Verdacht auf Wolfsrisse im Leithagebirge

Tote Tiere

Zwischen Müllendorf und Steinbrunn sorgt derzeit eine Serie von toten Tieren für Aufsehen. Zudem häufen sich die Meldungen über Wolfssichtungen seit rund einem Monat, erklärt Bezirksjägermeister Gernot Kainz der BVZ. Ob es sich tatsächlich um Wolfsrisse handelt, ist aktuell noch unklar.

Von Von Peter Wagentristl

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© Shutterstock/ambquinn

Während erste Gerüchte rasch die Runde machten, wird nun von offizieller Seite untersucht, ob tatsächlich ein Wolf hinter den Vorfällen steckt. Am Fuße des Leithagebirges bei Steinbrunn und Müllendorf wurden jedenfalls in den vergangenen Wochen mehrere mutmaßlich gerissene Mufflons und Wildschweine gefunden. Auch Fotos von angeblichen Wölfen zirkulieren bereits.

„Es deutet alles darauf hin, dass ein Wolf zugegriffen hat“, so Kainz. Von den betroffenen Tieren wurden Speichelproben entnommen, die aktuell am Forschungsinstitut für Wildkunde analysiert werden. Ein erstes Ergebnis wird noch im Laufe dieser Woche erwartet. „Erst dann kann endgültig geklärt werden, ob ein reinrassiger Wolf oder ein Mischling dahinter steckt“, so Kainz.“

Verdacht auf Wolfsrisse im Leithagebirge

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Derzeit gibt es Hinweise, dass Wölfe am Leithagebirge Tiere gerissen haben - aber keine Beweise. DNA-Analysen von Speichel an den Tierkadavern sollen im Laufe der Woche Aufschluss geben, ob es sich tatsächlich um einen Wolf oder einen Mischling handelt. Bezirksjägermeister Gernot Kainz.

Kainz warnt jedenfalls vor voreiligen Schlüssen. Nachdem die Fundorte in der Nähe von vielbefahrenen Straßen liegen, könne es auch sein, dass es sich bei den Toten um „Verkehrstote“ handelt, und ein Wolf erst dann zugegriffen hat. „Es kann auch sein, dass andere Tiere wie Füchse oder Wildschweine später an den bereits toten Tieren gefressen haben.“

Auch in anderen Regionen wie dem Raum Mattersburg kursieren bereits Gerüchte über Sichtungen sowie Fotos - einige davon hätten sich aber als falsch herausgestellt.

Bisher kein Hinweis auf dauerhaft ansässige Wölfe

Dass der Wolf bereits länger in der Region lebt, wird ausgeschlossen. „Es gibt keine Hinweise auf ein dauerhaftes Vorkommen. Wahrscheinlicher ist, dass es sich um einzelne Tiere handelt, die auf Wanderschaft sind“, so Kainz. Junge Wölfe werden häufig aus dem Rudel verstoßen und legen dann weite Strecken zurück, um ein eigenes Revier zu finden.

Verdacht auf Wolfsrisse im Leithagebirge

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Der Verdacht liegt nahe, dass der Wolf über die Slowakei ins Nordburgenland gekommen sein könnte. Bereits vor etwa einem Monat gab es an der Grenze Niederösterreich/Burgenland/Slowakei Sichtungen.

Keine Meldepflicht, aber Zusammenarbeit erwünscht

Wölfe zählen wie Bären, Luchse oder Greifvögel zu den ganzjährig geschützten jagbaren Wildtieren. Eine Meldepflicht bei Sichtungen besteht nicht. „Es schadet aber nicht, wenn Jäger oder Landwirte verdächtige Spuren melden. Gerade entlang des Leithagebirges, wo es viele Schaf- und Ziegenweiden gibt, wäre erhöhte Aufmerksamkeit sinnvoll“, betont Kainz.

Das Land hat eigene Organe und speziell geschulte Jäger, die sich freiwillig zur Dokumentation gemeldet haben. Diese wissen, wie Proben und Funde korrekt weitergeleitet werden. „Das Thema wird uns auch hier beschäftigen, sollte sich der Wolf tatsächlich ansiedeln“, sagt Kainz.

In der Zwischenzeit hat das Land angekündigt, eine Meldestelle für etwaige Wolfssichtungen einrichten zu wollen.

Was tun, wenn der Wolf wieder heimisch wird?

Sollte der Wolf tatsächlich heimisch werden, steht die Frage im Raum, wie künftig mit dem Tier umgegangen werden soll. „Solange er keinen Jagddruck spürt, wird er sich in einem Gebiet mit viel Wild wie dem Leithagebirge vermutlich wohlfühlen“, erklärt Kainz. Dann könnte er hier auch wieder Familien gründen und sich ausbreiten.

Wölfe galten jahrhundertelang als Feinde des Menschen, doch nach 200 Jahre ohne Bejagung sieht der Wolf den Menschen heute möglicherweise nicht mehr als Bedrohung, so Kainz. In Deutschland zählt man mittlerweile rund 1000 Tiere. Auch dort wurde in den letzten zehn Jahren intensiv über Umgangsstrategien diskutiert. „Das muss nicht gleich heißen, dass man die Wölfe erschießen muss“, betont der Bezirksjägermeister.

Verdacht auf Wolfsrisse im Leithagebirge

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Eine mögliche Rückkehr des Wolfes ins Burgenland wird wohl ähnlich kontrovers diskutiert werden: „Hier gibt es ein Stadt-Land-Gefälle, was den Umgang mit dem Wolf angeht. Es geht dabei nicht nur um Fakten und Zahlen“, weiß auch der Bezirksjägermeister darum, wie emotional die Debatte über den Wolf geführt wird. Dass der Mensch ausgerechnet im Umgang mit den Vorfahren des ,besten Freund des Menschen' derartige Schwierigkeiten habe, entbehre nicht einer gewissen Ironie.

Bis sich der Wolf aber tatsächlich im Burgenland ausbreitet und nicht nur durchzieht, oder gar zum akuten Problem wird, werde aber „noch viel Wasser die Leitha hinunterfließen“, ist sich Bezirksjägermeister Kainz sicher.

Erwartet bei uns ein Wolfspärchen Nachwuchs?

Nach BVZ-Informationen soll es zudem Wildkamera-Fotos von einem Wolfspaar geben, auf dem eine trächtige Wölfin zu sehen ist. Von offizieller Seite bestätigt sind diese Meldungen allerdings nicht.

Triggerwarnung: Dieses Bild zeigt blutige Inhalte und könnte verstörend wirken - klicken Sie weiter/nach rechts, wenn Sie es sehen wollen.

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Diese Bilder von einem zerflederten Kadaver eines Muffelwilds wurden der BVZ zugespielt. Sie wurden zwischen Müllendorf und Steinbrunn aufgenommen. Steckt ein Wolf dahinter?

Diese Bilder von einem zerflederten Kadaver eines Muffelwilds wurden der BVZ zugespielt. Sie wurden zwischen Müllendorf und Steinbrunn aufgenommen. Steckt ein Wolf dahinter?

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