Frau und Kinder misshandelt? 20 Jahre Haft drohen

Sechsfach vorbestraft

Seiner schwangeren Freundin soll er in den Bauch geschlagen, den kleinen Kindern Hiebe auf die Finger versetzt haben. Vor Gericht bestritt der 36-jährige Angeklagte alle Vorwürfe.

Von Elisabeth Kirchmeir

Vor dem großen Schöffensenat bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig.

Vor dem großen Schöffensenat bekannte sich der Angeklagte nicht schuldig.

© BVZ/Kirchmeir

Wegen Gewaltdelikten ist der Angeklagte mehrfach vorbestraft. Zuletzt war er zu zwei Jahren Haft verurteilt worden, diese Strafe hatte er bis zum Mai 2017 verbüßt. Von 2019 bis 2025 soll er neuerlich straffällig geworden sein. Wenn die Vorwürfe stimmen, dann drohen dem Mann bis zu 20 Jahre Haft.

„Ein Rachfeldzug“ der Ex-Lebensgefährtin, meinte er am Donnerstag, 27. August 2026, am Landesgericht Eisenstadt zu den Anklagepunkten.

Zu den Übergriffen soll es im Bezirk Oberpullendorf gekommen sein, wo der Angeklagte mit seiner Freundin lebte. 2020 und 2021 kamen die Kinder des Paares zur Welt. Im August 2025 kam es zur Trennung, der Angeklagte lebt jetzt im Bezirk Eisenstadt.

Die Staatsanwältin berichtete von „ein bis zwei Übergriffen pro Monat“ gegenüber der Lebensgefährtin. Würgen, Anspucken, Schläge - teilweise ins Gesicht. Im Juli 2020 - die Frau war hochschwanger mit dem ersten Kind - soll ihr Partner auf ihren Bauch geschlagen haben. Unmittelbar danach soll die Geburt eingesetzt haben.

Nach einer Weihnachtsfeier soll der Angeklagte seiner Frau so hart gegen den Kopf geschlagen haben, dass sie kurzzeitig das Bewusstsein verlor. Während der zweiten Schwangerschaft soll er ihr Putzschaufel und Besen nachgeworfen, sie bespuckt, beschimpft und am Hals gepackt haben.

„Er drohte ihr 30 bis 35 Mal, sie umzubringen, damit kein anderer sie haben kann“, so die Staatsanwältin. Vielfach soll es gegen den Willen der Frau zu Geschlechtsverkehr gekommen sein.

„Als die Kinder jeweils zirka 18 Monate alt waren, versetzte er ihnen mehrmals wöchentlich Schläge auf den Hinterkopf, den Brustkorb und das Gesäß und schlug ihnen auf die Finger“, so die Staatsanwältin. Zu seiner Lebensgefährtin soll der Mann gesagt haben: „Die verstehen ja keine andere Sprache.“

„Sie war sehr verliebt, konnte sich wegen der Kinder nicht trennen“, sagte die Anwältin der Ex-Lebensgefährtin und der Kinder des Angeklagten. „Es ist ganz abscheulich und verwerflich, wie er sich verhielt“, setzte die Anwältin fort. „Er ist nicht gesellschaftsfähig, ein Rowdy, ein Gewalttäter.“ Auch der Hund der Familie habe von dem Angeklagten „regelmäßig Fußtritte“ bekommen.

Die Anwältin forderte für die von ihr vertretene Frau 15.000 Euro, für jedes Kind 2.500 Euro.

„Mein Mandant wird sich zur gesamten Anklageschrift nicht schuldig bekennen“, kündigte Verteidiger Stefan Wappel danach knapp an, ohne weitere Details auszuführen.

Ob er als Kind selbst Gewalt erfahren habe, wird der 36-Jährige von der Richterin gefragt. „Teils“, lautet seine Antwort. Mehr will er dafür nicht sagen. Gegenüber den Kindern sei er „höchstens lauter geworden“, geschlagen habe er sie nie. Im Gegenteil: Er habe ein gutes Verhältnis zu den Kindern gehabt. Das Kontaktrecht wurde ihm entzogen.

Er sei gegenüber seiner Lebensgefährtin nie handgreiflich geworden, auch den Hund habe er nie geschlagen. Was sie gegen ihn vorbringe, sei ein „Rachefeldzug“.

Der Prozess wurde vertagt.