Bluthochdruck: Gesunder Lebensstil senkt Risiko

Welthypertonietag

Im Burgenland ist fast jeder Dritte von Bluthochdruck betroffen, das ist im Bundesländervergleich der höchste Wert. Ab 65 Jahren sogar jeder Zweite - und das oft, ohne es zu wissen. Eine frühe Erkennung und rechtzeitige Behandlung ist besonders wichtig, um schwerwiegende Folgen wie Herzkreislauferkrankungen, Nierenversagen oder Schlaganfälle zu verhindern, betont Dr. Oberärztin Nicole Strubreiter von der Abteilung für Innere Medizin im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Eisenstadt.

Von BVZ Redaktion

Oberärztin Dr. Nicole Strubreiter, Fachärztin für Innere Medizin, Nephrologie und Geriatrie, nimmt eine Blutdruckmessung bei einer Patientin vor. Für das Bludruckmessen zu Hause empfiehlt sie in ruhiger, entspannter Atmosphäre und an mehreren unterschiedlichen Tagen zu messen.

Oberärztin Dr. Nicole Strubreiter, Fachärztin für Innere Medizin, Nephrologie und Geriatrie, nimmt eine Blutdruckmessung bei einer Patientin vor. Für das Bludruckmessen zu Hause empfiehlt sie in ruhiger, entspannter Atmosphäre und an mehreren unterschiedlichen Tagen zu messen.

© KHBB Eisenstadt

Beschwerden wie Kopfschmerzen, Schwindel, Ohrensausen, Sehstörungen, Gesichtsrötung oder Nasenbluten werden oft nicht mit hohen Blutdruckwerten verbunden. „Herzschwäche, Herzinfarkt oder Herzrhythmusstörungen, aber auch chronische Nierenschwäche, Schlaganfälle oder Demenz können entstehen, wenn Bluthochdruck unentdeckt und unbehandelt bleibt“, lässt Oberärztin Dr. Nicole Strubreiter, wissen. Ursachen können Übergewicht, Bewegungsmangel, Stress, hoher Alkohol- oder Salzkonsum und das Rauchen sein. Aber auch organische Erkrankungen wie zum Beispiel Nierenerkrankungen, Hormon- oder Stoffwechselstörungen, Tumore oder eine gewisse genetische Veranlagung sind oft für die Erkrankung verantwortlich. „In zahlreichen Untersuchungen wurde bewiesen, dass ein langfristig zu hoher Blutdruck die Anzahl der gesunden Lebensjahre mindert“, erklärt die Internistin. Jedem Erwachsenen sei deshalb geraten, den Blutdruck regelmäßig zu messen.

Wie misst man richtig?

Zu Hause in ruhiger, entspannter Atmosphäre und an mehreren unterschiedlichen Tagen. Erst dann zeigt sich ein Muster. Messungen in der Ordination oder im Krankenhaus zeigen aufgrund der Nervosität oft zu hohe Werte an. „Ich empfehle bei auffälligen Werten, wenn der daheim gemessene Blutdruck an unterschiedlichen Tagen mehrmals höher als 135/85mmHg ist, beim Hausarzt vorstellig zu werden. Die dokumentierten Messwerte bitte unbedingt zum Arztbesuch mitbringen“, so die Expertin.

Gemessen wird am besten aufrecht sitzend, zum Beispiel auf einem Stuhl mit Rückenlehne, beide Füße am Boden und den Arm auf einem Tisch in Herzhöhe, mit einem geprüften Messgerät mittels Manschette am Oberarm. „Sprechen Sie dabei nicht und vermeiden Sie davor den Konsum von Nikotin, Kaffee oder schwerem Essen“, erklärt Strubreiter. „Bitte achten Sie darauf, dass die Manschette korrekt sitzt. Bei der Anschaffung lassen Sie sich am besten von Fachpersonal, beispielsweise in der Apotheke, beraten.“

Eine medikamentöse Therapie ist abhängig vom individuellen Risiko. Bei Herz- oder Nierenerkrankung, Diabetes oder Übergewicht liegt ein hohes Risiko vor, dann werden auch strengere Zielbereiche angestrebt. Ansonsten besteht die Indikation zur medikamentösen Therapie ab einem Wert von 140/90mmHg. „Der erste Schritt, den Sie jedenfalls selber - je früher desto besser - machen können, ist auf einen gesunden Lebensstil zu achten.“ Regelmäßiger Sport, idealerweise mindestens 150 Minuten moderate Bewegung pro Woche, Gewichtsabnahme, gesunde Ernährung, der Verzicht auf Nikotin, moderater Genuss von Alkohol, Stressreduktion und ausreichend erholsamer Schlaf zählen dazu. „Wenn Sie bereits Medikamente nehmen, dann bitte konsequent, denn eine effektive Blutdrucksenkung schenkt gesunde Lebensjahre und kann Leben retten!“, appelliert die Ärztin.