72 Flüchtlinge wurden im Mittelburgenland aufgegriffen

Zahlen steigen leicht an

Die Zahl der Aufgriffe ist in den vergangenen Tagen angestiegen. Die Polizei verstärkte bereits die Streifendichte entlang der Grenze.

Von Isabella Kuzmits

Am Montag in Deutschkreutz. Flüchtlinge gelangten bis in den Ort hinein.

Am Montag in Deutschkreutz. Flüchtlinge gelangten bis in den Ort hinein.

© Privat

In den vergangenen Wochen wurden im Schnitt zwischen vier und zwölf illegal nach Österreich eingereiste Flüchtlinge pro Woche im Bezirk aufgegriffen. Die Zahl ist nun von Samstag bis Dienstag auf 72 angewachsen. Hinzu kam auch die Festnahme eines Schleppers. Dieser brachte vermutlich am Sonntag 19 Personen illegal über die Grenze. Soldaten des Österreichischen Bundesheeres haben den weißen Kastenwagen mit ungarischem Kennzeichen von Sopronkövesd kommend beobachtet und angehalten. Zum Anhaltezeitpunkt befand sich nur der Fahrer, ein Rumäne, im Wagen. Mehrere Indizien deuteten jedoch darauf hin, dass sich vor Kurzem erst Flüchtlinge im Fahrzeug befunden haben. Kurz darauf entdeckte eine Polizeistreife 19 Personen (18 Syrer und einen Afghanen), die sich im Keller des Nikitscher Zollhauses versteckt hatten. Der Rumäne wurde aufgrund des Verdachts der Schlepperei in die Justizvollzugsanstalt Eisenstadt verbracht. Die 19 Migranten stellen keinen Asylantrag.

Am Montag und Dienstag wurden insgesamt 17 weitere Afghanen in Nikitsch aufgegriffen.

Aufgriffe gab es am Samstag (sieben Personen aus Afghanistan) sowie am Montag (20 Marrokaner, ein Afghane, drei männliche Syrer und eine Frau aus Syrien) auch in Deutschkreutz. Am Dienstag-Vormittag wurden zudem drei syrische Staatsbürger und ein Staatsbürger aus dem Jemen in Großwarasdorf angehalten.

Laut Polizei steigt derzeit die Zahl der Aufgriffe leicht an. Ob es jedoch erneut zu einer Welle wie im Jahr 2022 kommen wird, ist derzeit unklar. Im Jahr 2024 (1. Jänner bis 6. August) wurden bisher 158 Flüchtlinge sowie zwei Schlepper im Bezirk Oberpullendorf aufgegriffen. Im Vergleichszeitraum 2023 gab es 3.708 und im Jahr 2022 von 1. Jänner bis 6. August 13.086 Aufgegriffene im Bezirk.

Die Polizei hat bereits die Dichte der Streifen entlang der Grenze und in den betroffenen Gemeinden erhöht.

SPÖ-Klubobmann Roland Fürst kritisierte am Dienstag dieser Woche angesichts der Flüchtlingsaufgriffe im Mittelburgenland: „Egal, was passiert, Bundeskanzler Nehammer und Innenminister Karner legen keine Lösung der Asyl-Problematik vor, die sie schon längst hätten umsetzen können“.