Beim Tag der offenen Tür der Akademie der Wirtschaft in Neusiedl am See erkundeten Jugendliche die Ausbildung mit Quizzen, Spielen und Führungen.
Seeadler-Bestand wächst: Erfolgreiche Rückkehr ins Burgenland
Schutzmaßnahmen
Der Seeadler breitet sich weiter aus. Rund 90 Brutpaare leben mittlerweile in Österreich, darunter auch in den Feuchtgebieten des Burgenlands. Artenschützerinnen und Artenschützer sprechen von einem Erfolg jahrzehntelanger Schutzmaßnahmen.
Die Population der Seeadler steigt in Österreich aufgrund von Schutzmaßnahmen stetig an.
© Jari Peltomäki_Birdfoto.fi, Jari Peltomaki
„Die heimische Population wächst kontinuierlich. In den nächsten Jahren könnte sie sogar die Marke von 100 Brutpaaren überschreiten“, sagt Christian Pichler, Artenschutzexperte des WWF. GPS-Sender liefern wertvolle Erkenntnisse über das Verhalten der Vögel. Sie zeigen, dass sich Seeadler besonders häufig in Natura-2000-Schutzgebieten aufhalten und dass in Österreich geschlüpfte Tiere mittlerweile bis nach Tschechien, die Slowakei und Ungarn vorgedrungen sind.
Wichtiger Lebensraum im Burgenland
Mitte des 20. Jahrhunderts galt der Seeadler in Österreich als ausgerottet. Lebensraumverlust, Pestizide und illegale Verfolgung hatten die größte Adlerart Europas weitgehend verdrängt. Erst durch strenge Schutzmaßnahmen konnte sich die Population ab 2001 erholen. Ein wichtiger Bestandteil davon ist das Forschungs- und Schutzprogramm des WWF Österreich, in dessen Rahmen Seeadler regelmäßig mit Sendern ausgestattet werden.

© Eva Walisch/WWF
Heute bevorzugen Seeadler störungsarme Naturlandschaften. Neben Auwäldern entlang von Donau, March und Thaya ist das Burgenland mit seinen Feuchtgebieten, Teichen und Flüssen ein wichtiger Lebensraum. Besonders das Neusiedler See-Gebiet und das Südburgenland bietet ideale Bedingungen für die streng geschützte Vogelart.
Als Hotspot für Seeadler-Paare hat sich allerdings das Waldviertel erwiesen. Nach neuesten Erkenntnissen sind hier rund 50 Prozent des österreichischen Brutbestandes zuhause. „Dabei werden auch Höhenlagen über 900 Meter Seehöhe besiedelt. Somit zählen die Waldviertler Vorkommen zu den höchstgelegenen in Europa“, erklärt der Ornithologe Benjamin Watzl, der gemeinsam mit Richard Katzinger die Seeadler-Population im Waldviertel erforscht.

© A.Vorauer/4nature, A.Vorauer/4nature
Schutz bleibt entscheidend
Trotz des positiven Trends bleibt der Seeadler gefährdet. Illegale Abschüsse, Vergiftungen, forstwirtschaftliche Eingriffe und Kollisionen mit Windkraftanlagen setzen ihm zu. Um Österreichs Wappentier weiterhin bestmöglich zu schützen, fordert der WWF eine ambitionierte Umsetzung der EU-Renaturierungsverordnung. Das Gesetz soll sowohl bestehende Schutzgebiete aufwerten, als auch Areale außerhalb davon verbessern und damit für Wildtiere attraktiver machen.

© Björn Beckmann
Gemeinsam mit Partnerorganisationen setzt sich der WWF für den Schutz des Seeadlers und die Bekämpfung von Wildtierkriminalität ein. Nur durch langfristige Maßnahmen kann der Bestand des österreichischen Wappentiers nachhaltig gesichert werden.