Toller Erfolg für das Burgenland: Beim Bundeslehrlingswettbewerb der Metalltechniker in Bregenz sicherte sich Alexander Giefing vom Lehrbetrieb Förderanlagen-Schlosserei Werfring GmbH in Marz den hervorragenden dritten Platz in der Berufsgruppe Metallbau- und Blechtechnik. Auch die weiteren beiden burgenländischen Teilnehmer überzeugten mit starken Leistungen.
Facebook-Posting: 59-Jährige leugnete Holocaust
Schwurprozess
„Warum der Holocaust eine Lüge ist“: Mit diesen Worten begann ein umfangreiches Posting, das eine Frau aus dem Bezirk Jennersdorf auf ihrem Facebook-Account veröffentlichte. Sie wurde nach dem Verbotsgesetz angeklagt und versuchte sich am 19. August 2026 in Eisenstadt vor einem Schwurgericht zu rechtfertigen.
Geschworene entschieden über Schuld und Strafe für die 59-jährige Angeklagte.
© BVZ/Kirchmeir
Das Posting war am 21. Juni 2025 am Facebook-Account der Südburgenländerin veröffentlicht worden. Der Account war damals öffentlich einsehbar, die Frau hatte 4.000 Follower. Der Text enthält mehrere, den Holocaust leugnende Behauptungen.
Die 59-jährige Angeklagte gab an, sie habe den Text auf der Plattform „X“ gefunden, kopiert und auf ihren Facebook-Account gestellt, weil sie geglaubt habe, das könnte jemanden interessieren. „Ich dachte, es ist etwas zur Geschichte“, meinte sie vor dem Schwurgericht. Durchgelesen habe sie den Text nicht. Sie habe nur das Wort „Holocaust“ wahrgenommen.
Als Schülerin sei sie mit der Schule in Mauthausen gewesen. „Wir schauten uns die Gaskammern an, ich war damals entsetzt, wie ich das gesehen habe“, sagte die Angeklagte.
Im Vorjahr wurde man sowohl bei der NS-Meldestelle in Österreich, als auch bei den Behörden in Deutschland auf das Posting aufmerksam. Das Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung im Burgenland wurde mit Ermittlungen beauftragt.
Als sie zu einer Einvernahme bei der Polizei vorgeladen wurde, hatte die Frau zunächst geleugnet, den Text online gestellt zu haben. Vor Gericht gab sie jedoch zu, für das Posting verantwortlich zu sein.
„Ich habe so viel gepostet, konnte mich am Abend oft nicht mehr an alles erinnern“, sagte sie. Sie habe ihre Facebook-Freunde mit Gartentipps, Tiergeschichten und Informationen zu Netflix versorgt. Stundenlang sei sie jeden Tag auf Facebook gewesen. Als ihr die Polizeiermittlungen bekannt wurden, stellte sie den Facebook-Account zunächst auf privat und löschte ihn später.
Das Posting bezeichnete sie vor Gericht als „total schlimm“. „Ich hätte es nicht gepostet, wenn ich es gelesen hätte“, sagte die Frau. Für den Holocaust interessiere sie sich gar nicht. „Ich nahm von überall Themen, dachte mir nichts dabei“, so die Angeklagte. Sie habe „vieles“ gepostet.
2022 waren gegen die Frau bereits einmal Ermittlungen geführt worden, weil sie auf Facebook Corona-Maßnahmen mit nationalsozialistischer Gesetzgebung verglich. Das Verfahren wurde damals eingestellt.
In den Fokus der Ermittler gelangte voriges Jahr auch noch ein weiteres Facebook-Posting der Frau. Dieses befasste sich mit der Verhaftung der Familie Rothschild durch Hitler und dem Vermögen der jüdischen Familie. Vorwürfe dazu wurden von der Staatsanwaltschaft Eisenstadt eingestellt. In die Anklage kam nur noch das Posting, in dem der Holocaust geleugnet wurde.
Die Geschworenen sprachen die Angeklagte einstimmig schuldig. Die 59-Jährige erhielt eine unbedingte Geldstrafe von 1.200 Euro und 15 Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung. Sie nahm das Urteil an. Der Staatsanwalt gab keine Erklärung ab. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.