Rock the Garden: Ungewisse Zukunft für das Forchtensteiner Musikfest

Standortfrage

Am Areal des Musikvereins - dort, wo das „Rock the Garden“ stets stattfindet, plant SPÖ-Bürgermeister Alexander Rüdiger Knaak einen Spielplatz bauen zu lassen. Nach einem Alternativ-Standort für das Musikfest wird gesucht. Der Musikverein präferiert nach wie vor den aktuellen Platz des „Rock the Garden“. Auch wenn ein neuer möglicher Standort gefunden wird, ist noch offen, ob das Musikevent dort auch veranstaltet wird.

Von Richard Vogler

Beim „Rock the Garden“ ist stets ausgelassene Stimmung angesagt.

Beim „Rock the Garden“ ist stets ausgelassene Stimmung angesagt.

© BVZ

In Forchtenstein gibt es seit 2011 im Garten der Musik, stets kurz vor Schulbeginn, das über die Jahre zum Kult gewordene Festival „Rock the Garden“ des Musikvereins Forchtenstein. Dieses fand heuer vor einigen Wochen bereits zum zwölften Mal statt. Über die Jahre haben über 30 junge Bands die Chance bekommen, erste Live-Erfahrungen zu sammeln. Für einige davon war dies ein Sprungbrett für eine internationale Karriere. Um den großen organisatorischen Aufwand besser ausnutzen zu können, haben die umtriebigen Veranstalter seit 5 Jahren am darauffolgenden Sonntag mit dem „Schopp the Garden“ eine weitere kulturelle Institution geschaffen. Im Laufe der Jahre haben weit über 5.000 Menschen das stimmungsvolle Areal unter der mächtigen Burg Forchtenstein besucht.

Laut ÖVP-Vizebürgermeister Oliver Biringer, er ist selbst aktives Mitglied des Musikvereins, „soll jetzt Schluss sein. Geht es nach dem Bürgermeister von Forchtenstein, sollen die gesamten Grünflächen um das Musikheim zu einem Spielplatz umfunktioniert werden. Meine Kollegen vom Musikverein haben mit viel Herzblut eine Veranstaltung über Jahre aufgebaut, zu der auch hunderte Gäste aus den Nachbarorten und aus den benachbarten Bundesländern kommen, um die einzigartige Atmosphäre in diesem Garten unterhalb der Burg zu genießen! Noch dazu sind diese zwei Tage jedes Jahr für den Verein eine enorm wichtige Einnahmequelle, um die laufenden Kosten abdecken zu können“, erläutert Biringer.

Rock the Garden: Ungewisse Zukunft für das Forchtensteiner Musikfest

© zVg

Der Vorstand des Musikvereins hat der Gemeinde vor rund zwei Jahren einen Entwurf vorgelegt. „Damit wäre sowohl ein Spielplatz als auch ausreichend Platz für das beliebte Festival möglich“, so Biringer, der weiter ausführt: „„Mir ist völlig unverständlich, warum der Herr Bürgermeister lieber eine über die Ortsgrenzen beliebte Veranstaltung abdreht, als eine Lösung umzusetzen, wovon sowohl einer der größten Vereine des Ortes als auch die angrenzenden Familien profitieren könnten.“

SPÖ-Bürgermeister Alexander Rüdiger Knaak sieht die Thematik anders. „Dort, wo das ,Rock the Garden“ stattfindet, hat es einmal einen Kinderspielplatz gegeben. Dieser ist vor einigen Jahren abgetragen worden, um Platz für ,Rock the Garden' und den Frühschoppen zu schaffen. Die Fläche war somit nur mehr zwei Tage im Jahr genutzt. Junge Familien haben vehement den Wunsch geäußert, dass wieder ein Spielplatz geschaffen wird. Einer aktuelle Zählung zufolge gibt es dort in der Umgebung Familien mit 60 bis 65 Kindern, die dann den neuen Spielplatz nutzen könnten.“

Laut Knaak hat es zu dieser Thematik mit dem Musikverein „sehr gute Gespräche in einem angenehmen Klima gegeben. Wir haben gemeinsam eine gute Perspektive, gemeinsam einen neuen Standort zu finden. Beim aktuellen Standort kommt noch dazu, dass es dort eine sehr schwierige Parksituation gibt.“

Rock the Garden: Ungewisse Zukunft für das Forchtensteiner Musikfest

© zVg

Ob der Musikverein auch einen neuen Standort präferiert? „ Hier besteht zwischen mir und dem Musikverein ein Konsens, dass es nicht vertretbar ist, dass der Garten der alten Volksschule nur an zwei Tagen benützt wird und der Rest nicht der Bevölkerung zur Verfügung steht. Wir sind uns auch einig. dass es bessere Standorte geben könnte. Wir werden uns gemeinsam anstrengen, eine neue, geeignete Location zu finden.“

Laut Knaak gibt es bereits vier mögliche Plätze, für den neuen Standort des „Rock the Garden“. „Ein weiterer, fünfter könnte hinzukommen.“

Warum der vom Musikverein vorgelegte Entwurf nicht umgesetzt wird, erklärt Knaak wie folgt: „Die Fläche, die zur Verfügung gestanden wäre, wäre sehr klein gewesen. Wir haben angeregt, diese zur Seite hin zum Gebäude zu verbreitern. Dies wäre nicht möglich gewesen, weil dort beim ,Rock the Garden' stets der Langos-Wagen platziert ist. Diese Lösung wäre nur ein Alibi-Spielplatz gewesen. Ich möchte ausdrücklich festhalten, dass ich größtes Interesse daran habe, dass es das ,Rock the Garden' weiterhin gibt.“

Musikverein präferiert nach wie vor den aktuellen Standort

„Das Grundstück ist im Besitz der Gemeinde. Wenn dort ein Spielplatz gebaut wird, werden wir uns natürlich fügen, dies ist kein Thema. Ich denke, unsere vorgeschlagene Variante für den Spielplatz hätte jedoch Sinn gemacht. Wir sind schon bei der Evaluierung eines neuen Standortes - beim Ziegelofen, dem Forfel-Parkplatz oder ein 'Rock am Lake', also beim Stausee sind mögliche Varianten“, erläutert Lukas Dirnberger, Medienreferent des Musikvereins. Dirnberger weiter: „Unser favorisierter Standort ist jedoch nach wie vor unser Musikheim, wir haben die ganze Infrastruktur dort. Wir haben das Heim renoviert und hergerichtet - auch dass wir die Veranstaltung so einfach wie möglich umzusetzen können. Ob wir das Event wo anders auch ,personaltechnisch' stemmen können, ist ungewiss, wir sind jetzt schon mit unserer Mannschaft am Limit. Und ob ein neuer Standort aus finanzieller Sicht Sinn macht, müsste erst eruiert werden.“