Tipps für besseren Durchblick: So gelingt Umstieg auf Gleitsichtbrille

Tag der Brille (23. 4.)

Leichter Schwindel oder unscharfe Sicht begleiten oft die erste Zeit mit einer Gleitsichtbrille. Damit der Umstieg möglichst rasch gelingt, verrät die Landesinnung der Burgenländischen Augen- und Kontaktlinsenoptiker/Optometristen zum Tag der Brille am 23. April ihre besten Tipps.

Von BVZ Redaktion

Kopfschmerzen und leichter Schwindel können den Umstieg auf eine Gleitsichtbrille begleiten.

Kopfschmerzen und leichter Schwindel können den Umstieg auf eine Gleitsichtbrille begleiten.

© Bundesinnung der Augen- und Kontaktlinsenoptiker

Es beginnt meist schleichend: Beim Lesen muss das Buch weiter weggehalten werden, damit die Schrift nicht verschwimmt. Die sogenannte Presbyopie, auch als Alterssichtigkeit bekannt, beginnt bei vielen Menschen mit Mitte 40. „Mit zunehmendem Alter verliert die Linse mehr und mehr die Fähigkeit sich zu wölben, dies ist aber für das scharfe Sehen im Nahbereich wichtig“, erklärt Georg Kettner, Landesinnungsmeister der Burgenländischen Augen- und Kontaktlinsenoptiker.

Ausgleichen lässt sich diese Sehschwäche mithilfe einer Lesebrille. Wer bereits eine Brille trägt, kann zu einer Gleitsichtbrille wechseln. Diese korrigiert gleich mehrere Sehstärken – oben für die Ferne, in der Mitte für mittlere Distanzen und unten für die Nahsicht wie dem Lesen. Der Übergang verläuft fließend, weshalb man von „gleitender“ Sicht spricht.

„Es erfordert etwas Übung, bis man verinnerlicht hat, durch welchen Teil der Brille man jeweils schauen muss“, weiß der Landesinnungsmeister. „Unsere Augen und unser Gehirn sind allerdings sehr anpassungsfähig und finden sich recht schnell mit der neuen Sehsituation zurecht.“

Mit den folgenden einfachen Tipps lässt sich die Eingewöhnungsphase deutlich erleichtern.

1. Häufig tragen: Damit sich die Augen und das Gehirn an die neue Brille gewöhnen können, sollte diese am besten den ganzen Tag und bei den verschiedensten Tätigkeiten getragen werden. So lernt man am schnellsten, durch welchen Bereich der Brille man schauen muss, um optimal zu sehen. Treten Kopfschmerzen oder ein Schwindelgefühl auf, sollte man die Brille absetzen, bis die Beschwerden wieder verschwunden sind.

2. Für beste Sicht im Straßenverkehr:Für die Fernsicht beim Auto- oder Radfahren, um beispielsweise Straßenschilder zu lesen, schaut man durch den oberen Bereich der Brille, für beste Sicht auf das Armaturenbrett ist der mittlere Bereich optimal. Im Straßenverkehr sind wir es gewöhnt, Objekte oder Situationen aus dem Augenwinkel zu beobachten oder nur mit den Augen zu verfolgen, hier braucht es eine kleine Anpassung: Da bei Gleitsichtgläsern die Randbereiche unscharf sind, sollten Brillenträger:innen den Kopf horizontal leicht mitbewegen, um andere Verkehrsteilnehmer „im Auge zu behalten“. „Je hochwertiger die Gläser, desto geringer sind die Unschärfen im Randbereich“, betont Georg Kettner.

3. Sicher Treppensteigen:Beim Treppensteigen schauen Brillenträger:innen meist automatisch durch den unteren Bereich der Brille, dadurch können die Stufen aber unscharf sein. Das liegt daran, dass der untere Brillenbereich auf den Leseabstand eingestellt ist, die Treppe aber, je nach Körpergröße, deutlich weiter entfernt ist. Wichtig ist daher, beim Treppensteigen den Kopf so weit nach unten zu neigen, bis man durch den mittleren Bereich schaut und die Stufen klar erkennt.

4. Komfortabel Lesen: Beim Lesen sollte der Kopf nicht zu stark nach unten geneigt werden, da die Buchstaben sonst schnell verschwimmen. Für eine optimale Sicht wird der Kopf nur leicht gesenkt, während sich die Augen nach unten bewegen. So erfolgt der Blick durch den unteren Lesebereich der Brille.

5. Perfekter Sitz:Bei Gleitsichtbrillen ist der richtige Sitz noch entscheidender als bei einer gewöhnlichen Brille. „Damit die einzelnen Sehbereiche richtig positioniert sind, muss der Punkt, an dem Sie durch das Glas blicken, bei neutraler Augenhaltung mittig liegen“, sagt Kettner. „Verrutscht Ihnen die Brille im Alltag auf der Nase, ist dieser schnell verschoben und Sie sehen nicht mehr scharf. Lassen Sie den Sitz Ihrer Brille von Ihrem:Ihrer Augenoptikermeister:in überprüfen und, falls nötig, anpassen.“

Gewisse Schwierigkeiten bei der Gewöhnung an eine Gleitsichtbrille sind ganz normal. „Nach zwei bis drei Wochen sollten Sie sich an das neue Seherlebnis gewöhnt haben“, so Landesinnungsmeister Georg Kettner.