Hans Niessl bastelt schon an seiner Plattform fürs Hofburg-Rennen

Wahlkampf-Unterstützung

Wenn's die SPÖ nicht macht, dann will Alt-Landeshauptmann Hans Niessl mit einer überparteilichen Plattform zur Bundespräsidentenwahl 2028 antreten. Mit der BVZ sprach er über Pläne und Ideen, bundesweit sieht er sich schon nach Unterstützern um.

Von Wolfgang Millendorfer

Der Sport-Präsident will Bundespräsident werden. Alt-Landeshauptmann Hans Niessl hat schon erste Ansagen gemacht.

Der Sport-Präsident will Bundespräsident werden. Alt-Landeshauptmann Hans Niessl hat schon erste Ansagen gemacht.

© APA/EVA MANHART, EVA MANHART

So ganz überraschend kam die Ankündigung ja vielleicht doch nicht, wenn man sich daran erinnert, dass Hans Niessl schon 2022 kurz im Gespräch war. Damals hat sich die SPÖ entschieden, keinen Kandidaten ins Rennen ums höchste Amt zu schicken. Jetzt gibt Niessl seiner Partei quasi eine weitere Chance, hat aber noch einen Plan B in der Hinterhand: eine überparteiliche Kandidatur.

Das sehe er realistisch, sagt Niessl im BVZ-Gespräch: „Der linke Flügel in der Partei wird wahrscheinlich alles unternehmen, damit ich nicht nominiert werde. Aber ich habe ja immer schon gesagt, man muss mit allen reden.“ Damit spielt der Alt-Landeshauptmann auf den aktuellen Bundespräsidenten und das Kräftemessen um den Regierungsbildungsauftrag für die FPÖ an.

Hart greift Niessl Amtsinhaber Alexander Van der Bellen noch nicht an, aber er meint, man müsse in der Hofburg „durchlüften“, und dass Volksnähe wieder gefragt sei. Und der „linke Flügel in der SPÖ“ meint vor allem auch Bundesparteichef Andreas Babler, mit dem Niessl bei einigen Themen nicht einer Meinung ist.

Hans Niessl bastelt schon an seiner Plattform fürs Hofburg-Rennen

© SPÖ Neusiedl am See

Gute Kontakte in alle Richtungen hat Niessl bundesweit, nicht nur als Alt-Landeschef, sondern als Sport-Austria-Präsident, der viel unterwegs ist. Er sei immer wieder darauf angesprochen worden, ob das Bundespräsidenten-Amt nicht etwas für ihn wäre, erzählt Niessl, und noch mehr Reaktionen seien auf seine Ankündigung gekommen. Und das aus Richtung aller Parteien, betont Niessl.

Doskozil ist als Unterstützer fix dabei

Sieben Wahlkämpfe als Spitzenkandidat hat der heute 74-Jährige schon geschlagen - viermal auf Landesebene und dreimal in seiner Heimatgemeinde Frauenkirchen - und er würde es wieder gern machen. Dieses Mal eben im Rennen um die Hofburg. Was nun die tatsächliche Kandidatur angeht, will Niessl noch ein wenig zuwarten. Dahinter braucht es eine bundesweite Organisation und letztlich Geld.

„Ich bin im Gespräch mit einigen, die eine Plattform mitbegründen würden. Dazu ist es noch zu früh, aber es sind einige professionelle Leute dabei“, verrät der Alt-Landeshauptmann der BVZ. Wer seine Kandidatur unterstützen wolle, sei jederzeit willkommen. Einen Namen gibt es auf jeden Fall bereits: Landeshauptmann-Nachfolger Hans Peter Doskozil, der bei seiner Kandidatur für die SPÖ-Spitze wiederum von Niessl unterstützt worden war.

„Es ist kein Geheimnis, dass ich meinem Vorgänger persönlich sehr viel zu verdanken habe und dass er sehr viel für das Burgenland geleistet hat“, ist eine Unterstützung für Doskozil keine Frage. Der SPÖ empfiehlt der Landeshauptmann, diese Option zu prüfen, an Bord ist Doskozil auch, wenn es eine überparteiliche Kandidatur werden sollte.

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Hans Niessl bastelt schon an seiner Plattform fürs Hofburg-Rennen
Aus dem Archiv: Das Sujet zu Hans Niessls erstem Wahlkampf als Landeshauptmann-Kandidat ...

© BVZ-Archiv, SPÖ Burgenland

Hans Niessl bastelt schon an seiner Plattform fürs Hofburg-Rennen
... beim Besuch des japanischen Prinzenpaares 2009 ...

© BVZ-Archiv, Hafner

Hans Niessl bastelt schon an seiner Plattform fürs Hofburg-Rennen
... mit Tourismus-Werbung ...

© BVZ-Archiv

Hans Niessl bastelt schon an seiner Plattform fürs Hofburg-Rennen
... und immer wieder am Fußball.

© BVZ-Archiv

SPÖ-Bundesparteichef Babler hat auf erste Fragen mit einem Verweis auf „geordnete Prozesse in der SPÖ“ verwiesen; man werde sich zeitgerecht über Kandidaten unterhalten, jetzt beschäftige man sich aber mit Themen wie der Inflationsbekämpfung oder dem Wirtschaftswachstum.

Zur aktuellen Politik hat hans Niessl noch einige Anmerkungen, verspricht er: Zunächst unterstützt er den Ruf nach einer Stärkung des Bundesheeres („Als Bundespräsident würde ich jedenfalls dazu Stellung nehmen“) und er erinnert auch daran, schon 2015 angesichts der Flüchtlingswelle von den „Grenzen des Möglichen“ gesprochen zu haben.

Klare Meinungen werde er künftig zu mehreren Themen vertreten, ein Vorgeschmack auf den Wahlkampf. Denn, so Niessl: „Jeder, der mich kennt, weiß: Ein Amt übe ich immer aktiv aus.“