Ein Lichtblick auf vier Pfoten in der Klinik Oberwart

Theraphiehund

In der Klinik Oberwart gibt es seit Kurzem ein besonders wertvolles Angebot für Patientinnen und Patienten der Palliativstation: das therapeutische Team wird durch den Einsatz von Hündin Lotte erweitert, einem speziell ausgebildeten Therapiehund.

Von BVZ Redaktion

Therapiehündin Lotte ist für die Palliativpatientinnen und -patienten von Oberärztin Katharina Mach eine einfühlsame Begleiterin.

Therapiehündin Lotte ist für die Palliativpatientinnen und -patienten von Oberärztin Katharina Mach eine einfühlsame Begleiterin.

© Gesundheit Burgenland

Für viele Patientinnen und Patienten der Palliativstation sind es ihre letzten Lebensmonate oder -wochen. Viele Eindrücke, Stimmungen und Ängste durchleben sie in dieser herausfordernden Zeit.

Förderung von Kommunikation und Wohlbefinden

Wie ein kleiner Sonnenschein kommt da Hündin Lotte ins Spiel. Mit ihrer Hundeführerin, Oberärztin Katharina Mach, Ärztin in der Klinik Oberwart, spaziert sie freudig, aber sanft ins Patientenzimmer und tastet sich gefühlvoll vor. „Therapiehunde tragen auf vielfältige Weise zur Verbesserung der Lebensqualität ihrer Patientinnen und Patienten bei. Sie fördern soziale Fähigkeiten, bauen Ängste ab und unterstützen die Kommunikation – manche Patienten öffnen sich, sobald Lotte ins Zimmer kommt oder sie erinnern sich plötzlich an frühere Zeiten und geraten ins Schwärmen“, erzählt Mach.

Der Kontakt mit einem Therapiehund senkt nachweislich den Blutdruck und die Herzfrequenz, was zu einer spürbaren Stressreduktion und einer erhöhten Ausschüttung von Oxytocin führt – einem „Glückshormon“, das Wohlbefinden und Geborgenheit fördert.

Empathie für individuelle Unterstützung

Katharina Mach, Ärztin und zertifizierte Hundeführerin, hat ihre Ausbildung für die Arbeit mit Therapiehunden erfolgreich abgeschlossen und bringt nun ihr Wissen und ihre Hündin Lotte in die Klinik Oberwart ein. In der Palliativstation finden die Einsätze je nach Bedarf wöchentlich oder alle zwei Wochen statt. Die Besuche dauern jeweils maximal 45 Minuten, wobei bis zu drei Patientinnen und Patienten besucht werden können. Die Aktivitäten reichen von begleiteten Spaziergängen auf dem Klinikgelände bis hin zu entspannten Streichelstunden, die den Patientinnen und Patienten Trost und Geborgenheit bieten. Wenn nötig, erfolgt auch eine enge Zusammenarbeit mit anderen Therapeutinnen und Therapeuten, wie in der Physiotherapie oder Ergotherapie.

„Einen Therapiehund zeichnet ein besonders menschenfreundliches, kontaktfreudiges und resilientes Wesen aus. Ich als Hundeführerin muss eine enge, vertrauensvolle Beziehung zum Hund pflegen und gleichzeitig flexibel auf die Bedürfnisse der Patientinnen und Patienten eingehen können“, sagt Mach. Die Ausbildung zum Therapiebegleithund ist anspruchsvoll und staatlich geregelt. Sie dauert ein bis eineinhalb Jahre und umfasst sowohl eine theoretische als auch eine praktische Ausbildung für Hund und Hundeführer. Um diese Ausbildung abzuschließen, müssen die Teams eine staatliche Prüfung bestehen und sich jährlich rezertifizieren lassen – was für einen hohen Standard und die Professionalität der Ausbildung spricht.

Ein Lichtblick auf vier Pfoten in der Klinik Oberwart

© Gesundheit Burgenland

Kontinuierliches Training und positives Feedback

Das Feedback der Patienten und des Pflegepersonals ist durchwegs positiv. Um flexibel und bedürfnisorientiert auf die verschiedenen Patientinnen und Patienten eingehen zu können, wird der Therapiehund kontinuierlich in unterschiedlichen Situationen und unter verschiedenen Bedingungen trainiert. Für spezifische Anforderungen, die auf einzelne Patientinnen und Patienten abgestimmt sind, ist es wichtig, sie vorher kennenzulernen und die Bedürfnisse präzise zu erfassen.

Das Angebot des Therapiehundes in der Klinik Oberwart ist eine wertvolle Bereicherung für die therapeutische Arbeit und bietet den Patientinnen und Patienten, neben physischer Unterstützung, vor allem positive Gefühle wie Geborgenheit und Freude, Erinnerungen und ein Lächeln.