17. Oktober
Welterbetag in Winden: Natur und Kultur im Fokus
Zum 25. Jubiläum
Mit Themenwanderungen und einem Austausch im Forum Bertoni hat Winden am See den Welterbetag begangen. Anlass war das 25-jährige Bestehen der Welterbestätte Fertö-Neusiedler See. Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Fachwelt betonten die Verantwortung für den Erhalt der Kulturlandschaft.
ZenoStanek (Forum Bertoni), Obmann Erwin Preiner und Geschäftsführerin Lina Karner (beide Verein Welterbe Fertö-Neusiedler See), Thomas Knoll (Initiative Welterbe), Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner, Landesrätin Daniela Winkler, Sabine König-Hagara und Herbert Halbritter (Initiative Welterbe)
© Novak
Seit 2021 findet der österreichische Welterbetag jährlich am 18. April statt. Die Initiative geht auf die Österreichische UNESCO-Kommission zurück. UNESCO steht für „United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization“, also Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur.
Im Jubiläumsjahr nutzte die Region den Aktionstag, um die Besonderheiten der Welterbestätte sichtbar zu machen. Der Obmann des Vereins Welterbe Fertö-Neusiedler See, Windens Bürgermeister Erwin Preiner, begrüßte zahlreiche Interessierte in seiner Gemeinde.
Auch Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner und Landesrätin Daniela Winkler nahmen an den Programmpunkten teil. Haider-Wallner erklärte: „Das Schöne am Welterbetag ist, dass diese Vielfalt nicht abstrakt in einer Broschüre bleibt, sondern ganz konkret erlebbar wird – bei den Themenwanderungen am Hackelsberg, entlang des Schilfgürtels oder zu den Fledermäusen in der Bärenhöhle.“
Winkler verwies auf die langfristige Verpflichtung: „Es war kein Formalakt, dass die grenzüberschreitende Kulturlandschaft unter den Schutz der UNESCO gestellt wurde. Es ist und war ein Versprechen an die Zukunft: Das Versprechen, dieses Erbe zu bewahren, zu pflegen und lebendig zu halten.“
Der Verein Welterbe Fertö-Neusiedler See organisierte gemeinsam mit dem Freilichtmuseum Wander Bertoni und der Initiative Welterbe ein vielfältiges Programm. Fünf Themenwanderungen führten durch unterschiedliche Aspekte der Region. Fachleute begleiteten die Gruppen und vermittelten Wissen vor Ort.
Eine Route widmete sich dem Naturschutzgebiet Hackelsberg mit seinen Trockenrasenflächen. Andere Touren führten entlang des Schilfgürtels oder thematisierten Baukultur und Geschichte. Auch die Tierwelt stand im Mittelpunkt: Eine Führung behandelte die Fledermäuse der Bärenhöhle.
Nach den Wanderungen trafen sich Besucherinnen und Besucher sowie Vertreterinnen und Vertreter regionaler Initiativen im Forum Bertoni. Der informelle Austausch bot Raum für Gespräche über Projekte und Perspektiven.
Die Welterbestätte Fertö-Neusiedler See gehört seit Dezember 2001 zur UNESCO-Welterbeliste. Die Auszeichnung würdigt die Region als Kulturlandschaft von außergewöhnlichem universellem Wert. Zugleich verpflichtet sie zu Schutzmaßnahmen und einem sorgfältigen Management.
Haider-Wallner fasste die Besonderheit der Region zusammen: „Diese besondere Verbindung aus Steppensee, Schilfgürtel, Weinbergen und jahrhundertealter Baukultur findet man so kein zweites Mal.“
Insgesamt liegen 30 Gemeinden rund um den Neusiedler See im Welterebegebiet, zehn in Ungarn und 20 in Österreich (Mörbisch am See, Freistadt Rust, Sankt Margarethen,Oggau, Oslip, Schützen am Gebirge, Donnerskirchen, Purbach, Breitenbrunn, Winden am See, Jois, Neusiedl am See, Weiden am See, Gols, Frauenkirchen, Sankt Andrä am Zicksee, Podersdorf, Illmitz, Apetlon und Pamhagen).