Wie am Csaterberg wieder Eisen geschmolzen wurde

Spektakuläre Vorstellung

Mehr als 1.200 Grad Hitze, glühende Holzkohle und jede Menge Handarbeit: Am Csaterberg wurde die Eisenproduktion des Frühmittelalters nach archäologischen Erkenntnissen originalgetreu nachgestellt. Zahlreiche Besucher:innen verfolgten die spektakuläre Vorführung.

Von Bertie Unger

Am Csaterberg wurde die Eisenproduktion des Frühmittelalters (800 n. Chr.) wieder lebendig.

Am Csaterberg wurde die Eisenproduktion des Frühmittelalters (800 n. Chr.) wieder lebendig.

© Manuela Thurner

Dichte Rauchschwaden, glühende Holzkohle und ein Ofen aus Lehm – am Csaterberg schien die Zeitum mehr als 1.200 Jahre zurückgedreht. Im Rahmen des LEADER-Projekts „Archäologische Ausgrabung und nachhaltiger Tourismusweg zur Nutzung des Csaterbergopals“ wurde die Eisenproduktion des Frühmittelalters wieder lebendig.

Grundlage dafür war ein archäologischer Befund aus dem Jahr 2025. Nach diesem Vorbild errichtete Archäo-Keramiker Fritz Wagner einen frühmittelalterlichen Rennofen aus Lehm, der ausschließlich mit regionalen Materialien gebaut wurde. Verhüttet wurden eisenhaltiger Opal und Limonit, die direkt vom Csaterberg stammen.

Bereits am Vormittag begann die aufwendige Arbeit. Über Stunden hinweg wurde der Ofen laufend mit Holzkohle und Erz beschickt. Erst nach rund neun Stunden und Temperaturen von mehr als 1.200 Grad war der entscheidende Moment gekommen. Markus Hammerl und Marco Kainzbauer begleiteten den gesamten Schmelzprozess, ehe schließlich die mehr als 1.000 Grad heiße Eisenluppe – der erste Eisenrohling – erfolgreich aus dem Ofen geborgen werden konnte.

Damit wurde eindrucksvoll gezeigt, wie Eisen bereits um das Jahr 800 hergestellt wurde – lange bevor moderne Hochöfen die Arbeit übernahmen. Die Vorführung machte sichtbar, wie viel Erfahrung, Geduld und handwerkliches Geschick hinter der frühen Eisenproduktion steckten.

Begleitet wurde die Veranstaltung von archäologischen Informationen, die Archäologin Manuela Thurner den Besucher:innen näherbrachte. Eine Kinderstation und geführte Wanderungen rundeten das Programm ab.

Im Rahmen der Veranstaltung eröffneten Bürgermeister Norbert Sulyok und südburgenland plus-Obmann Walter Temmel außerdem offiziell den Sepp-Wölfer-Wanderweg.