Mehr als 80 Rotkreuz-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter aus dem gesamten Burgenland üben am Samstag an zwei Standorten im Bezirk Mattersburg. Auch Feuerwehr und zahlreiche Statisten sind eingebunden.
Glauber: „Große Ehre und Auszeichnung für die geleistete Arbeit“
Ökonomierat
Michael Glauber aus Sigleß wurde kürzlich von Bundesminister Norbert Totschnig mit dem Berufstitel „Ökonomierat“ ausgezeichnet. Der Titel würdigt besondere Verdienste in der Land- und Forstwirtschaft. Im Gespräch mit der BVZ spricht der Winzer über die Bedeutung der Auszeichnung, den Familienbetrieb und aktuelle Herausforderungen im Weinbau.
Michael Glauber (5.v.r.) bekam von Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig (5.v.l.) die Urkunde überreicht.
© zVg
„Das ist eine große Ehre und Auszeichnung für die geleistete Arbeit, die man jahrzehntelang für verschiedene Vereine und Organisationen gemacht hat“, sagt Glauber. Der Weg bis zur Verleihung sei allerdings lang gewesen. Vorschlagsrecht hätten unter anderem die Landwirtschaftskammer und die Agrarlandesräte, letztlich gehe die Entscheidung bis zum Bundespräsidenten. Im Marmorsaal des Ministeriums wurden die neuen Ökonomieräte schließlich einzeln aufgerufen, ihre Leistungen vorgestellt und die Dekrete überreicht.
Landwirtschaftsminister Totschnig hob bei der Verleihung die gesellschaftliche Bedeutung solcher Persönlichkeiten hervor: „Der Titel Ökonomierätin oder Ökonomierat ist weit mehr als ein Ehrenzeichen – er steht für eine lange und bedeutende Tradition, die tief in der Geschichte unseres Landes verwurzelt ist.” Gerade angesichts zunehmender gesellschaftlicher Polarisierung brauche es Menschen, die durch Zusammenhalt, Dialogbereitschaft und gelebte Verantwortung Orientierung gäben. „Diese Ehrung würdigt Ihr Lebenswerk und ist zugleich Auftrag, Ihr Wissen und Ihre Erfahrung weiterzugeben”, so der Minister.
Glauber engagiert sich seit vielen Jahren in unterschiedlichen Bereichen. Seit 1993 ist er als Kammerrat tätig, außerdem ist er Landesvorsitzender der SPÖ Bauern Burgenland sowie stellvertretender Bundesvorsitzender der SPÖ Bauern. Darüber hinaus war und ist er in mehreren Funktionen in der Gemeinde aktiv und engagiert sich auch bei der Feuerwehr sowie in Vereinen.
Besonders stolz ist Glauber auf den Familienbetrieb „Weinbau Glauber“. Gemeinsam mit seiner Familie betreibt er Buschenschänken in Sigleß und Mörbisch sowie Direktvermarktung ab Hof. „Wir versuchen, ein möglichst breites Angebot zu machen“, erzählt er. Dieses reicht von Traubensaft über leichte Weißweine bis hin zu kräftigen Rotweinen und süßen Spezialitäten wie Trockenbeerenauslesen. Heuer neu im Sortiment ist ein gespritzter Traubensaft in kleinen Spritzerflaschen. „Damit wollen wir auch für Kinder und für jene etwas anbieten, die keinen Alkohol trinken möchten“, erklärt Glauber. Alkoholfreien Wein produziere man bewusst nicht.
Auch die nächste Generation interessiert sich bereits für den Weinbau. Tochter Lena besucht die Weinbauschule in Klosterneuburg, Sohn Wolfgang besucht ebenfalls eine Weinbauschule in Eisenstadt. „Vielleicht steigen ja beide einmal ein, das werden sie sich dann ausschnapsen“, sagt Glauber lachend.
Lena Glauber arbeitet nicht nur im Familienbetrieb mit, sie fungiert auch seit vergangenem Jahr als Botschafterin für den Weinbau und die Weinkultur des Burgenlandes. Am 20. August wurde sie zur burgenländischen Weinprinzessin gekürt.
Als größte Herausforderung nennt Glauber das veränderte Kaufverhalten vieler Kundinnen und Kunden. „Der Ab-Hof-Verkauf wird weniger, viele kaufen ihren Wein mittlerweile im Supermarkt.“ Auch Trends hätten sich verändert. Während früher Rotwein besonders gefragt gewesen sei, gehe der Trend derzeit stärker in Richtung Weißwein. Mit dem Rosalia DAC versuche man allerdings, Roséweine aus der Region wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken.
Die Weingärten der Familie seien auf mehrere Orte verteilt. Das bringe zwar mehr Aufwand mit sich, habe aber auch Vorteile. „Wenn irgendwo Hagel kommt, sind wir dadurch besser abgesichert“, erklärt Glauber. Trotz der Herausforderungen blickt der 56-Jährige positiv in die Zukunft. Der Weinbau bleibe für ihn eine Leidenschaft und vor allem ein Familienprojekt.
Wer einen Glauber-Wein in gemütlicher Atmosphäre probieren will, der hat aktuell die Möglichkeit in Sigleß dazu: Der Buschenschank in Sigleß hat vom 8. bis 25. Mai geöffnet.