Finissage: Viola Karal nimmt Abschied von Oberpullendorf

Umzug nach Kärnten

Musikerin und Künstlerin Viola Karal zieht mit ihrer Familie nach Kärnten. Ihre große Bilderausstellung im Privatmuseum „Unser Kulturgut“ (ehemalige Bücherstube Hotz-Behofsits, Hauptstraße 8), die seit zwei Jahren zu besichtigen ist, läuft daher mit Ende Juni aus.

Von Michaela Grabner

Margarete Hotz-Behofsits und Viola Karal möchten bis Ende Juni noch möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich an den einzigartigen Zeichnugen von Viola Karal über das Leben von früher in Mitter- und Oberpullendorf zu erfreuen.

Margarete Hotz-Behofsits und Viola Karal möchten bis Ende Juni noch möglichst vielen Menschen die Möglichkeit geben, sich an den einzigartigen Zeichnugen von Viola Karal über das Leben von früher in Mitter- und Oberpullendorf zu erfreuen.

© Hotz-Behofsits

Graphitzeichnungen von Menschen, Bräuchen und Gebäuden aus Mitter- und Oberpullendorf, Heiligenbilder und Porträts, darunter ein ganz neues von Papst Franziskus beim Segen am Ostersonntag können in den nächsten Wochen noch besichtigt und auch erworben werden. Für Donnerstag, den 26. Juni (19 Uhr), ist eine Finissage geplant, bei der die Künstlerin und Musikerin, die Jahrzehnte ihres Lebens in Oberpullendorf verbracht hat, offiziell durch Bürgermeister Johann Heisz verabschiedet wird.

1968 kam Viola Karal aus Preßburg (Slowakei) nach Österreich, wo sie bis 2000 an der Zentralmusikschule Oberpullendorf arbeitete. Zusammen mit der Dichterin und Gesangspädagogin Erzsébet Lévay hat sie mehrere mehrsprachige Lieder- und Gesangsbücher herausgebracht. Schon bei ihrer Tätigkeit als freie Mitarbeiterin beim ORF-Landesstudio Burgenland für ungarische Sendungen hat sie begonnen, die Sprache der Burgenlandungarn aufzunehmen. So sind unzählige Originalaufnahmen mit alten Ungarn aus Ober- und Mitterpullendorf ihr Verdienst, die noch in ursprünglichem ganz seltenen Dialekt gesprochen haben. Auch an einer CD mit Märchen des Mitterpullendorfer Märchenerzählers János „Kilenc“ Ribarics, die 2012 erschienen ist, hat sie mitgearbeitet.

Anlässlich ihres 85. Geburtstags im Jahr 2023 hat Viola Karal mit Unterstützung von Margarete Hotz-Behofsits einen Grafik-Bildband über die Heiligen der Àrpàd-Dynastie herausgebracht. Ein Jahr davor erschien ihr Buch „Das alte Pullendorf und die Künstlerin Prof. Viola Karal“, ein Stück Zeitgeschichte mit persönlichem Anstrich. Es vereint Graphitzeichnungen von Menschen, Bräuchen und Gebäuden aus Mitter- und Oberpullendorf, und Geschichten von früher, die ihr ihr Mann aus seiner Kindheit erzählt hatte. Anhand dessen Familie lieferte Karal mit ihrem Buch ein persönliches Spiegelbild des dörflichen Lebens in Mitterpullendorf in der Kriegs- und Nachkriegszeit, um es so für die Nachwelt festzuhalten. Und Bilder aus eben diesen beiden Büchern sind noch bis Ende Juni bei „Unser Kulturgut“ zu sehen.

Die Bilder- und Bibel-Ausstellung sowie das Privatmuseum „Unser Kulturgut“ Blaudruck, Schreibgeschichte und mehr, laden übrigens während des großen Jubiläums-Wochenendes anlässlich „800 Jahre Stadt“ von 23. bis 25. Mai auch Samstag und Sonntag zu „Tagen der offenen Tür“ ein.