SPÖ klare Nummer 1 in der Stadt Oberwart

Wahlanalyse

Wenn die Bürgermeister-Partei in der Bezirkshauptstadt knapp 10 Prozent verliert und nur auf Platz 3 landet, ist das bitter, das Ergebnis liegt aber im Trend. Die SPÖ kommt auf 47 Prozent, verliert 2,83 Prozent, legt aber in absoluten Stimmen zu. Die FPÖ knallt ein Plus von 14,62 Prozent auf die Wahltabellen und ist mit 25 Prozent die zweitstärkste Kraft in der Stadt. Die GRÜNEN verlieren 1,7 Prozent, bleiben aber mit 6,5 Prozent in ruhigem Fahrwasser.

Von Bertie Unger

Stadtchef Georg Rosner nimmt seine ÖVP in die Pflicht. Platz 3 in der Stadt tut ihm weh.

Stadtchef Georg Rosner nimmt seine ÖVP in die Pflicht. Platz 3 in der Stadt tut ihm weh.

© Lexi, Jens Krauss

Landtagswahlen sind Landtagswahlen, auf Gemeindeebene sieht das naturgemäß anders aus. Aber die Ergebnisse der Landtagswahlen liefern auch in der Stadt Oberwart eine klare Botschaft. Die politische Landschaft ist im Wandel und besonders die dramatischen Verluste der ÖVP, die als Bürgermeisterpartei knapp 10 Prozentpunkte einbüßte und auf den dritten Platz abrutschte, sind ein Warnsignal für die konservative Partei. Die ÖVP hat es landesweit nicht geschafft, ihre Botschaften bei den Wähler:innen zu verankern und das färbt sich auch auf die Stadt ab

Nicht erfreulich und zu hinterfragen

„Aus der Sicht der ÖVP ist das nicht erfreulich“, sagt Bürgermeister Georg Rosner. „Dass nun Dinge diskutiert werden müssen ist gut, es ist aber schon auch so, dass wir bundespolitisch keinen Rückenwind hatten. Es ist immer schwierig, wenn man nichts verteilen kann.“, sagt Rosner, der aber auch die Arbeit in der eigenen Partei hinterfragt. „Die politische Arbeit zu hinterfragen, muss jetzt schon auch erlaubt sein und das wird auch passieren. Man muss schon auch einen gemeinsamen Nenner mit der SPÖ suchen, das ist vielleicht auch zu wenig passiert“, meint Rosner.

„Platz 3 in der Stadt tut sehr weh. Aber die politischen Schwergewichte der anderen Parteien waren schon auch im Bezirk und in der Stadt Oberwart platziert. Das hat natürlich auch abgefärbt. Grundsätzlich ist ein Trend erkennbar, da kannst du als Stadt auch nicht raus. Es gibt nur wenige Ausreisser. Wir haben uns bemüht, aber der Wähler hat entschieden“, bruingt es Oberwarts Stadtchef auf den Punkt. „Auf Gemeinderatsebene hat das glaube ich keine Aussagekraft. Bei der Nationalratswahl war die FPÖ vorne und SPÖ dritter. Eine Gemeinderat ist auch eine Persönlichkeitswahl“, so Rosner. Große Zufriedenheit im SPÖ-Lager

Die SPÖ bleibt trotz leichter Verluste aufgrund der höheren Wahlbeteiligung mit 47 Prozent die klar dominierende Kraft. Die Sozialdemokraten konnten ihre Basis weitgehend stabil halten und wirken als Anker in einer politisch turbulenten Zeit. „In Oberwart haben wir wie erwartet das Ergebnis gehalten und nur minimal verloren“, sagt SPÖ Vizebürgermeister Michael Leitgeb. „Ich sehe, dass wir in der Stadt eine gute Arbeit machen. Da ist schon ein gewaltiger Abstand zur ÖVP, natürlich ist eine Landtagswahl nicht mit Gemeinderatswahlen gleichzusetzen, aber trotzdem brauchen wir uns in der Stadt nicht verstecken. Wir haben in Oberwart ein großes Potential und daran werden wir auch weiter arbeiten. Dass die FPÖ stark wird hat man gewusst“, sagt Leitgeb. „Für das Land ist es wichtig, dass Hans Peter Doskozil weiter Landeshauptmann bleibt. Da wurden viele Projekte begonnen, da kommen noch weitere. Alles andere wäre ein Rückschritt gewesen“, sagt Leitgeb.

„Das ist ein tolles Ergebnis, in absoluten Stimmen haben wir ja dazu gewonnen“, freut sich auch Stadtrat Christian Dax, der wieder in den Landtag einzieht. „Ich bin extrem stolz. 585 Vorzugsstimmen sind ein tolles Ergebnis, ich freue mich dass ich weitere fünf Jahre im Landtag arbeiten darf“, sagt Dax.

Starke FPÖ landet vor ÖVP auf Platz 2

Das starke Abschneiden der FPÖ war keine Überraschung. Platz 2 mit 25 Prozent aber doch, denn immerhin ist mit Barabara Benkö-Neudecker nur ein Platz im Gemeinderat besetzt. „Ich bin sehr glücklich mit diesem Ergebnis, es ist ein sehr aussagekräftiges Ergebnis“, sagt Barbara Benkö-Neudecker.

„Der Grund ist die wirtschaftliche Führung im Land, da sind die Leute nicht unbedingt glücklich mit dem Schuldenstand.“, sagt Benkö-Neudecker, die das Ergebnis schon auch einordnen kann. „Das ist eine Landtagswahl, ob es auf Kommunalebene Rückenwind gibt, werden wir sehen. Mit einem Sitz im Gemeinderat kann man wenig bewirken. SPÖ und ÖVP stehen da immer im Konsens, für mich ist es sehr schwer, irgendetwas durchzusetzen. Ich werde versuchen was möglich ist, muss Oppositionsarbeit leisten“, sagt die FPÖ Gemeinderätin.

Die Grünen, die in Oberwart 6,5 Prozent erreichten, verloren leicht, bleiben aber eine konstante politische Kraft, die im Gemeinderat aber nicht vertreten ist.

Die NEOS und erstmals angetretene Liste Hausverstand spielen in der Stadt Oberwart mit 0,4 und 0,5 Prozent überhaupt keine Rolle.

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