Burg Güssing ein Magnet: Was bleibt für die Stadt?

Touristisches Highlight

Über 16.500 Besucher kamen im Vorjahr auf die Burg Güssing. Mit der Eröffnung der neuen Saison stellt sich aber auch heuer die Frage, wieviel davon auch unten in der Stadt ankommt.

Von Bertie Unger

Die Saison auf Burg Güssing wurde eröffnet.

Die Saison auf Burg Güssing wurde eröffnet.

© Lexi, Jens Krauss

Die neue Burgsaison und der Restaurantbetrieb wurden am vergangenen Freitag mit einer Ausstellung eröffnet. Dass die Anlage ein stabiler Besuchermagnet ist, zeigen die Zahlen: Im vergangenen Jahr wurden auf der Burg Güssing 16.526 Besucher gezählt. Führungen, kulturelle Programme und Veranstaltungen sorgen regelmäßig dafür, dass Gäste nach Güssing kommen.

Stiftungsadministrator Michael Gerbavsits und Bürgermeister Vinzenz Knor sehen die Burg als lebendigen Ort der Begegnung, Inspiration und Identität. „Wir bieten unseren Besucher:innen heuer ein echtes Rundum-Erlebnis – mit neuen Ausstellungen, spannenden Perspektiven auf die Burg und natürlich auch mit dem Burgrestaurant Pelikan. Ich freue mich auf eine aufregende Saison und viele Begegnungen mit Gästen aus der Region und von weiter her“, ergänzt Stiftungskurator Ladislaus E. Batthyány-Strattmann.

So stabil der Magnet oben am Berg auch steht, für Gastronomie, Betriebe und Stadt bleibt die Herausforderung, Gäste länger in Güssing zu halten. Dabei geht es weniger um zusätzliche Programmpunkte als um eine einfache Abfolge: ankommen, verweilen, konsumieren und wiederkommen. Wenn Gäste nach dem Burgbesuch noch durch die Stadt gehen, in einem Café einkehren oder vielleicht sogar eine Nacht bleiben, profitieren Gastronomie, Handel und Nächtigungsbetriebe.

„Burg und Stadt, das ist eine Win Win Situation und da sind wir schon bemüht, die Gäste auch in der Stadt zu halten“, sagt Güssings Bürgermeister Vinzenz Knor. „Gerade im Sommer ist die Stadt ja ein Eye-Catcher, der Blumenschmuck wird gerade hergerichtet und am Hauptplatz gibt es dazu jede Menge Veranstaltungen. Heuer ist das die Jubiläumsveranstaltung der burgenländischen Gemeinschaft Anfang Juli, dann ein Besuch unserer belgischen Freunde mit einem Frühschoppen, das ORF Sommerfest und eine Reihe kleinerer Veranstaltungen“, sagt Knor. „Die Burg schafft den Anlass für einen Besuch. Was danach passiert, entscheidet sich unten in der Stadt“.

Veranstaltungen wie der Kultursommer oder andere Kulturformate bringen zusätzliches Publikum in die Region. Sie sorgen dafür, dass immer wieder neue Gäste nach Güssing kommen und die Burg nicht nur als historischen Ort erleben. „Jeder Euro, der in Kultur investiert wird, kommt mehrfach zurück. Tourismus, örtliche Gastronomie, der Einzelhandel, um nur einige zu nennen, profitieren von den kulturellen Aktivitäten“, sagt Kultursommer Güssing-Intendant Andreas Vitàsek. „Zudem bewirkt die mediale Präsenz und die positive Berichterstattung über die Landesgrenzen hinaus einen Imageschub, der die ganze Region aufwertet. Und in Zeiten, in denen viele Menschen ihren Urlaub lieber zuhause verbringen, gewinnt das kulturelle Angebot vor der eigenen Haustüre immer mehr an Bedeutung“, sagt Vitásek.

Und diese Rolle übernimmt ab Mai das neue Frank Hoffmann Kulturzentrum, das die Burg als Veranstaltungszugpferd ablöst.