Ein Einser für den Fünfer: EV5 in Test

Kia

Mit dem 4,61 Meter langen EV5 hat Kia einen verdammt interessanten Vollstromer im Programm.

Von Von Thomas Vogelleitner

Extravagant, futuristisch und cool: Der EV5 hat ein selbstbewusstes Auftreten.

Extravagant, futuristisch und cool: Der EV5 hat ein selbstbewusstes Auftreten.

© Kia

Mit dem EV5 hat Kia einen verdammt interessanten Vollstromer im Programm. Kurz einmal an die Adria, nach Bibione. Heutzutage mit einem Elektroauto – konkret mit dem EV5 – (so gut wie) kein Problem mehr.

Die Zieladresse im Navigationssystem eingegeben, werden die Ladepunkte vorgeschlagen – um effizient ans Ziel zu kommen. Das funktioniert ganz gut, wenngleich die eine oder andere Ladesäule dann doch nicht frei bzw. außer Betrieb ist. Egal, alles im grünen Bereich – auch wenn man unter dem Strich für eine 600-Kilometer-Strecke eine knappe Stunde länger unterwegs ist als mit einem Verbrenner (die Eni-Tankstelle in Bibione hat übrigens zwei Schnellladeranschlüsse, die Kia-Ladekarte funktioniert). Aber man ist ja nicht auf der Flucht.

Zudem ist man vorbildlich sauber auf der Straße unterwegs. Und das Fahren mit dem EV5 macht Spaß – 218 PS sind für Korea-SUV ausreichend, dazu kommt eine vorbildliche Straßenlage. Der Wagen lenkt tendenziell leichtgängig, kurvt handlich und präzise genug, ohne bei flotterem Tempo die Linie zu verlieren. Das (zügige) Dahingleiten auf der Autobahn ist aber seine Sache – wir schaffen eine Reichweite von exakt 397 Kilometern. Bei einem sehr hohen Autobahnanteil, bei einer Temperatur von knapp 40 Grad Celsius (die ideale Temperatur für Elektroautos liegt zwischen 20 und 25 Grad Celsius). Ein Lob gebührt auch den Assistenzsystemen: So drängt sich weder die Tempoüberwachung durch nerviges Alarmgebimmel auf noch greift der aktive Spurhalter übermäßig in die Lenkung ein – der EV5 lässt den Fahrer weitgehend unbehelligt seinen Job machen – danke!

Sehen lassen können sich auch die Platzverhältnisse. Im Kia fallen sie mehr als ordentlich aus. Vorne ist für Menschen bis 1,90 Meter bequem Platz, hinten kommen sogar Passagiere von zwei Meter und mehr Körpergröße gut unter. Und 1.715 Liter Maximalkofferraumvolumen sind ebenfalls nicht ohne.

Abschließend zum Thema Cockpit: Klar strukturiert und digital vernetzt – zwei große Displays, physische Tasten für wichtige Funktionen und ein durchdachtes Bedienkonzept sorgen für Übersicht und Komfort.

Fazit: Reichweite, Raumgefühl und Alltagstauglichkeit treffen auf ein Bedienkonzept, das angenehm unaufgeregt funktioniert. Bewertet nach einer Schulnote müsste dieser Kia EV1 heißen ;-)

Ein Einser für den Fünfer: EV5 in Test

© Kia

Ein Einser für den Fünfer: EV5 in Test

© Kia

Ein Einser für den Fünfer: EV5 in Test

© Kia

Ein Einser für den Fünfer: EV5 in Test

© Kia

Ein Einser für den Fünfer: EV5 in Test

© Kia

Test: Kia EV5 GT-line

Karosserie:fünf Türen, fünf Sitzplätze, Länge x Breite x Höhe 4.610 x 1.875 x 1.680 Millimeter, Radstand 2.750 Millimeter, Wendekreis 10,8 Meter, Eigengewicht 2.091 Kilogramm, Anhängelast gebremst 1.200 Kilogramm, Kofferraumvolumen 566 Liter (bei fünf Personen, Frunk vorne 44,4 Liter).Motor:Elektro – 218 PS, 295 Newtonmeter, in 8,4 Sekunden auf Tempo 100, Höchstgeschwindigkeit 165 km/h, Li-Ionen-Polymer-Batterie mit 81,4 kWh (Gleichstromschnelllader von zehn auf 80 Prozent in ca. 30 Minuten, Ladeleistung maximal 150 kW, Reichweite bis zu 530 Kilometer).Kraftübertragung:Frontantrieb, Reduktionsgetriebe.Listenpreis:ab 54.590 Euro – serienmäßig: Kunstledersitze (mit Massagefunktion für den Fahrer), Head-up-Display, Harmon-Kardon-Soundsystem, 360-Grad-Kamera, Ausparkkollisionsvermeidungsassistent, elektrische Heckklappe.