Burgenlandliga: Kurioses, Comebacks und ein Ende mit vier Toren

Streifzug durch 16 Klubs

Deutschkreutz hatte vor dem Anpfiff gegen Edelserpentin mit einem kurzfristigen Ausfall ein schlechtes Omen – und nahm es prompt als gutes Zeichen. Der 4:0-Heimsieg war nur eine von vielen Geschichten des Landesliga-Wochenendes: Trainer mussten improvisieren, Stürmer verzweifelten an einfachen Chancen, Routiniers trafen doppelt und ein 16-Jähriger feierte sein Startelfdebüt.

Von Von BVZ Redaktion

Burgenlandliga: Kurioses, Comebacks und ein Ende mit vier Toren

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Deutschkreutz.Gegen Edelserpentin war für Deutschkreutz eigentlich schon vor Anpfiff alles angerichtet, den ersten Heimsieg seit Mitte Mai zu feiern. Das Aufwärmprogramm verlief gut, jeder Spieler musste sich persönlich Gedanken machen, was er besser machen könnte, um endlich wieder zu Hause zu gewinnen, und Reservecoach Robert Strobl fand kurz vor Ankick passende Worte. Einen Dämpfer mussten die Kreitzer allerdings im Vorfeld des 4:0-Sieges hinnehmen. Klaus Furtner gab kurz vor Spielbeginn w.o., wofür Eric Neubauer in die Startelf rückte. Die schlechten Vorzeichen waren gleichzeitig aber gute. Neubauer spielte im letzten Rückrundenspiel der abgelaufenen Saison in Stuben rechts in der Viererkette, und schon damals siegte man mit vier Toren Vorsprung (5:1).

Oberpullendorf.Nachdem Florian Hotwagner vor zwei Wochen seinen Kapitän Andreas Hofer in die Innenverteidigung beordern musste, stand er auch vergangenes Wochenende vor einer kniffligen Aufgabe. Stürmer Oliver Tihanyi fiel aufgrund von Leistenproblemen aus. Sein etatmäßiger Ersatz wäre wohl Raphael Fischer, doch der fehlt verletzungsbedingt noch länger. Nachdem viele Zalan Kallai in der Startelf erwartet hätten, überraschte Hotwagner mit einem anderen Zugang. Sebastian Frittum rückte vom zentralen Mittelfeld in die Sturmspitze, um primär Bälle zu sichern und als kurze Anspielstation zu agieren. „Das hat er auch richtig gut gemacht", lobte Hotwagner. Oberpullendorf verlor in Neusiedl aber dennoch mit 1:2.

Lackenbach.„Es ist bezeichnend für seine Situation“, sagte Lackenbachs Trainer über Milan Hajmasi, als der freistehend im Fünferraum Eberaus Goalie Sebastian Kracher in die Hände schoss. Kurz darauf schloss er eine deutlich anspruchsvollere Situation mustergültig ab. Es ist ein klassisches Stürmerproblem, wenn die einfachsten Chancen nicht verwertet werden und die schwierigen Abschlüsse sitzen. Hajmasi verfolgt das schon etwas länger. In der Woche zuvor hatte er gegen Leithaprodersdorf gleich mehrere hochkarätige Chancen am Fuß, auch zu Beginn der Saison in St. Margarethen und zu Hause gegen Klingenbach wären Treffer durchaus möglich gewesen. So hält der Ungar bisher bei lediglich zwei Saisontoren. Immerhin sorgte er mit den beiden Treffern für zwei der drei Lackenbacher Punkte.

Rust. Özgür Nurlu fehlte am Dienstag beim Training, weil er beruflich in London war. „Und am Donnerstag bin ich dann in Straßenkleidung beim Training gewesen. Mein Flieger hatte Verspätung, und ich bin direkt vom Flughafen nach Rust“, sagte Nurlu schmunzelnd. Der bedankte sich bei seinem Co-Trainer. „Christoph Müllner hat mich ganz großartig vertreten.“ Der Co-Trainer fehlte gegen Halbturn, er konnte sich nicht auf die Bank setzen, weil er beruflich verhindert war. Müllner ist Polizist und hatte am Samstag Dienst.

Leithaprodersdorf. Marco Pöschl wurde beim 4:1-Sieg eingewechselt und durfte nicht ganz eine halbe Stunde spielen. Weil in Pama schon um 11 Uhr angepfiffen wurde, spielte die Reserve danach. Der 19-Jährige war der einzige Leithaprodersdorfer, der auch dort spielte, im Gegensatz zu Pama, das gleich drei Spieler einsetzte, die auch in der Kampfmannschaft eingetauscht wurden. Leithaprodersdorf gewann 4:0, Marco Pöschl schoss zwei Tore und wurde kurz vor Schluss - wie auch der Pama-Spieler Sebastian Aigner - wegen einer Auseinandersetzung ausgeschlossen.

St. Margarethen. Gleich drei Mal kommt es am Samstag zum Duell mit Neusiedl. Die Männer des Ostliga-Absteigers sind nach sieben Runden noch ungeschlagen, die Reserve hat erst ein Spiel verloren. Nach den Männern spielen die Frauen, auch die haben ihr erstes Spiel in dieser Landesliga-Saison verloren. „Da trifft es sich gut, dass auch wir vorne mitspielen“, sagt St. Margarethens Obmann Andreas Schuster. Die Männer sind Vierter, liegen nur einen Punkt hinter Neusiedl. Die Frauen sind gar Tabellenführer. Und nach dem Spiel steigt dann noch das Oktoberfest auf dem Sportplatz.

Klingenbach. Marco Laubner erzielte beim 4:1-Erfolg der Reserve zwei Tore. Damit ist der 35-Jährige Zweiter in der Torschützenliste. Der hochgewachsene Stürmer ist in der Klubführung als Vorstandsvorsitzender für Kommunikation und als Sektionsleiter aktiv und arbeitet als Lehrer an der Mittelschule in Siegendorf. Laubner hält bei einem Schnitt von einem Tor pro Spiel, weil zwei Partien abgesagt wurden, da die Gegner keine Reserve stellen konnten. In der Kampfmannschaft hat er zuletzt vor zwei Jahren gespielt, es war die letzte von 167 Burgenlandliga-Partien für Klingenbach.

Kohfidisch.Kohfidisch holte gegen Sankt Margarethen noch ein 0:2 auf, traf in der Nachspielzeit zum 2:2. Nach dem Ausgleich brachen bei Julian Binder alle Dämme: Der bereits ausgewechselte Kapitän stürmte aufs Feld – und sah dann von Schiedsrichter Imre Jeger die Rote Karte. „Beim Reinlaufen hat ihm Thomas Jusits das Haxerl gestellt, daraufhin gab es einen kleinen Konflikt. Aber Julian hat sich nichts zu schulden kommen lassen, ist lediglich reingelaufen. Für mich eine sehr harte Rote Karte“, so der Sportliche Leiter Thomas Polzer.

Eberau.Die vielen Verletzten machen es Eberau derzeit schwer, einer, der die Gunst der Stunde nutzte, ist Robin Lendl. Der 16-Jährige zeigte in den letzten Wochen mit guten Leistungen im Training auf, stand deshalb am Samstag in Lackenbach zum ersten Mal in der Startelf und feierte sein Debüt.

Pinkafeld. Für Pinkafeld geht es Schlag auf Schlag, nach Bad Sauerbrunn ist vor Leithaprodersdorf – auf die Südburgenländer wartet der nächste Kracher. Trainer Beni Posch vor dem Spiel: „Wir fahren hin, um zu punkten.“

Edelserpentin.7 Spiele, 20 Gegentore. Das ist zu viel, wenn es nach Edelserpentins Trainer Michael Horvath geht. „Wir müssen das schleunigst in den Griff bekommen, die Defensive ist das Um und Auf in einer langen Saison.“

Bad Sauerbrunn.Für den Leader gab es auch im dritten Auswärtsspiel in dieser Saison drei Zähler. Nach dem 3:1 in Eberau, dem 3:2 in Lackenbach folgte nun ein 1:0 in Pinkafeld. Damit ist Bad Sauerbrunn gemeinsam mit Deutschkreutz das einzige Team, das in der Fremde makellos ist. Und ausgerechnet die Mittelburgenländer gastieren nun im Wetterkreuzstadion.

Halbturn. Trainer Peter Herglotz hatte beim 1:4 gegen Rust schon beim Aufwärmen kein gutes Gefühl. „Ein Teil der Spieler war nicht bei der Sache“, beobachtete der Coach vor allem bei seinen Offensivkräften eine gewisse Laschheit. Genau diese Haltung setzte sich laut Herglotz im Spiel fort. Sein ernüchterndes Fazit: Es sei die bislang schlechteste Leistung der Halbturner in der Landesliga gewesen.

Pama. Er kam, sah und traf: Marcel Szikonya stand beim 1:4 gegen Leithaprodersdorf erstmals in dieser Saison von Beginn an auf dem Platz, trug gleich die Kapitänsschleife und erzielte den einzigen Treffer der Pamaner. Zum Punktgewinn reichte sein Comeback-Tor zwar nicht, dafür darf sich der SK Pama darüber freuen, dass ein wichtiger Führungsspieler wieder zurück ist.

Neusiedl. Sieben Spiele, keine Niederlage: Der SC Neusiedl am See ist mittlerweile die einzige Mannschaft der Landesliga mit weißer Weste. Nachdem Pinkafeld am Wochenende erstmals patzte und Neusiedl Oberpullendorf mit 2:1 bezwang, steht der NSC alleine ohne Niederlage da. Nun wartet allerdings die schwierige Auswärtspartie in St. Margarethen. Dort gilt es laut Sportlichem Leiter Gernot Tick, die bisherigen Leistungen erneut zu bestätigen. „Wir wollen das Märchen im Märchenpark verlängern.“

Neudorf/Parndorf Juniors. Enttäuscht war Christoph Tischler nach dem 0:1 gegen Klingenbach lediglich über das Ergebnis. Seine Mannschaft nahm der Trainer ausdrücklich in Schutz, denn sie hatte einen Altersdurchschnitt von gerade einmal 19,9 Jahren. „Es fehlt uns noch die Abgebrühtheit“, weiß Tischler. Die Partie sieht er deshalb auch als weitere Erfahrungssammlung. Fortschritte erkennt er ohnehin: „Vor drei oder vier Monaten hätten wir so ein Spiel sicher mit 0:3 oder 0:4 verloren.“