Vorhang zu für die letzte Greislerin in Tauka

Minihof-Liebau

Nachdem Gabriele Sampt im November in Pension gegangen ist, steht der Nahversorger leer. Jetzt ist klar, es wird keinen Nachfolger geben.

Von stefan kohlmann

Seit 1990 hat Gabriele Sampt ihren Nahversorger geführt. Im November hat sie zugesperrt.

Seit 1990 hat Gabriele Sampt ihren Nahversorger geführt. Im November hat sie zugesperrt.

© BVZ

33 Jahre lang stand Gabriele Sampt tagtäglich in ihrem Kaufhaus. Im November hat sie ihren Ruhestand angetreten und somit eine Ära im Ortsteil beendet.

Die Hoffnung auf einen Nachfolger war groß, aber jetzt steht fest, dass es keinen geben wird. „Das Geschäft bleibt zu“, erklärt Bürgermeister Helmut Sampt.

Für Gabriele Sampt ein nachvollziehbarer, aber trauriger Schritt. „Ich habe jede Woche 70 Stunden gearbeitet. Angestellte kann man sich keine leisten, deshalb verstehe ich, dass das keiner mehr machen will. Ich finde es aber trotzdem schade, da das Geschäft der wichtigste Platz im Ort war, auch als Tratschzentrale.“

Auch aufgrund der steigenden Energiekosten ist es fast unmöglich, einen Nachfolger zu finden. „Ich habe seit Oktober das Dreifache für Strom bezahlt, das ist auch sehr schwer zu stemmen“, erklärt die ehemalige Besitzerin.

Trotz aller Umstände, versuchte man einen Nachfolger zu finden. „Wir haben es immer wieder beworben, aber es hat sich nie wer gemeldet, der das Geschäft übernehmen will“, erklärt der Ortschef.

Ein weiterer Grund dafür könnte sein, so Sampt, dass das Gebäude komplett saniert werden müsste. „Das Haus wurde 1911 gebaut. Es ist zum Beispiel noch ein alter Ölofen drinnen“, so Gabriele Sampt, die weiter meint „jetzt gehen die Leute eben wo anders hin einkaufen, da müssen sie halt zu drei oder vier Geschäften gehen, damit sie alles bekommen, was sie bei mir bekommen haben.“