Sediment, also Schlamm, und nicht verwertbares Schilf fallen bei Arbeiten am Neusiedler See an. Forschung Burgenland, Technische Universität Graz und weitere Partner untersuchen, ob daraus Baustoffe und andere Produkte entstehen können. Ein begehbarer „Schilfraum“ in Winden am See zeigt erste Ergebnisse.
Zwei geschützte Waldohreulen getötet
St. Andrä am Zicksee
Zwei geschützte Waldohreulen sind Ende November 2025 im Gemeindegebiet von St. Andrä am Zicksee erschossen worden. BirdLife Österreich sieht darin einen weiteren Beleg für Wildtierkriminalität im Bezirk Neusiedl am See. Die Organisation fordert erneut eine Reform der Jagdaufsicht.
Fälle von Wildtierkriminalität werden im Neusiedler Bezirk immer wieder angezeigt.
© BirdLife Österreich
Am Rand eines Teiches bei St. Andrä am Zicksee lagen die beiden Vögel, reglos im Schilf. Der Fund wurde am 26. November 2025 dem Projektpartner WWF Österreich gemeldet. BirdLife-Ornithologinnen und Ornithologen dokumentierten Blutspuren im Gefieder und ließen die Tiere röntgen. Die Bilder zeigen eindeutig Schrotkugeln in den Körpern der Eulen.
„Einer der Waldohreulen wurde offensichtlich in den Kopf geschossen, das Röntgenbild zeigt über 50 Schrotkugeln im Kopfbereich“, sagte Johannes Hohenegger, Experte für Greifvogelschutz bei BirdLife Österreich. „Die andere Eule hatte Schrotkörner in Flügel und Bein sowie mehrere Knochenbrüche.“
Die Waldohreule ist wie alle wildlebenden Vogelarten im Burgenland geschützt. Nach der Burgenländischen Wildstandregulierungsverordnung 2017 unterliegt sie dem Jagdrecht, ist ganzjährig geschont und darf weder gefangen noch getötet werden. BirdLife erstattete Anzeige gegen Unbekannt wegen Tierquälerei gemäß § 222 Strafgesetzbuch sowie wegen Verstößen gegen das burgenländische Jagdgesetz.
Der aktuelle Fall reiht sich in eine Serie ein. Allein 2025 wurden BirdLife im Bezirk Neusiedl am See unter anderem zwei erschossene Mäusebussarde, mehrere Greifvogelfallen und der Einsatz einer Elster als Lebendköder gemeldet. In den vergangenen Jahren wurden auch streng geschützte Arten wie Kaiseradler oder Kornweihe illegal getötet. Hohenegger spricht von einer hohen Dunkelziffer.
BirdLife fordert zum wiederholten Male unabhängige, revierfremde Aufsichtsorgane, die Verstöße gegen Jagd- und Vogelschutzrecht wirksam verhindern können. Das bestehende Kontrollsystem greife zu kurz, insbesondere in Regionen mit vielen bekannten Fällen.
Bezirksjägermeister Mosonyi wies diese Kritik bereits im Herbst auf Anfrage der BVZ zurück: „Das System der Jagdaufseher ist ein in ganz Österreich praktiziertes und erfolgreich etabliertes System welches sich seit vielen Jahrzehnten in allen Bundesländern und auch im Burgenland bestens bewährt hat.“
Hinweise zu Wildtierkriminalität sammelt BirdLife über eine Hotline, per E-Mail und über eine anonyme Meldestelle:
BirdCrime-Hotline: +43 660 869 2327
E-Mail: meldung@wildlifecrime.at
Anonyme Meldeplattform: https://sm2s7.mjt.lu/lnk/AMcAAIq47E8AAACL8sgAAcBSfMUAAAACXM4ACTA-ACemEABpZz7TQn6wg5_zQhqakARCuVDQUgAk1H8/2/O6jzC2JnAyNOBknpWKnGVQ/aHR0cHM6Ly9jMDcuYXlnb25ldC5vcmcvYW5vbnltZS1tZWxkZXBsYXR0Zm9ybS1mdWVyLXdpbGR0aWVya3JpbWluYWxpdGFldC8