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Neue Lust am Buch: Die Freude am Lesen ist riesengroß
Welttag des Buches
Rund um den Welttag des Buches am 23. April hat das Lesen Hochsaison. Wie steht es um die Lesefreude im Burgenland? Sehr gut, wenn man allein die Zahlen der Büchereien betrachtet: Mehr als 300.000 Entlehnungen werden pro Jahr gezählt!
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„Wir bemerken den Trend, dass gerade auch das analoge Buch wieder gefragt ist, in unserer Bibliothek sehr stark“, sagt Barbara Mayer, Leiterin des Literaturhauses Mattersburg. Der Zulauf, vor allem von Kindern und Jugendlichen, sei so groß wie nie zuvor.
Fast jede zweite Person im Burgenland lebt in einer Gemeinde mit Bücherei, statistisch gesehen borgt sich jeder Einwohner jährlich ein Buch aus. 11.500 Nutzer wurden 2022 verzeichnet, das sind jene Personen, die in einer Bücherei eingeschrieben sind und sich mindestens einmal im Jahr ein Medium ausgeborgt haben.
Erst kürzlich feierte der Landesverband der Bibliotheken im Burgenland das 40-Jahr-Jubiläum und konnte sich über 300.000 Entlehnungen im Jahr freuen. „Gerade Kinder genießen es sehr, in die Bücherei zu kommen und in den Büchern zu stöbern“, erzählt Silke Rois, Vorsitzende des Landesverbandes. „Sie haben eine Riesenfreude, wenn sie all die Bücher sehen, die sie alle angreifen, anschauen und durchblättern und dann auch ausborgen und mit nach Hause nehmen können.“

© Grafik: BVZ, Quelle: Bibliotheken Burgenland
Experten wissen, wie wichtig es ist, die Freude am Buch bereits im frühen Kindesalter zu wecken. „Vor dem Lesen kommt das Vorlesen“, sagt Birgit Lukits-Stiassny, seit sieben Jahren Lesekoordinatorin bei der Bildungsdirektion Burgenland und seit drei Jahren Leiterin der Arbeitsgemeinschaft Lesen im Burgenland, deren Ziel es ist, Kinder und Jugendliche beim Erwerb von Lesekompetenzen bestmöglich zu unterstützen.
„Lesen und Vorlesen sind Alleskönner“
Schon das Vorlesen unterstützt Kinder beim Erlernen von neuen Wörtern und Satzstrukturen, es fördert Ausdrucksvermögen und Kommunikationsfähigkeit. „Vorlesen und Lesen sind Alleskönner!“, betont Birgit Lukits-Stiassny. „Einfühlungsvermögen, Konfliktlösungskompetenz, Kreativität, emotionale Bindungen und Schreibfähigkeit werden gefördert.“
„Kinder, die regelmäßig vorgelesen bekommen, machen beim Blättern und Mitschauen erste Bekanntschaft mit Buchstaben und entwickeln später eine große Freude am eigenständigen Lesen“, stimmt Gunter Drexler, Vorsitzender der Buch- und Medienwirtschaft Burgenland und Obmann-Stellvertreter der Buch- und Medienwirtschaft Österreich zu.
Seine Buchhandlung Desch-Drexler ist mit Geschäften in Pinkafeld, Oberwart und Güssing präsent. Buchausstellungen in Kindergärten und Schulen und Vorlesestunden für die Kleinsten machen Lust aufs Lesen.
„Bücher kann man das ganze Jahr über kaufen und schenken“, erinnert Horst Horvath, Leiter Verlag „edition lex liszt 12“
„Das sehe ich ganz nach Erich Kästner, der gesagt hat: ,Wer Bücher schenkt, der schenkt Wertpapiere.‘ Lesen ist vor allem auch eines: Zeit für sich selbst“, macht Horst Horvath, Verlagsleiter der burgenländischen „edition lex liszt 12“, Lust aufs Lesen.

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„Leseanimation und Leseförderung werden im Burgenland großgeschrieben“, sagt Lesekoordinatorin Birgit Lukits-Stiassny.
„Mios Büchermäuse“ helfen bei der sprachlichen Frühförderung, dann folgen der Bibliotheksführerschein für Kinder, Lesungen an Schulen, Workshops für Jugendliche. Im Lesesommer Burgenland wird ab Juni in den Bibliotheken aktiv zum Lesen eingeladen. „Neu ist, dass im Rahmen der Lern- und Feriencamps an vielen Standorten ein Programm zum Lesen stattfinden wird“, kündigt Birgit Lukits-Stiassny an.
Ein Erfolgsprogramm sind auch die Buchstart-Gruppen für Eltern und Kinder von 0 bis 3 Jahren, die sich aus dem „Buchstart Burgenland“-Projekt entwickelt haben und in mehreren burgenländischen Büchereien angeboten werden.
164 Lesepaten vermitteln Freude am Lesen.
In den Schulen haben die Lesepatinnen eine wichtige Rolle beim Üben übernommen: Im November 2023 wurde die Fortsetzung dieser 2013 in Mattersburg vom Roten Kreuz gestarteten Bildungsinitiative durch eine Vertragsverlängerung mit dem Land sichergestellt. Bislang leisteten 164 Lesepaten und -patinnen 7.238 Stunden; 2.246 Kinder an 87 Volksschulen und zwei Allgemeinen Sonderschulen wurden betreut.
Viel Zeit zum Lesen gibt es am Samstag bei der Langen Nacht der Bibliotheken. 27 Büchereien im Burgenland öffnen bis in die späten Abendstunden ihre Türen und laden mit Lesungen, Bücherflohmärkten, „Blind Dates“ mit Büchern und Kulinarik zum Leseabenteuer ein. Das Programm findet man auf der Website des Landesverbands der Bibliotheken Burgenland unter www.lvbb.bvoe.at.

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Für die Zukunft haben sich die burgenländischen Büchereien viel vorgenommen. Der ambitionierte Bibliotheksentwicklungsplan sieht bis 2025 unter anderem vor, dass die Zahl der entlehnten Medien pro Einwohner auf 1,25 steigt.
„Bei den Ausleihen konnten wir schöne Zugewinne erreichen, der Trend bei den Zahlen der Mitarbeitenden geht in die richtige Richtung, die Förderungen für Bücher werden immer besser ausgeschöpft“, freut sich Silke Rois. Starke Impulse soll die Imagekampagne #meinebuecherei liefern, die anlässlich des 40-Jahr-Jubiläums des Bibliotheken-Verbandes gestartet wurde.
Zitate zum Thema

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Silke Rois, Vorsitzende der Bibliotheken Burgenland:„Die Vorteile der digitalen Verfügbarkeit von Lesestoff liegen aus Nutzersicht in der örtlichen und zeitlichen Ungebundenheit: Man muss nirgends hingehen und ist an keine Öffnungszeiten gebunden, das Einzige, was man braucht, ist eine Internetverbindung.
Viele nutzen eMedien auch auf Reisen, da sie kein Gewicht haben und keinen Platz benötigen. Für Büchereien bieten eBooks, eJournals und digitale Hörbücher die Möglichkeit, den Bestand zu erweitern ohne räumlich erweitern zu müssen.“

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Birgit Lukits-Stiassny, Lesekoordinatorin Bildungsdirektion Burgenland:„Lesefreude kann auf vielseitige Weise geweckt werden: Wichtig ist es, dass möglichst früh auf Interessen von Kindern eingegangen wird. Diese zeigen sich sehr oft durch Warum?-Fragen. Hier öffnet sich ein Fenster, um Lesefreude zu wecken. Kinder machen immer früher Erfahrungen mit digitalen Medien.
Sie sind fasziniert von Animationen, Ton, Lauten, Musik und Interaktivität. Digitales Lesen ist unter Berücksichtigung des Entwicklungstandes und der Lebensrealität von Kindern und Jugendlichen weder gut noch schlecht. Ausschlaggebend ist, wie dosiert es eingesetzt und dass es von Erwachsenen begleitet wird.“

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Gunter Drexler, Vorsitzender der Buch- und Medienwirtschaft Burgenland:„Lernen, Üben und Behalten geschieht immer haptisch! Denn wer lernt schon ausschließlich vom Bildschirm? Beim Lernen greifen wir immer auf gedruckte Materialien zurück. Bücher und andere gedruckte Medien sind deutlich effektiver als Online-Medien, wie zahlreiche Studien belegen.
Der Anteil von E-Books am Gesamtumsatz im Buchmarkt ist vergleichsweise gering: Im Jahr 2023 betrug er etwa 7% bis 8%. Dennoch bieten E-Books auch Vorteile. Man kann sie überallhin mitnehmen und sie sind oft kostengünstiger als gedruckte Bücher.“