Zwei Burgenländer verlegen ihren Arbeitsplatz nach Katar

U17-Weltmeisterschaft

Christoph Witamwas und Patrik Bani sind Teil des österreichischen Betreuerteams bei der FIFA U17-Weltmeisterschaft in Katar.

Von Von Martin Ivansich und Bernhard Fenz

Patrik Bani (Bild links) und Christoph Witamwas (Bild rechts) sind im Betreuerstab des U17-Nationalteams.

Patrik Bani (Bild links) und Christoph Witamwas (Bild rechts) sind im Betreuerstab des U17-Nationalteams.

© ÖFB/Patrick Vranovsky

Im südwestlichen Bereich des persischen Golfs, südlich von Bahrain und nordwestlich der Vereinigten Arabischen Emirate, liegt Katar. Das auf einer Halbinsel gelegene Land erlangte 2022 weltweite Berühmtheit mit der Austragung der Weltmeisterschaft im Dezember.

Argentinien mit Superstar Lionel Messi jubelte sechs Tage vor dem Heiligen Abend über den WM-Titel. Knapp drei Jahre danach ist Katar wieder Schauplatz einer Weltmeisterschaft, diesmal rittern die U17-Teams von 3. bis 27. November um den Titel. Anders als 2022 ist Österreichs Team dabei, und auch rot-goldene Beteiligung findet sich im Betreuerstab von Teamchef Hermann Stadler.

Der gebürtige Stremer Christoph Witamwas, derzeit bei der Austria-Wien-Akademie tätig, ist Teil des „Staffs“ – ebenso wie der Steinberger Patrik Bani, im ganz normalen Fußballalltag U16-Chefcoach der Fußballakademie Burgenland.

Zwei Burgenländer verlegen ihren Arbeitsplatz nach Katar

© ÖFB/Patrick Vranovsky

Sportlich war der Weg nach Katar für das rot-weiß-rote Nachwuchsteam ein schwieriger, aber höchst erfolgreicher. In einer starken Qualifikationsgruppe mit Deutschland, Spanien und Norwegen schaffte die ÖFB-Auswahl den Sprung zur Endrunde – und das mit richtig guten Leistungen (3:3 gegen Spanien, 2:2 gegen Deutschland, 2:1-Sieg gegen Norwegen). „Wir haben in der Qualifikation mit Deutschland und Spanien mehr als nur mitgehalten. Spanien fährt gar nicht zur WM, das zeigt unsere Qualität“, sagt Witamwas. Bani sieht es ähnlich: „Wir sind richtig gut vorbereitet, das zeigen auch die Ergebnisse. Überhaupt ist in der kurzen Zeit eine ganz spezielle Stimmung entstanden. Die Jungs haben eine Gewinnermentalität entwickelt und wollen gemeinsam etwas erreichen, ohne hier das eigene Ego zu sehr in der Vordergrund zu stellen. Es ist eine Freude ihnen zuzusehen und Teil des Ganzen zu sein. Teamchef Hermann Stadler ist hier ein richtiger Leader.“

Am Dienstag hebt der österreichische Tross Richtung Doha ab, wo sich das Team auf die kommenden Aufgaben vorbereitet. In der Gruppenphase warten mit Neuseeland, Mali und Saudi-Arabien drei völlig unterschiedliche Gegner.

Los geht es am 5. November (14.30 Uhr Ortszeit) in der Aspire Academy westlich von Doha gegen Saudi-Arabien, das in Topf vier war. Österreich wurde aus Topf 3 gelost, Neuseeland aus Topf 2 und Mali aus Topf 1. Die besten Zwei der insgesamt 12 Gruppen sowie die acht besten Gruppendritten steigen in das Sechzehntelfinale auf.

„Die Gruppe ist jedenfalls spannend“, unterstreicht Bani die gewisse Ungewissheit. „Im U17-Bereich ist es extrem schwierig, die Gegner einzuschätzen. Speziell von anderen Kontinenten“, erklärt auch Witamwas. „Aber wir rechnen uns in der Gruppe einiges aus.“ Der 38-Jährige wird in Katar im Betreuerteam mitverantwortlich für Gegneranalyse sowie die Vorbereitung von Match- und Trainingsplänen sein. Patrik Bani wiederum, er ist mit 28 genau zehn Jahre jünger als Witamwas, hat seinen Aufgabenschwerpunkt im Bereich der Athletik. „Ich darf schauen, dass die Spieler so fit wie möglich sind. Sie kommen von verschiedenen Vereinen, haben unterschiedliche Belastungen. Wesentlich ist hier einfach, dass alle am Tag X dann auch bestmöglich funktionieren.“

Zwei Burgenländer verlegen ihren Arbeitsplatz nach Katar

© ÖFB/Patrick Vranovsky

Dankbarkeit für die AKA-Freistellung

Sehr zu schätzen weiß Bani übrigens auch den Umstand, für einige Wochen von seinem Arbeitgeber für die U17-WM abgestellt zu werden. „Ich bin sehr dankbar für diese Möglichkeit und es zeigt, dass wir in der Fußballakademie Burgenland nicht nur Spieler, sondern auch Trainer entwickeln. Meine Vorfreude ist irrsinnig groß und ich bin sicher, dass ich sehr viele neue Erfahrungen mitnehmen werde.“ Während Banis WM-Einsatz wird Co-Trainer Clemens Strauß übernehmen, potenzielle Unterstützung seitens des U18-Betreuerstabs oder der sportlichen Leitung inklusive. „Natürlich werde ich auch von Katar aus im regelmäßigen Austausch stehen, das ist sowieso klar.“

Womit wir wieder bei der bevorstehenden U17-WM sind. Bei der abschließenden Frage der Zielsetzung spricht Witamwas das aus, was angesichts der unklaren Gegner-Lage logisch erscheint: „Das Ziel ist es, bei einer Endrunde so weit zu kommen, wie möglich. Zuerst ist aber klar: die Gruppenphase überstehen.“ Für Witamwas ist es die nächste Großveranstaltung im rot-weiß-roten Einsatz. Er war 2022 bereits als Co-Trainer der ÖFB-Frauen bei der EM in England im Einsatz.