Kaisersteinbruch: Neuer Wohnbau startet nach Verzögerung

Spatenstich

Mit dem zweiten Spatenstich des Jahres beginnt für die Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG) die Bausaison im Bezirk Neusiedl am See. In Kaisersteinbruch entsteht erstmals seit 1978 wieder ein Wohnprojekt der Genossenschaft. Geplant sind 14 Wohnungen im Ortskern.

Von Von Birgit Böhm-Ritter

Das Interesse an Wohnungen in Kaisersteinbruch ist groß.

Das Interesse an Wohnungen in Kaisersteinbruch ist groß.

© OSG

Mit dem Frühlingsbeginn nimmt auch die Bautätigkeit wieder Fahrt auf. Am Freitag setzte die OSG in Kaisersteinbruch einen symbolischen Startpunkt – und kehrt damit nach Jahrzehnten in den Ort im Leithagebirge zurück.

Zuletzt stellte die Genossenschaft im Jahr 1978 einen Wohnbau in dem Ortsteil der Großgemeinde Bruckneudorf fertig. Nun folgt ein neues Kapitel: Auf dem Grundstück Hauptstraße 1, dem ehemaligen Gasthaus Hofer, entstehen 14 Wohnungen.

Der Weg dorthin verlief jedoch nicht geradlinig. Frühere Planungen eines anderen Bauträgers blieben ohne Umsetzung. Erst 2022 ersteigerte die OSG das Areal und begann mit eigenen Entwürfen. Mit dem späteren Ankauf des Nachbargrundstücks veränderten sich die Voraussetzungen erneut. „Da haben wir mit den Planungen wieder von Neuem begonnen, weil sich die Gegebenheiten geändert haben“, erklärte OSG-Obmann Alfred Kollar gegenüber der BVZ die lange Vorlaufzeit des Projekts.

Nun liegt ein konkretes Projekt vor. Das Neusiedler Architekturbüro Halbritter ZT GmbH zeichnet für die Planung verantwortlich, die Bauarbeiten übernimmt die Baufirma Kientzl. Das Bauvolumen beträgt rund 2,6 Millionen Euro, die Bauzeit soll 15 bis 16 Monate dauern.

Die Ausstattung orientiert sich an aktuellen Wohnstandards. Alle Wohnungen verfügen über Balkon oder Terrasse, die Erdgeschoßwohnungen zusätzlich über Eigengärten. Eine Luft-Wärmepumpe übernimmt die Wärmeversorgung, eine Photovoltaikanlage am Dach ergänzt die Energieversorgung. Großzügige Grünflächen rund um das Gebäude sollen die Anlage abrunden.

Kollar betont dabei auch die regionale Wertschöpfung: „Wichtig ist es, uns burgenländisch zu bauen, also burgenländische Firmen zu beauftragen.“

Während die Bauarbeiten anlaufen, zeigt sich bereits reges Interesse. „Zehn Wohnungen sind schon vergeben, nur noch vier warten auf ihre zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner“, sagte Kollar.

Gleichzeitig richtet sich der Blick in die Zukunft. Direkt neben dem aktuellen Bauplatz plant die OSG ein weiteres Projekt. Dort sollen Reihenhäuser entstehen, das Architekturbüro befindet sich bereits in der Endphase der Planung. „Ich bin mir sicher, dass das Projekt in dieser tollen Lage, in diesem schönen Ortsteil, Anklang finden wird“, so Kollar.

Auch Bürgermeister Gerhard Dreiszker unterstreicht die Bedeutung des Vorhabens für die Gemeinde. Die Zusammenarbeit mit der OSG habe sich in Bruckneudorf bereits mehrfach bewährt. „Ich freue mich, dass wir jetzt einmal in Kaisersteinbruch einen Spatenstich feiern, weil unser Ortsteil ist uns genauso wichtig.“

Abschließend ordnet Kollar das Projekt in einen größeren Zusammenhang ein. Die Bauwirtschaft habe in den vergangenen Jahren mit stark steigenden Kosten zu kämpfen gehabt. Dennoch setze die OSG im Burgenland viele Projekte um: „Trotz der Schwierigkeiten in den letzten Jahren, Stichwort Explosion der Baukosten, durften wir in den Gemeinden viele Projekte realisieren. 2025 hatten wir ein Bauvolumen von knapp 140 Millionen Euro.