2018 kam die Hälfte der Eigenmittel von der Gesiba. Der der Gemeinde Wien gehörende Wohnbaukonzern Gesiba war offenbar zwischenzeitlich einer der wichtigsten Kunden der später pleitegegangenen Commerzialbank Mattersburg.

Von APA / BVZ.at. Erstellt am 14. April 2021 (17:16)
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2018 machten ihre Einlagen 49 Prozent der gesamten Eigenmittel der Commerzialbank aus, geht laut "Presse" aus einem Rechnungshof-Rohbericht zur Gesiba hervor.

Eine damals neu bestellte Finanzchefin der Gesiba habe sich Mitte 2018 genauer über die Commerzialbank informiert, die Jahresabschlüsse 2017 und 2018 eingefordert und bei einem Gläubigerschutzverband Erkundungen eingeholt - der die finanzielle Situation als "ausgezeichnet" beurteilte. Damit habe die Gesiba damals schon wissen können, dass im Fall einer Insolvenz "der Haftungsstock gering sein konnte", schreiben die Rechnungshofprüfer laut "Presse" in ihrem Rohbericht.

Richtlinien zur Veranlagung gab es in dem Unternehmen aber vorerst nicht. Die Gesiba beschloss erst nach der Pleite der Commerzialbank, bei der sie 17,2 Mio. Euro verlor, dass ihre Einlagen maximal fünf Prozent der Eigenmittel des jeweiligen Finanzinstituts betragen dürfen. Dieser Beschluss werde vom Rechnungshof "als in hohem Maße erforderlich" angesehen.

Laut "Presse" kritisiert der Rechnungshof auch, dass die Gesiba Möglichkeiten zur Reduktion der Mieten nicht genutzt habe, obwohl ihr Jahresüberschuss von 2015 bis 2019 um 45 Prozent auf 38,78 Millionen Euro gestiegen sei. "Bei einem Zielkonflikt zwischen einer Rücklage erhöhenden Gewinnmaximierung und der Bereitstellung von preisgünstigem Wohnraum wäre Letzterem der Vorrang einzuräumen", kritisierten die Prüfer.