Neue Gedenkstätte in Deutsch Jahrndorf erinnert an Zwangsarbeit

Segnung

In Deutsch Jahrndorf ist am 12. Juni eine neue Gedenkstätte feierlich gesegnet und der Öffentlichkeit übergeben worden. Das Denkmal erinnert an den geplanten Bau des sogenannten Südostwalls im Zweiten Weltkrieg und an die Zwangsarbeit junger Männer, unter ihnen der spätere Papst Benedikt XVI. Entstanden ist das Friedensmal als gemeinsames Projekt von Land Burgenland, Diözese Eisenstadt, Erzabtei Pannonhalma und der Gemeinde Deutsch Jahrndorf.

Von Von BVZ Redaktion

Neue Gedenkstätte in Deutsch Jahrndorf erinnert an Zwangsarbeit

© Birgit Böhm-Ritter

Die Gedenkstätte befindet sich an der Zurndorfer Landstraße im Dreiländereck Österreich, Ungarn und Slowakei. Gestaltet wurde sie vom Golser Künstler Daniel Bucur. Im Zentrum steht eine überlebensgroße Menschengestalt mit Spaten – ein Symbol für den Zwangsarbeitseinsatz junger Männer beim geplanten Bau des sogenannten Südostwalls im Jahr 1944. Auch der spätere Papst Benedikt XVI., damals noch Joseph Ratzinger, war dazu zwangsverpflichtet worden.

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Neue Gedenkstätte in Deutsch Jahrndorf erinnert an Zwangsarbeit

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Eröffnet wurde die Gedenkstätte von Landesrat Leonhard Schneemann, Diözesanbischof Ägidius Zsifkovics, Erzabt Cirill Tamás Hortobágyi und Bürgermeister Gerhard Bachmann. Das Land Burgenland unterstützte das Projekt finanziell.

„Mit dieser Gedenkstätte schaffen wir einen wichtigen Ort gegen das Vergessen“, erklärte Schneemann. „Hier wurden vor 80 Jahren junge Menschen zur Zwangsarbeit am Südostwall gezwungen. Das Land Burgenland unterstützt dieses Projekt, weil Erinnerungskultur gesellschaftliche Aufgabe ist. Gerade in Zeiten, wo populistische Kräfte die Geschichte relativieren, wird Gedenken wichtiger denn je. Diese Gedenkstätte soll lebendiges Mahnmal sein. Nie wieder sollen Menschen zu Objekten der Willkür werden.“

Ort der Stille und Hoffnung

Bischof Zsifkovics erinnerte an das Schicksal der Zwangsarbeiter, die beim Bau des nie vollendeten Südostwalls leiden und sterben mussten – unter ihnen war auch der junge Joseph Ratzinger, der spätere Papst Benedikt XVI. und er betonte die bleibende Aktualität des Gedenkens: „Das Denkmal erinnert an die Opfer von Gewalt, Krieg, Diktatur und Terror – gestern wie heute – besonders an die Opfer der Tat am Pfingstdienstag in Graz. Wir dürfen keine Anwälte des Todes sein, sondern müssen Propheten des Lebens werden“, betonte Bischof Ägidius Zsifkovics.

Die Stätte soll ein Ort der Erinnerung, der Stille und der Hoffnung sein – getragen von der Botschaft: Gott ist die Liebe“, so der Bischof weiter.

Auch Erzabt Cirill Tamás hob die europäische Dimension der Gedenkstätte hervor: „Übernehmen wir gemeinsam Verantwortung für den Frieden in dieser Welt. Möge dieser Ort alle Besucherinnen und Besucher daran erinnern, dass es ein Ort des Friedens ist.“

Künstlerisches Konzept mit Symbolkraft

Daniel Bucur erläuterte das Konzept seiner Arbeit: Die große Figur mit Spaten erinnert an die mühevollen Arbeitseinsätze, die Baracke an die damaligen Lebensumstände. Davor laden einfache Bänke zum Innehalten ein. Die gesamte Gestaltung folgt einem klaren Gedanken: „Alle sollen den Satz von Papst Benedikt XVI. ‚Gott ist die Liebe‘ mitnehmen und gerade in schwierigen Zeiten daran glauben“, so der Künstler.

Bürgermeister Bachmann zeigte sich dankbar für die Realisierung des Projekts: „Diese Gedenkstätte hier in Deutsch Jahrndorf soll ein Mahnmal sein für uns alle und uns an die grauenvollen Taten erinnern.“