Wirth fordert Tempo für den Wirtschaftsstandort

Wirtschaftskammer

Die Schließung des Lenzing-Standorts in Heiligenkreuz war das beherrschende Thema beim Sommergespräch der Wirtschaftskammer Burgenland. Präsident Andreas Wirth sieht darin einen Weckruf und fordert bessere Rahmenbedingungen für Unternehmen.

Von Von BVZ Redaktion

Luden zum Sommergespräch: WK-Direktor-Stellvertreterin Doris Granabetter, Hausherr Konrad Robitza, WK-Direktor Harald Schermann und Präsident Andreas Wirth (v.l.).

Luden zum Sommergespräch: WK-Direktor-Stellvertreterin Doris Granabetter, Hausherr Konrad Robitza, WK-Direktor Harald Schermann und Präsident Andreas Wirth (v.l.).

© zVg WKB

Die angekündigte Schließung des Lenzing-Standorts in Heiligenkreuz mit 285 betroffenen Arbeitsplätzen hat auch das Sommergespräch der Wirtschaftskammer Burgenland in der Eisenstädter Weinbar "Das Robitza" geprägt. Dabei zog Wirth eine ernüchternde Bilanz: Viele Herausforderungen hätten sich seit dem Sommergespräch im Vorjahr kaum verändert. Hohe Kosten, überbordende Bürokratie, Fachkräftemangel und eine nach wie vor angespannte Wettbewerbsfähigkeit würden die Betriebe weiterhin belasten. Gleichzeitig betonte er, dass zahlreiche Unternehmen trotz schwieriger Konjunktur investierten, erweiterten und Lehrlinge ausbildeten. Die burgenländischen Unternehmer würden täglich Mut und Durchhaltevermögen beweisen.

Mehr Nachwuchs, weniger Bürokratie

Ein zentrales Anliegen bleibt für die Wirtschaftskammer der Abbau bürokratischer Hürden. Unternehmer sollten sich auf ihre Kunden und Mitarbeiter konzentrieren können, anstatt Zeit mit Formularen und Verfahren zu verlieren. Als positiven Schritt bezeichnete Wirth die Senkung der Lohnnebenkosten. Weitere Entlastungen seien jedoch notwendig, damit österreichische Betriebe im internationalen Wettbewerb bestehen könnten.

Wirth fordert Tempo für den Wirtschaftsstandort

© zVg WKB

Besonderes Augenmerk legte Wirth auf den Fachkräftemangel. Die Wirtschaft müsse junge Menschen frühzeitig für Berufe begeistern. Als Erfolgsprojekt hob er die Future Factory hervor. Dort hätten bereits rund 1.600 Schülerinnen und Schüler aus 73 Klassen Berufe praxisnah kennengelernt. Für das kommende Schuljahr seien bereits etwa 1.700 Jugendliche angemeldet. Die Future Factory sei deshalb nicht nur ein Bildungsprojekt, sondern eine Investition in den Wirtschaftsstandort.

Digitalisierung und Standortanalyse

Auch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz würden die Wirtschaft nachhaltig verändern. Gerade kleine und mittlere Unternehmen benötigten Unterstützung, um die Chancen neuer Technologien nutzen zu können.

Positiv bewertete Wirth zudem, dass die wirtschaftliche Entwicklung mit der Wirtschaftsoffensive des Landes Burgenland wieder stärker in den Fokus rücke. Nun müsse auf Ankündigungen aber auch die Umsetzung folgen. Die Wirtschaftskammer arbeite derzeit an einer umfassenden Standortanalyse, die Stärken und Schwächen des Burgenlands aufzeigen soll. Gemeinsam mit dem Land wolle man daraus konkrete Maßnahmen ableiten, um den Wirtschaftsstandort langfristig zu stärken und Arbeitsplätze zu sichern.