Neustart für das „Alte Brauhaus“ in Frauenkirchen

Umbau

Das Traditionswirtshaus wird modernisiert und sucht neue Pächter.

Von Birgit Böhm-Ritter

Paul und Ilona Püspök suchen neue Pächter für das geschichtsträchtige "Alte Brauhaus".

Paul und Ilona Püspök suchen neue Pächter für das geschichtsträchtige "Alte Brauhaus".

© zVg

Das Alte Brauhaus in Frauenkirchen, das seit über 340 Jahren als gastronomischer Treffpunkt dient, wird umfassend saniert. Ab Dezember 2025 schließt das letzte verbliebene klassische Wirtshaus der Stadtgemeinde vorübergehend seine Türen. Die Wiedereröffnung ist für Mai 2026 mit einem neuen Pächterteam geplant.

Umbau sichert Zukunft des letzten Wirtshauses

Das traditionsreiche Gebäude liegt vis-à-vis der Basilika Maria auf der Heide und ist eng mit der Geschichte der Stadt verbunden. Erstmals erwähnt wurde das Gebäude 1671 als Ort, „allwo man ietzo den Hofwein ausleite“. Acht Jahre später ließ die Fürstenfamilie Esterházy im vorderen Teil das „Alte Wirtshaus“ errichten, 1718 kam ein Brauhaus im hinteren Gebäudetrakt dazu. In der Folge wurde das Ensemble mehrfach erweitert, saniert und umgebaut.

Zwischen 1740 und 1962 führten verschiedene Pächter das Wirtshaus, das unter mehreren Namen bekannt war: „Zum weißen Lämpl“, „Goldenes Lämpl“, „Bei der goldenen Kron“, „Zum Storch“. 1855 wurde der Braubetrieb eingestellt, das Gebäude diente fortan primär gastronomischen Zwecken. 1962 kaufte Tibor Püspök das Anwesen, sein Sohn Paul übernahm es 1970 gemeinsam mit seiner Frau Marianne. Sie nannten das Wirtshaus „Altes Brauhaus“.

Neustart für das „Alte Brauhaus“ in Frauenkirchen

© zVg

Seit 2004 führte Tochter Ilona Püspök den Betrieb. Als temperamentvolle „Paprikawirtin“ prägte sie zehn Jahre lang den Charakter des Hauses bis 2015 das Pächterpaar Katarina und Daniel Hickel den Betrieb übernahmen. Weil der bestehende Pachtvertrag Ende 2025 ausläuft, wird das Gebäude nun modernisiert und für neue Pächter vorbereitet. „Wir wollen einen Neuanfang ermöglichen, der die Geschichte des Hauses achtet und zugleich in die Zukunft weist“, erklärt Ilona Püspök.

Laut Püspök sei das Gebäude teilweise denkmalgeschützt, was bei der Planung besondere Rücksichtnahme erforderte: „Es wird nur jener Teil des Hauses umgebaut, der nicht unter Denkmalschutz steht.“ Aus dem angrenzende Stadtcafé, das im September 2025 geschlossen wird, wird eine neue moderne Küche für das „Alte Brauhaus“. Außerdem wird das Arkadenstüberl durch einen Zubau vergrößert, die Sanitäranlagen werden erneuert, und ein bestehendes Wohnhaus soll künftig als Personalunterkunft dienen. Eine Photovoltaikanlage, die bereits in den kommenden Tagen in Betrieb gehen wird, soll zudem die laufenden Energiekosten reduzieren.

Umbau sichert Zukunft des letzten Wirtshauses

In Frauenkirchen ist das Alte Brauhaus die letzte noch bestehende klassische Gastwirtschaft. Wie viele andere Regionen ist auch das Burgenland vom sogenannten Wirtshaussterben betroffen. Mit dem Umbau will man den Fortbestand des Hauses über Generationen sichern. Wer Interesse an einer künftigen Pacht hat, kann sich direkt bei Ilona Püspök melden.

Ein Wirtshaus ist schließlich „mehr als ein Ort zum Essen – es ist ein sozialer Mittelpunkt“, heißt es in der Aussendung über den Umbau. Sie seien Orte des Austauschs, der Geselligkeit und des gemeinschaftlichen Lebens. Niemand weiß das besser als Ilona Püspök, die in der Region immer noch als „Paprikawirtin“ bekannt ist.

Die Neueröffnung mit neuem Team ist für Mai 2026 geplant. Bis dahin wird gebaut – und gehofft, dass der historische Wirtshausbetrieb in Frauenkirchen weiterlebt.

Kontakt für Interessierte:
Ilona Püspök
ilona.puespoek@gmail.com
0676 3059659