Burgenlands Vorstoß gegen invasive Arten scheitert in Eisenstadt

Naturschutz

Das Burgenland forderte bei der Naturschutzreferentenkonferenz ein österreichweites Verkaufsverbot für Kirschlorbeer und andere invasive Pflanzen. Der von Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner eingebrachte Antrag fand jedoch keine einstimmige Mehrheit.

Von BVZ-Redaktion

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner bei der Naturschutzreferent:innenkonferenz in Steyr

Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner bei der Naturschutzreferent:innenkonferenz in Steyr

© Büro LH-Stv. In Haider-Wallner

Das Burgenland brachte am Donnerstag bei der Naturschutzreferentenkonferenz in Eisenstadt einen Antrag zum Umgang mit invasiven gebietsfremden Arten ein. Auf Initiative von Landeshauptmann-Stellvertreterin und Naturschutzlandesrätin Anja Haider-Wallner sollte die zuständige Länderexpertenkonferenz prüfen, ob eine österreichische Liste invasiver Arten erstellt werden kann. Ziel des Vorstoßes war es, wirksame Maßnahmen bis hin zu nationalen Verkaufsverboten für Pflanzen zu ermöglichen, die in Österreich große Schäden verursachen, aber nicht auf der EU-Unionsliste stehen. Da der Antrag im Rahmen der Konferenz jedoch nicht einstimmig angenommen wurde, gilt er vorerst als nicht beschlossen.

Hohe Kosten durch Kirschlorbeer und Co

„Invasive Arten zählen weltweit zu den größten Bedrohungen für die Biodiversität. Wenn wir unsere heimischen Lebensräume schützen wollen, müssen wir dort ansetzen, wo Ausbreitungen noch verhindert werden können. Es ist nicht nachvollziehbar, dass Pflanzen, die nachweislich heimische Arten verdrängen und hohe Folgekosten verursachen, weiterhin uneingeschränkt verkauft werden dürfen“, betont Haider-Wallner. Solche Gewächse stellen den Naturschutz vor große Herausforderungen, verursachen erhebliche wirtschaftliche Schäden in der Land- und Forstwirtschaft und beeinträchtigen die Infrastruktur. Europaweit werden die Kosten für Kontrolle, Bekämpfung und Schadensbeseitigung auf mehr als zehn Milliarden Euro jährlich geschätzt.

Burgenlands Vorstoß gegen invasive Arten scheitert in Eisenstadt

© BVZ/Kirchmeir

Während die derzeit geltende EU-Verordnung 114 Tier- und Pflanzenarten umfasst, kommen viele davon in Österreich gar nicht vor. Gleichzeitig breiten sich hierzulande andere invasive Arten wie die Robinie, die Kanadische Goldrute, Bambusarten, der Blauglockenbaum oder der beliebte Kirschlorbeer zunehmend aus, ohne von den EU-Regelungen erfasst zu werden. „Wir brauchen Instrumente, die auf die tatsächlichen Herausforderungen in Österreich abgestimmt sind“, fordert Haider-Wallner. „Prävention ist dabei deutlich wirksamer und kostengünstiger als spätere Bekämpfungsmaßnahmen.“

Vorbild Schweiz

Besonders deutlich zeigt sich die Problematik am Kirschlorbeer. Die als Zierpflanze eingeführte Art breitet sich durch von Vögeln verbreitete Samen zunehmend in naturnahen Lebensräumen aus und verdrängt heimische Gewächse. Während die Schweiz den Verkauf bereits verboten hat und Deutschland über Maßnahmen diskutiert, ist die Pflanze in Österreich weiterhin frei erhältlich. „Der Kirschlorbeer zeigt exemplarisch, warum wir jetzt handeln müssen“, erklärt die Landesrätin. Es bleibt abzuwarten, ob die anderen Bundesländer künftig einlenken. Das Burgenland kündigte jedenfalls an, das Thema weiterhin auf politischer und fachlicher Ebene voranzutreiben und den Handlungsbedarf bei invasiven Arten zu unterstreichen.