Kinder maßen Temposünder vor der Zemendorfer Volksschule

Zitrone statt Strafe

Mit Äpfeln und Zitronen machten die Schüler:innen der Volksschule Zemendorf am Donnerstag auf ein ernstes Thema aufmerksam: zu schnelles Fahren vor Schulen. Gemeinsam mit der Polizei, der AUVA und dem KFV führten sie eine besondere Verkehrssicherheitsaktion durch.

Von Redaktion BVZ

 Ausgerüstet mit Messpistolen und einer mobilen Tempoanzeige kontrollierten die Volksschulkinder gemeinsam mit der Polizei die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge.

Ausgerüstet mit Messpistolen und einer mobilen Tempoanzeige kontrollierten die Volksschulkinder gemeinsam mit der Polizei die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge.

© KfV

Ein ungewöhnlicher Anblick bot sich gestern vor der Volksschule Zemendorf: Ausgerüstet mit Messpistolen und einer mobilen Tempoanzeige kontrollierten die Volksschulkinder gemeinsam mit der Polizei die Geschwindigkeit vorbeifahrender Fahrzeuge. Wer sich an das Tempolimit hielt, wurde mit einem Apfel belohnt. Wer zu schnell unterwegs war, erhielt eine saure Zitrone – und eine höfliche Ermahnung.

Die Aktion ist Teil der Initiative „Nimm dir Zeit für meine Sicherheit“, die von der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt (AUVA) und dem Kuratorium für Verkehrssicherheit (KFV) ins Leben gerufen wurde. Ziel ist es, Fahrzeuglenkende für die Gefahren überhöhter Geschwindigkeit – besonders im Umfeld von Schulen – zu sensibilisieren.

Kinder maßen Temposünder vor der Zemendorfer Volksschule

© KfV, Michael Sabotha

„Mit der Aktion erfüllen wir zwei wichtige Aufgaben auf einmal: Die Schülerinnen und Schüler erlernen spielerisch richtiges Verhalten im Straßenverkehr und übernehmen die Verkehrserziehung der Erwachsenen“, erklärt Ing. Bernd Toplak von der AUVA-Landesstelle Wien. Die Kinder messen selbst die Geschwindigkeit der Fahrzeuge und lernen so, diese besser einzuschätzen.

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Laut Unfallstatistik wurden im Jahr 2024 österreichweit 451 Kinder auf dem Schulweg verletzt. Besonders alarmierend ist, dass fast 60 Prozent der Fahrzeuglenkenden im Ortsgebiet – speziell in Tempo-30-Zonen bei Schulen – zu schnell fahren.

Sabine Kaulich vom KFV betont: „Die teilnehmenden Schüler:innen arbeiten aktiv mit und haben Spaß an der Kommunikation mit den angehaltenen Lenkenden. Unsere Evaluation zeigt, dass diese Aktion einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leistet und von Erwachsenen wie Kindern sehr gut angenommen wird.“

Mit Aktionen wie dieser setzen AUVA und KFV ein starkes Zeichen für mehr Rücksicht und Achtsamkeit im Straßenverkehr – und zeigen, dass auch die Kleinsten Großes bewirken können.