Burgenlandliga-Schmankerl: „Rekord-Anreise“ und Joker-Tore

Streifzug durch 16 Klubs

Anton Fellinger überzeugt bei seinem Pflichtspieldebüt, Noah Precilla sticht erneut als Joker und Eberau hält weiter die Null. Dazu sorgt ein Trainer mit der wohl kürzesten Auswärtsanreise der Saison für eine kuriose Geschichte.

Von Von BVZ Redaktion

Jubelnder Joker: Noah Precilla traf in beiden bisherigen Burgenlandliga-Runden nach seiner Einwechslung. Und beim Cup-Krimi in Rohrbach verwandelte er den entscheidenden Elfer.

Jubelnder Joker: Noah Precilla traf in beiden bisherigen Burgenlandliga-Runden nach seiner Einwechslung. Und beim Cup-Krimi in Rohrbach verwandelte er den entscheidenden Elfer.

© Martin Ivansich

Deutschkreutz.Anton Fellinger wechselte im Sommer fix zu Deutschkreutz. Anfangs hatte der Youngster noch mit Verletzungssorgen zu kämpfen. Mittlerweile befindet sich der Korneuburger wieder im vollen Trainingsbetrieb und kam vergangenen Freitag auch zu seinem ersten Pflichtspieleinsatz. Gegen Kohfidisch stand der 18-Jährige rund 20 Minuten am Platz und wusste dabei auch vollends zu überzeugen. "Es war sehr erfreulich, dass er eine sehr gute Performance abgegeben hat", lobte Cheftrainer Mike Hartl, der zugleich grünes Licht von Fellingers Physiotherapeuten bekam. Nach dem Spiel gab es keine Belastungsprobleme.

Oberpullendorf.Florian Hotwagner ist drauf und dran, einen skurrilen Rekord aufzustellen. Der Oberpullendorfer Cheftrainer hat die wohl kürzeste Anreise der laufenden Spielzeit vorzuweisen. Der Pinkafelder gastiert mit seinem SCO beim SC Pinkafeld, wo er nicht nur mit seiner Familie lebt, sondern auch einen Cuptitel als Coach feiern durfte. Viele Trainer hat es im rot-goldenen Oberhaus vor ihm wahrscheinlich nicht gegeben, die zu Fuß zum Auswärtsspiel gekommen sind. Ob er sich tatsächlich in die Geschichtsbücher eintragen wird oder doch mit dem Fahrrad zum Spiel kommen wird, bleibt bis Freitagabend wohl ein Geheimnis.

Lackenbach.Das Aufeinandertreffen zwischen Sankt Margarethen ließ im Spielbericht keine großen Anzeichen erkennen, dass es sich um eine unfaire Partie handelte. Schiedsrichter Kemal Kazanci teilte insgesamt 5 Gelbe Karten aus, zwei davon betrafen kritische Äußerungen gegenüber seiner Wenigkeit. Für Zündstoff sorgten allerdings die ungeahndeten Situationen. SVM-Kapitän Mario Wenzl traf Kimi Stammer mit dem Ellbogen im Gesicht, letzterer verlor dabei einen Teil seines Zahns. Im weiteren Spielverlauf bekam auch Robin Nusshall einen Schlag ins Gesicht, der kam aber wortwörtlich mit einem blauen Auge davon.

Bad Sauerbrunn.Der 18-jährige Noah Precilla glänzt in dieser Saison bisher als Joker. Schon beim Sieg gegen Halbturn in der Auftaktrunde traf der Youngster nach seiner Einwechslung zum 3:0-Endstand, jetzt war es noch wichtiger. Im Spitzenspiel gegen Leithaprodersdorf war der quirlige Offensivmann nur sieben Minuten nach seiner Einwechslung zur Stelle und sorgte für das 2:2, das dem Kurort-Team am Ende einen Zähler sicherte. Und am Dienstag beim Elferkrimi im Cup gegen Rohrbach behielt er die Nerven, verwandelte den entscheidenden Elfmeter.

Rust. „Wir haben eine starke Reserve“, sagte Obmann David Stagl nach dem 7:0 gegen geschwächte St. Margarethner. Im zweiten Spiel kam es zum Duell mit der besten Frühjahrs-U23. Klingenbach ging mit 2:0 in Führung, dann sah Stefan Barisits in der 57. Minute die Rote Karte. Die zehn Ruster drehten auf und noch das Spiel. Nach dem 3:2-Sieg hält die Reserve bei sechs Punkten, während die Kampfmannschaft nach zwei Spielen noch ohne Punkt dasteht. Stagl spielte in beiden Partien durch.

Klingenbach. Stefan Schuller heiratete am Samstag, allerdings musste der Tormann am Donnerstag seine weiße Weste ausziehen. In der ersten Partie in Eberau hatte der 28-Jährige sein Tor noch sauber halten können. Auch gegen Rust hielten ihm seine Vorderleute die Gegner in der ersten Halbzeit gut vom Leib. Doch dann war nach einem Eckball der Ruster Innenverteidiger Slavomir Pagac gedankenschneller und erzielte das 1:3. Nach einem dummen Foul im Strafraum kassierte Schuller sogar noch einen zweiten Treffer per Elfmeter.

Leithaprodersdorf. Die Dreifachbelastung geht munter weiter. Weil am 5. September im ÖFB-Cup gegen WSG Tirol gespielt wird, muss das Meisterschaftsspiel gegen Rust neu terminiert werden. Weil der Verband die Partie nicht im November anhängen will, wird schon am 9. September gespielt. Angepfiffen wird um 20 Uhr, allerdings in St. Margarethen. Denn das ist das Ausweichstadion für Ruster Abendspiele. Für Leithaprodersdorf wird es dann schon das neunte Bewerbsspiel seit dem 26. Juli sein.

St. Margarethen. Schon vor dem Spiel machten die Kinderfreunde auf dem Trainingsplatz einen Sport-Parkour für Kleinkinder. Nach dem Spiel wurde gleich daneben das Sommerfest inklusive Weinkost gefeiert. Im Rahmen des Fests wurden die sieben Neuzugänge präsentiert. Es zeigte sich, dass es Fußballer und keine Entertainer waren. Ausnahme war Justin Härtel. Der 31-Jährige mit der deutschen Zunge präsentierte sich als der eloquenteste Neu-Margarethner.

Kohfidisch. Seit dem 5. Juli 2012 schnürte Stefan Gaal für Kohfidisch die Fußballschuhe: 450 Einsätze in der KM, 35 in der Reserve. Jetzt ist Schluss, Gaal beendet seine Karriere, am Freitag beim Heimspiel gegen Deutschkreutz wurde er offiziell verabschiedet. „Stefan kam damals als junger Bursch aus Oberwart zu uns und hat sich zur Vereinslegende entwickelt. Er fehlt nicht nur am, sondern auch neben dem Platz“, so der Sportliche Leiter Thomas Polzer.

Eberau.Zwei Spiele, null Gegentore. 180 Minuten ist Eberau bereits ohne Gegentor, als einziges Team der Liga. Eberau macht damit dort weiter, wo es in der letzten Saison aufgehört hat. Damals stellte man nach dem MSV mit 27 Gegentoren die zweitbeste Abwehr der Liga.

Pinkafeld.Auf Pinkafeld wartet ein besonderes Spiel, am Freitag kommt es zum Duell mit Ex-Trainer Florian Hotwagner. Nach zwei Remis in den ersten beiden Spielen sollen jetzt drei Punkte her. „Wir wollen wieder unseren Stil durchziehen und uns belohnen“, so Trainer Beni Posch.

Edelserpentin.Zwei Spiele, null Punkte. Edelserpentins Start war nicht unbedingt zufriedenstellend, Chancen auf Punkte fand man aber allemal vor. In Rust sollen jetzt die Möglichkeiten besser sitzen, um den heißersehnten „Dreier“ einzufahren.

Halbturn. Er war dieses Mal nicht am "Bankerl" zu sehen: Sportlicher Leiter Werner Hoffmann. Dabei wollte er etwa nicht etwaigen Krisengipfeln mit seinem Arbeitskollegen auf der anderen Betreuerbank, Neudorf-Coach Christoph Tischler, aus dem Weg gehen. Es gab eine ganz einfache Erklärung: "Wir hatten Personalmangel in der Kantine, deswegen war ich dieses Mal dort im Einsatz", so Hoffmann.

Neudorf/Parndorf Juniors. Eine strittige Abseitsszene brachte Neudorfs Coach Christoph Tischler im Match gegen Halbturn auf die Palme. Er kritisierte das deutsche Schiedsrichterteam scharf und schrie: "Wart ihr am Volksfest? Wart ihr beim Büffel?" Gemeint war Entertainer Lorenz Büffel, der tags davor beim Golser Volksfest aufgeigte. Nach dem Spiel klärten die Schiris "Tischi" auf und er hatte tatsächlich Recht. "Sie haben es bestätigt, die waren dort", grinste der Neudorf-Trainer.

SK Pama.Erste Runde 1:3 gegen Neusiedl, jetzt 1:0 in Oberpullendorf. "Die Niederlage hatten wir ganz schnell abgehakt", sagte Pamas Sportlicher Leiter David Pototschnig. Sein Team fand den roten Faden wieder: "Hohes Pressing, schnelle Balleroderung." Das führte zur sofortigen Kehrtwende, Chancen auf einen noch höheren Sieg waren vorhanden.

Neusiedl. Er war wieder da: Tomas Bockay. In der ersten Runde in Pama (3:1) war der Neusiedler Innenverteidiger noch krankheitsbedingt daheim, jetzt feierte er starkes Comeback und gab der Abwehr jene Stabilität, die phasenweise im Match gegen Pama nicht vorhanden war.