25 Jahre zweisprachige Ortstafeln: Jubiläum der kulturellen Vielfalt

Volksgruppen

Vor 25 Jahren wurden im Burgenland die ersten zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt, ein bedeutendes Symbol für die Anerkennung der Volksgruppen und die Förderung der kulturellen Vielfalt. Am Freitag wurde dieses Jubiläum mit einem Festakt in Großwarasdorf/Veliki Borištof gefeiert, dem historischen Standort der ersten Tafel, die 2000 von Bundeskanzler Wolfgang Schüssel und Landeshauptmann Karl Stix enthüllt wurde.

Von Julia Pekovits

Feierliches Jubiläum in Großwarasdorf: Vor 25 Jahren wurden im Burgenland die ersten zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt – ein Symbol für kulturelle Vielfalt, gelebte Mehrsprachigkeit und das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen.

Feierliches Jubiläum in Großwarasdorf: Vor 25 Jahren wurden im Burgenland die ersten zweisprachigen Ortstafeln aufgestellt – ein Symbol für kulturelle Vielfalt, gelebte Mehrsprachigkeit und das friedliche Zusammenleben der Volksgruppen.

© Julia Pekovits

Die Einführung der zweisprachigen Ortstafeln war das Ergebnis jahrzehntelanger Kämpfe der Volksgruppen, deren Rechte bereits 1955 im Staatsvertrag verankert wurden. Trotz dieser rechtlichen Grundlage verzögerte sich die Umsetzung aufgrund politischer Uneinigkeiten. Aktivistinnen und Aktivisten der Volksgruppen stellten zunächst eigenhändig selbstgemachte Ortstafeln auf, die jedoch von den Behörden entfernt wurden.

Erst unter der Regierung Schüssel wurde 2000 die erste offizielle zweisprachige Ortstafel aufgestellt. Der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel bezeichnete die Tafeln als „Symbol dafür, dass Volksgruppen ein bedeutender Teil Österreichs sind“ und erinnerte daran, dass sie auch Ausdruck persönlicher kultureller Identität seien. „Als Außenminister habe ich das immer als Schande empfunden, dass Österreich sich jahrzehntelang um diese Verpflichtung herumgedrückt hat“, so Schüssel.

Jubiläumsfest bei historischer Ortstafel

Die Jubiläumsveranstaltung begann mit einem Empfang bei der historischen Ortstafel, musikalisch begleitet von Tamburica-Klängen der zweisprachigen Mittelschule Großwarasdorf. Diese setzte mit Gesang und einem humorvollen, aber kritischen Sketch auch selbst Akzente, indem sie auf Lücken bei der gelebten Zweisprachigkeit aufmerksam machte.

25 Jahre zweisprachige Ortstafeln: Jubiläum der kulturellen Vielfalt

© Julia Pekovits

Ein Höhepunkt des Festakts war die Podiumsdiskussion in der KUGA, moderiert von Roman Roblek. Mit dabei waren unter anderem der ehemalige Bundeskanzler Wolfgang Schüssel, Ex-Nationalratspräsident Andreas Khol, die Südtiroler Politikerin Martha Stocker, Landesrat Heinrich Dorner, DOMOWINA-Vertreter Julian Nyča sowie Josef Buranits, Generalsekretär des Österreichischen Volksgruppenzentrums.

Die Diskussion schlug eine Brücke von der Vergangenheit zur Zukunft und zeigte unterschiedliche europäische Perspektiven der Volksgruppenpolitik. Mehrfach wurde betont, dass nicht allein rechtliche Rahmenbedingungen entscheidend seien – der wahre Schlüssel liege darin, dass die Volksgruppensprachen aktiv gesprochen und im Alltag verwendet werden. „Die Sprache gehört unterstützt – dort muss man ansetzen, dort wird angesetzt. Ich glaube aber, und das sei mir erlaubt, dass wir im Burgenland in den letzten 25 Jahren gezeigt haben, wie ein Miteinander mit den Volksgruppen funktioniert“, so Landesrat Heinrich Dorner.

Zukunftsperspektiven

Der burgenländische „Zukunftsplan 2030“ setzt Schwerpunkte, um diese Entwicklung zu sichern. Neben dem Ausbau von Medienangeboten in Volksgruppensprachen ist vor allem das 2026 geplante Volksgruppenhaus in Oberwart als Begegnungs- und Bildungszentrum vorgesehen. Ziel ist es, Mehrsprachigkeit nicht nur symbolisch, sondern praktisch im Alltag zu stärken.

Die zweisprachigen Ortstafeln sind im Burgenland längst selbstverständlich geworden, doch sie bleiben ein starkes Symbol für Anerkennung, Respekt und Zusammenleben. Das Jubiläum in Großwarasdorf machte deutlich: Entscheidend für die Zukunft der Volksgruppen ist, dass ihre Sprachen nicht nur bewahrt, sondern gelebt und gesprochen werden.

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25 Jahre zweisprachige Ortstafeln: Jubiläum der kulturellen Vielfalt

© Julia Pekovits

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