Oberwart Gunners meisterlich, die Sporthalle ist es nicht

Sporthalle Oberwart

Meisterjubel in Oberwart: Die Gunners krönen sich erneut zum Champion der Basketball-Bundesliga. Doch der Erfolg bringt auch eine alte Diskussion zurück, denn die Sporthalle ist längst am Limit.

Von Bertie Unger

Oberwart braucht eine neue Sporthalle. Gespräche dazu laufen.

Oberwart braucht eine neue Sporthalle. Gespräche dazu laufen.

© Bertie Unger

Die Oberwart Gunners besiegten das Überraschungsteam aus Eisenstadt mit 75:67 und machten den vierten Meistertitel der Vereinsgeschichte vor Heimpublikum perfekt. Die Stimmung: elektrisierend. Das Spiel: packend. Doch während auf dem Parkett gejubelt wurde, war auf den Rängen kaum mehr Platz dafür. Die Halle ist zu klein und wird dem sportlichen Niveau schon lange nicht mehr gerecht.

Gespräche mit Stadt und Land dringend notwendig

Dass ausgerechnet in einer der erfolgreichsten Basketballstädte Österreichs keine passende Heimstätte vorhanden ist, stößt auf Unverständnis. Gespräche mit Stadt und Land gibt es immer wieder, bisher allerdings ohne konkreten Fahrplan. Doch das kann sich nun rasch ändern. Bei der Meisterfeier signalisierte Sportlandesrat Heinrich Dorner Gesprächsbereitschaft. „Der Ausbau der Sportinfrastruktur ist ein zentraler Bestandteil der burgenländischen Sportstrategie und nimmt auch im Zukunftsplan der Landesregierung einen wichtigen Platz ein“, sagt Heinrich Dorner. „Seitens des Landes werden in den nächsten Jahren wichtige Projekte umgesetzt beziehungsweise sind in Fertigstellung, wie etwa der Centercourt in der Tennisakademie Burgenland. Uns ist es wichtig, auch den Städten und Gemeinden bei Bauvorhaben von landesweiter Bedeutung zur Seite zu stehen. Bezüglich der Sporthalle in der Basketball-Hochburg Oberwart sind wir in ersten guten Gesprächen mit der Gemeinde und den Vertretern des Vereins, um das Beste aus dem Standort herauszuholen“, so Dorner.

Sanierung oder doch ein Neubau?

„Wenn man auf die sportlichen Erfolge schaut, dann ist Basketball im Burgenland die Sportart Nummer eins“, unterstrich Gunners-Boss Thomas Linzer die Notwendigkeit einer neuen Halle in einem ORF-Interview.

Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner wäre eher für eine Sanierung der bestehenden Sporthalle. „Ich bin eher dafür, dass man die Halle saniert“, sagt Rosner. „Finanziell ist das nicht leicht zu stemmen, eine Sanierung wäre auch in Richtung Bodenversiegelung besser, aber es geht auch um die Bundesschulen, die die Halle nutzen. Da muss man auf einfache Fußwege zur Halle achten, um den Bund auch mit ins Boot zu holen“, sagt Georg Rosner, der natürlich auch den finanziellen Aspekt detailliert. „Die Sanierung einer Dreifachhalle mit Publikum wäre ganz grob gesehen wohl um die Hälfte billiger als ein Neubau. Letztendlich muss es für die Gunners und für die Schulen passen“, betont Oberwarts Stadtchef.

Fakt ist: Der Meistertitel bringt das Thema wieder auf den Tisch und diesmal wohl lauter denn je. Denn die Gunners stehen nicht nur für Spitzenbasketball, sondern auch für Nachwuchsarbeit, Sichtbarkeit im TV, ausverkaufte Spiele, Kooperationen mit Schulen und soziale Projekte. Oberwart ist der führende Basketballstandort in Österreich und das nicht erst seit gestern. Jetzt ist die Politik am Zug.