiligen Texten des Judentums.

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Geburt, Heirat, Ehe: Vortrag zur Familie im Judentum

© Daniel Gottfried

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