Mehr Polizei-Personal gefordert

Mehraufwand durch Flüchtlingsaufgriffe. Personalvertretung will mehr Kräfte, Landespolizei kündigt „Ressourcenverschiebung“ an.

Richard Vogler
Richard Vogler Erstellt am 16. September 2021 | 05:15
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Die Gewerkschaft will mehr Kräfte im Burgenland.
Foto: Weingartner

Es ist nicht von der Hand zu weisen: Die Tätigkeiten der burgenländischen Polizei haben in letzter Zeit zugenommen. Und hört man sich an der Basis um, so wird Kritik laut. „Wir sind am Limit. Es gibt immer mehr Aufgaben zu bewältigen, unterm Strich bleibt der Personalstand gleich“, berichtet etwa ein Polizist, der seinen Dienst an einem burgenländischen Polizeiposten versieht. Hauptursache für die Mehrbelastung seien vor allem die zunehmenden Flüchtlingsaufgriffe, als weiterer Punkt werden die Überprüfungen der Einhaltung der Corona-Quarantänen genannt. Der Personalvertretung blieb dieser Umstand nicht verborgen. Die ÖVP-nahe FCG hat sich bereits an das Innenministerium gewandt. „Wir haben vor einem Monat an das BMI einen Antrag auf Personalzufuhr gestellt. Für jene Aufgaben, die im Moment zu bewältigen sind, ist die Personalausstattung nicht genug“, berichtet Andreas Hochegger, oberster Polizei-Personalvertreter des Landes. Auch Manfred Bleich (SPÖ-nahe FSG) tönt ins selbe Horn. „Die Anzahl der Planstellen ist nicht mehr zeitgemäß. Die Zahl der Kursabsolventen wiegen jene der Pensionierungen nicht auf.“ Polizei-Pressesprecher Helmut Marban erläutert: „Uns ist bewusst, dass es Hot-Spots in verschiedenen Bereichen und dass es eine Mehrbelastung dadurch gibt. In den Bezirken Oberpullendorf und Neusiedl etwa gibt es sehr viele Flüchtlingsaufgriffe. Wir haben eine Ressourcenverschiebung vorgesehen.“ Was bedeutet, dass verstärkt Polizisten aus anderen Bezirken dort im Einsatz sein werden. Marban verweist weiters darauf, dass es Unterstützung vom Bundesheer gibt und auf rund 30 „frische Kräfte, die ihre Ausbildung im Oktober abgeschlossen haben werden.