Der Franz Liszt Verein Raiding verlieh im Lisztzentrum Raiding Dr. Nike Wagner die Ehrenmitgliedschaft. Damit würdigte der Verein ihre Verdienste um das musikalische Erbe Franz Liszts und ihren Einsatz für dessen Vermittlung an ein breites Publikum.
Oberpullendorf: „Eine Stadt aber mit heimeligem Charakter“
Serie Puindoaf-Fans
Stadtmarketing-Obfrau Mary Bauer fühlt sich in ihrer Heimatstadt einfach wohl.
Mary Bauer findet, dass Oberpullendorf viele tolle Persönlichkeiten hat, aber eine Oberpullendorferin, die sie besonders bewundert, ist ihre Mutter Margareta. „Sie hatte fünf Kinder und hat trotzdem gearbeitet, sie hat alles gestemmt.
© zVg/Rodica Danzinger
„Wenn man in Wien ins Theater geht, geht man danach mit den Leuten, mit denen man kommt, auch wieder nach Hause. Wenn man in Oberpullendorf ein Konzert besucht, steht man danach mit den Leuten zusammen und redet – auch mit solchen, die man sonst vielleicht nicht so trifft“, versucht Stadtmarketing-Obfrau Mary Bauer anhand eines Beispiels zu beschreiben, was Oberpullendorf ausmacht.
„Es ist ein Lebensgefühl“
„In Oberpullendorf gibt es ein super Vereinsleben und ein super Kulturleben. Man kann viel unternehmen. Wir haben auch eine super Gastronomie, was man in vielen Städten nicht mehr findet: Wir können einen Cafe trinken gehen, uns mit Leuten treffen, austauschen. Es ist ein Lebensgefühl.“
Für die gebürtige Oberpullendorferin, deren Vorfahren auch schon in Felsöpulya gelebt haben und deren Oma aus einer kleinadeligen Familie stammt, ist Oberpullendorf eine Stadt mit heimeligem Charakter. „Obwohl der Zuzug groß ist, ist es doch so, dass man, wenn man auf die Straße geht, viele Leute kennt und miteinander tratschen kann“, erklärt Bauer. „Es gibt viele schöne Fleckerl und ich habe viele gesehen, aber ich möchte dort nicht leben. Ich habe mich immer wohl gefühlt in Oberpullendorf.“
Nicht zuletzt deshalb hat sich Mary Bauer wohl auch immer schon aktiv ins Stadtleben eingebracht. Zwei Jahrzehnte lang hat sie sich bei den Pfadfindern engagiert und war dort sogar Landesmutter. „Das ist die höchste Frau der Pfadfinder im Burgenland“, erklärt Bauer. Aus der Arbeit mit den Pfadfindern sei dann der Laternenumzug entstanden und die Nikolo-Aktion am Oberpullendorfer Hauptplatz. Auch der erste Christkindlmarkt Anfang der 80er-Jahre, den Bauer federführend mitorganisiert hat, fand bei der Kaisereiche statt, ehe er zunächst für einige Jahre in die Klosterallee und schließlich nach der Hauptplatzneugestaltung auf den Hauptplatz übersiedelte.
Früher hatte Oberpullendorf aus Bauers Sicht noch einen ganz anderen Status. Und sie muss wissen, wovon sie spricht, ist sie doch schon seit 2003 Obfrau des Stadtmarketings Oberpullendorf und war sogar davor schon zehn Jahre beim Aktiven Oberpullendorf tätig. „Früher hat es geheißen, wenn du etwas in Oberpullendorf nicht bekommst, dann kriegst du es nicht“ erinnert sich Bauer. Und weiter: „Als ich begonnen habe, mit der damaligen Bürgermeisterin Anneliese Schmucker zu Tagungen von Stadtmarketing Austria zu fahren, sind wird dort auf Städte getroffen, die zehn Mal so viele Einwohner hatten, wie Oberpullendorf, trotzdem konnten wir da mitspielen.“
So erinnert sie sich beispielsweise an eine Tagung in St. Veit an der Glan. „Damals haben wir zu Weihnachten die Stadt der Engel als Motto gehabt. Alle Unternehmer haben mit Schaufenstern mitgemacht, im Kino wurde der Film gezeigt. Bei der Sitzung in St. Veit an der Glan sind Leute an uns herangetreten. Sie haben von unserem Event gehört und waren erstaunt, wie eine Gemeinde mit 3.000 Einwohnern so etwas stemmen kann. Auch andere unserer Events wie der Rote Teppich haben über die Grenzen Aufmerksamkeit erregt.“
Heute gäbe es überall das gleiche Problem mit den Leerflächen ob in größeren oder kleineren Städten. „In der heutigen Zeit ist es schwierig, jemanden zu motivieren, dass er sich selbstständig macht“, meint Bauer. Dennoch ist für sie das Leerflächenmanagement eine wirklich wichtige Aufgabe, an der auch ständig gearbeitet werde. „Wir müssen uns davon verabschieden, dass jedes Geschäftslokal mit einem Handelsbetrieb gefüllt wird. Es gibt auch andere Betriebe wie Versicherungen oder Arztpraxen“, gibt Bauer zu bedenken. Und betont: „Oberpullendorf war immer als Einkaufsstadt des Bezirks bekannt und man kann hier nach wie vor gut einkaufen.“
- Name: Maria Bauer
- Jahrgang: 1957
- Beruf:Bekleidungstechnikerin und Eventmanagerin
- Familie:verheiratet, eine Tochter (44), ein Enkerl (3)
- Hobbys: Mein Enkerl Fabian und mein Garten
- Ich lebe in Oberpullendorf seit... immer
- Oberpullendorf in drei Worten:Stadt fürs Leben
- Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf: früher der Steinbruch, heute mein Garten zu Hause. Ich bin in der Mühlbachgasse aufgewachsen – im Sommer waren wir im Steinbruch baden, im Winter eislaufen.
- Was ich mir für Oberpullendorf wünsche... dass sich die Leute weiterhin wohlfühlen können in der Stadt.
- Wenn ich gerade nicht in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten in... Graz.