17. Oktober
456 Anzeigen bei Lkw-Kontrollen auf A4: Schwere Mängel entdeckt
Schwerpunktaktion
Bei einer gemeinsamen Schwerpunktaktion haben mehrere Landesverkehrsabteilungen auf der A4 bei Nickelsdorf und Bruck an der Leitha den Schwerverkehr kontrolliert. Die Bilanz fällt deutlich aus: 456 Anzeigen und zahlreiche schwere Mängel. Mehrere Fahrzeuge durften nicht weiterfahren.
Ein bulgarischen Sattel-LKW (schlechter optischer Zustand und fortgeschrittenes Alter des Sattel-LKW) auf der A4 am Weg zur Ausreise nach Ungarn. Auf dem Planenauflieger wurden ein LKW (7,5 Tonnen hzlGG), ein Radlader und in den noch freien Zwischenräumen zahlreiche alte Reifen jeglicher Größe transportiert. Die Ladungssicherung war mangelhaft mit Einstufung als schwerer Mangel. Insgesamt wurden für dieses Fahrzeig 42 Anzeigen ausgestellt.
© LPD Burgenland
Am Freitag, 24. April 2026, führten die Landesverkehrsabteilungen aus Wien, Niederösterreich und dem Burgenland gemeinsam mit Technikern des Landes Burgenland sowie der ASFINAG verstärkte Kontrollen durch. Die Maßnahmen fanden auf der Ostautobahn (A4) im Bereich Nickelsdorf (Ein- und Ausreise) sowie am Verkehrskontrollplatz Bruck an der Leitha statt.
Insgesamt überprüften die Einsatzkräfte 89 Lastkraftwagen (Lkw), Busse und Kleintransporter. Die Kontrollen führten zu 456 Anzeigen an die zuständigen Bezirkshauptmannschaften.
Die Beamtinnen und Beamten stellten 237 schwerwiegende technische Mängel fest. In 20 Fällen wurden Kennzeichentafeln wegen mangelnder Verkehrs- und Betriebssicherheit abgenommen und die Weiterfahrt untersagt. Zusätzlich hoben die Behörden 45 vorläufige Sicherheitsleistungen ein.
Darüber hinaus dokumentierten die Kontrollorgane 148 schwere Verstöße gegen Sozialvorschriften – darunter Regelungen zu Lenk- und Ruhezeiten gemäß EU-Verordnung – sowie 59 Übertretungen nach dem Gefahrgutbeförderungsgesetz. Weitere Anzeigen betrafen Überladung, fehlende Ladungssicherheit und sonstige Verwaltungsübertretungen. Drei Fälle wegen Verdachts der Fälschung eines Beweismittels gemäß § 293 Strafgesetzbuch (StGB) wurden an die Staatsanwaltschaft Eisenstadt gemeldet.
Im Zuge der Schwerpunktaktion fiel ein Transporter mit Anhänger besonders auf. Auf der Ladefläche standen fünf Kleinmotorräder, auf dem Anhänger befanden sich ein weiteres Motorrad sowie ein Pkw, in dem zusätzlich zwei Motorräder transportiert wurden.
Die Ladung war laut Polizei unzureichend gesichert. Ein Kleinmotorrad stand etwa auf einem ungesicherten Holzbalken. Sachverständige stellten vier Mängel mit der Einstufung „Gefahr im Verzug“ fest – drei am Zugfahrzeug, einen am Anhänger. Zusätzlich wurden zahlreiche weitere schwere Defekte dokumentiert. Die Weiterfahrt wurde untersagt, die Kennzeichen beider Fahrzeuge abgenommen. Insgesamt resultierte die Kontrolle in 42 Anzeigen.
Auch bei einem weiteren Transporter zeigte sich ein gravierender technischer Zustand. Eine stark korrodierte Bremsleitung wies bereits Flüssigkeitsaustritt auf. Ergänzend stellten die Prüfer durchgerostete Karosserieteile und massiven Flüssigkeitsverlust fest. Die Behörden untersagten die Weiterfahrt und nahmen die Kennzeichen ab. Gegen den Lenker wurden acht Anzeigen erstattet.
Ein Sattel-Lkw aus Bulgarien wurde auf der A4 in Fahrtrichtung Ungarn kontrolliert. Geladen waren unter anderem ein Lkw, ein Radlader sowie zahlreiche Altreifen. Die Ladungssicherung war mangelhaft, konnte jedoch vor Ort teilweise verbessert werden.
Bei der Auswertung des digitalen Tachographen – eines Kontrollgeräts zur Aufzeichnung von Lenk- und Ruhezeiten – stellten die Einsatzkräfte neun Verstöße fest. Technische Überprüfungen ergaben zahlreiche Mängel am Fahrzeug und Anhänger.
Besonders schwer wog eine Manipulation an der Bremsanlage: Dem Lenker war ein defekter Bremszylinder bekannt. Um die Fahrt fortzusetzen, entfernte er die Luftbremsleitung und setzte die Bremse an einem Rad bewusst außer Funktion. Die Leitung wurde mit einem Kabelbinder fixiert. Die Behörden untersagten die Weiterfahrt, nahmen die Kennzeichen des Anhängers ab und hoben Sicherheitsleistungen in Höhe von insgesamt 7.500 Euro ein.
Ein weiterer Fall betraf einen ungarischen Lkw mit Gefahrgutladung. Die Kontrolle ergab erhebliche Mängel bei der Sicherung. Besonders kritisch war ein sogenannter IBC-Tank (Intermediate Bulk Container) mit 1.000 Litern Fassungsvermögen, der durch verrutschte Ladung unter starkem Druck stand.
Die Behörden stuften die Situation als „Gefahr im Verzug“ ein, untersagten die Weiterfahrt und hoben eine Sicherheitsleistung ein.