„Oberpullendorf ist eine Stadt aber doch ein Dorf“

Serie Puindoaf-Fans

Stadträtin Gerlinde Heger schätzt an Oberpullendorf besonders, dass „man immer jemanden trifft, mit dem man reden kann, wenn man durch die Stadt spaziert.“

Von Michaela Grabner

Der Lieblingsplatz von Stadträtin Gerlinde Heger in Oberpullendorf ist ihr eigener Garten. Dort kann sie herunterkommen und sich entspannen.

Der Lieblingsplatz von Stadträtin Gerlinde Heger in Oberpullendorf ist ihr eigener Garten. Dort kann sie herunterkommen und sich entspannen.

© Michaela Grabner

Wenn irgendwo in Oberpullendorf ein Fest stattfindet, bei dem Mehlspeisen serviert werden, stehen die Chancen gut, dass Gerlinde Heger kurz zuvor noch in der Backstube gestanden hat. Die Stadträtin ist nicht nur schon seit 1992 im Gemeinderat dabei und seit 1997 im Stadtrat, sondern sie bringt sich seit jeher auch auf vielfältige Weise ins Vereinsleben der Stadt ein. So ist sie seit 2006 Verschönerungsvereinsobfrau, hilft seit den ersten Kapplsitzungen hinter den Kulissen bei der Faschingsgilde mit, hat schon bei etlichen Sportfesten aufgekocht und engagiert sich bei der Sozialstation. „Beim Kochen und Backen bin ich immer dabei, fad wird mir nicht“, lacht Heger.

Eigentlich ist sie ja in Horitschon aufgewachsen, aber schon sehr lange Wahl-Oberpullendorferin. Aber noch bevor sie in Oberpullendorf gelebt hat, hat sie bereits hier gearbeitet oder streng genommen eigentlich am Stadtrand. Denn von 1972 bis zu ihrer Pensionierung war Heger im Autohaus Kleinrath in Stoob Süd nur einen Steinwurf von der Oberpullendorfer Ortstafel entfernt, tätig. Von dort kannte sie auch ihren Mann, der im Autohaus Kunde war. Richtig näher gekommen sind sich die beiden dann aber bei einem von der ÖVP Horitschon organisierten Udo Jürgens-Konzert. Nachdem die beiden die ersten zwei Jahre zusammen in Horitschon gewohnt hatten, übersiedelten sie 1983 nach Oberpullendorf in ein Reihenhaus in der Rottwiese – Hegers Mann war damals Kapellmeister der Stadtkapelle. 1994 wurde dann ein Haus gebaut.

„Man hat immer jemanden zum Reden, wenn man will“

„Oberpullendorf ist eine Stadt, aber doch ein Dorf. Man kennt sich. Wenn man spazieren geht, trifft man dauernd jemanden, mit dem man reden kann. In großen Städten vereinsamt man, wenn man alleine lebt. In Oberpullendorf hat man immer jemanden zum Reden, wenn man will“, meint Heger.

Was sie an Oberpullendorf besonders schätzt ist, dass kulturell immer etwas los ist. „Man hat immer die Möglichkeit auf ein Konzert oder auf eine andere Kulturveranstaltung zu gehen. Wir haben einige Leute, die sehr aktiv sind“, meint Heger.

Auch viele bekannte Persönlichkeiten seien aus Oberpullendorf hervorgegangen wie Autorin Jutta Treiber, Mezzosopranistin Elisabeth Kulman oder jetzt die Singer-Songwriterinnen Lisa Seidl und Phiora.Gilde und Sportler als Botschafter für die Stadt

„Die Kapplgilde trägt den Namen von Oberpullendorf weit hinaus, aber auch die verschiedenen Sportvereine vom Tischtennisclub über die Tennisakademie mit dem neuen Centercourt bis zum Fußballverein. Auch die Colourful Dancers sind überall mit dabei“, sagt Heger.

Sie selbst hält sich in Oberpulllendorf gerne bei der Weinbergkapelle oder der Streuobstwiese auf, würde Oberpullendorf-Gästen aber auch den Barfußweg oder die Calisthencis-Stationen empfehlen. Was für sie wichtig wäre, wäre eine Attraktivierung der Hauptstraße „Früher war es gang und gäbe, dass die Leute vor ihren Geschäftslokeln geschaut haben, dass es attraktiv und sauber ist. Es gehört alles schön gemacht.“

Persönliches

Name:Gerlinde Heger

Jahrgang:1954

Beruf:Pensionistin (gelernte Einzelhandelskauffrau)

Familie:verwitwet, zwei Söhne (beide 44)

Ich lebe in Oberpullendorf seit....1983

Oberpullendorf in drei Worten: lebenswert, Lebensmittelpunkt, sympathisch

Mein Lieblingsplatz in Oberpullendorf:Mein Garten und die Weinbergkapelle – an beiden Orten kann ich gut zur Ruhe kommen.

Was ich mir für Oberpullendorf wünsche....dass man in Zukunft vielleicht doch mehr Geschäfte nach Oberpullendorf bringen könnte und die Lebensqualität erhalten bleibt.

Wenn ich gerade nicht in Oberpullendorf bin, bin ich am liebsten...bei meinen Enkelkindern in Steinberg oder meinen Schwestern und Nichten in der Umgebung