ÖGB-Regionalvorstand Oberwart/Oberpullendorf war beim Kultur- und Netzwerktag in Wien
Augenhöhle gebrochen: 3.420 Euro Geldbuße für Partygast
Bezirk Oberpullendorf
Gut besucht war eine Geburtstagsparty im Bezirk Oberpullendorf, der Alkohol floss reichlich. Nach Mitternacht musste ein Partygast ins Spital gebracht werden. Jener Mann, der ihn verletzt hatte, erhielt jetzt eine Diversion.
Der 22-jährige Angeklagte gab einen Faustschlag zu.
© BVZ/Kirchmeir
Die Partynacht vom 11. Jänner 2026 stand im Mittelpunkt eines Strafprozesses, der am Montag, 27. April 2026 am Landesgericht Eisenstadt stattfand. Dem 22-jährigen Angeklagten wurde eine schwere Körperverletzung vorgeworfen.
Er hatte einem 29-jährigen Partygast einen Faustschlag verpasst. Der 29-Jährige erlitt einen Augenhöhlenbruch und musste operiert werden.
„Wir wohnen in derselben Ortschaft, kennen uns seit eh und je, sind im selben Verein“, sagte der Angeklagte über das Opfer. Ein anderer Partygast, Cousin des Bürgermeisters der Gemeinde, habe ihn in dieser Partynacht beleidigt, gestoßen und gewürgt. Der 29-Jährige, das spätere Opfer, habe ihn in den Oberarm gezwickt und gegen eine Tür gestoßen.
Als er am Weg ins WC gewesen sei, habe ihm der 29-Jährige von hinten „in die Haxen“ getreten. „Beim dritten Mal, es war eine Kurzschlussreaktion, drehte ich mich um und habe ihm eine verpasst. Mit der Faust“, gab der Angeklagte zu.
„Was gab es für Probleme?“, fragte die Richterin. Das konnte der Angeklagte nicht erklären. Bei einer Rempelei sei es passiert, dass sein Bier auf den danebenstehenden Bürgermeister geschüttet wurde. „Es waren Sticheleien, Haxelstellen, Anstoßen. Man kann sich nicht die ganze Nacht lang ausweichen“, sagte der Angeklagte.
„Alle“ seien betrunken gewesen, es sei „viel“ getrunken worden. Um ein Uhr früh kam es dann zu dem Vorfall, weshalb der 22-Jährige vor Gericht musste.
Zeugen schilderten, dass der 22-Jährige auf den bereits am Boden liegenden 29-Jährigen eingeschlagen haben soll. Der Angeklagte gab nur einen Faustschlag zu. „Danach ging ich raus, setzte mich zur Mauer und röhrte“, erinnerte er sich zu. „Es machte mich mental fertig, dass die Rettung einen Kollegen von mir holen muss.“
Er sei gegen zehn Uhr „dazwischengegangen“, als es eine Rangelei zwischen dem Angeklagten und dem Cousin des Bürgermeister gegeben habe, so das 29-jährige Opfer. „Ich dachte dann, ich gehe weg, bin darauf nicht neugierig.“
Gegen ein Uhr früh sei er am Weg zur Toilette zu Sturz gekommen, der Angeklagte habe mit der Faust auf sein Gesicht eingeschlagen. Mehr als einen Monat lang sei er im Krankenstand gewesen.
Mit dem Angeklagten wolle er nicht zerstritten sein, er habe ihm verziehen, so der 29-Jährige.
Die Richterin schlug eine Diversion vor: Wenn der Angeklagte 3.420 Euro Geldbuße und 230 Euro Pauschalkosten an das Gericht bezahlt, wird das Verfahren gegen ihn eingestellt. An das Opfer muss der 22-Jährige 1.300 Euro bezahlen. Damit zeigten sich alle Beteiligten einverstanden.