Gesundheits-Check fürs Land. Aktuelle Studie ortet im Bundesländer-Vergleich in verschiedenen Bereichen Aufholbedarf im Gesundheitssystem. Das Land verweist auf neue Schwerpunkte.

Von Wolfgang Millendorfer und Alexandra Gollubics-Prath. Erstellt am 01. Oktober 2020 (04:16)
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Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sorgte zuletzt eine Studie mit einer Bewertung der Gesundheitssysteme der Bundesländer für Aufsehen. „Fact Book Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme“, heißt das Werk der beiden Ökonomen Maria Hofmarcher und Christopher Singhuber, das vor allem das Burgenland als Sorgenkind darstellt.

Spitzenreiter bei Übergewicht

Die Lebenserwartung im Land liege zwar in etwa im österreichischen Durchschnitt, jene „in guter Gesundheit“ sei aber am niedrigsten, heißt es (siehe Grafik). Das wiederum weise auf viele chronisch kranke Menschen hin, ausgelöst etwa durch „ungünstiges Gesundheitsverhalten“. Unter anderem wieder einmal im Fokus: Das Thema Übergewicht, bei dem das Burgenland österreichweit negativer Spitzenreiter sei. Es mangle vor allem an besseren präventiven Maßnahmen, so die Studie.

Eine Kritik, die man im Gesundheitsressort von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil so nicht stehen lassen will: Zum einen seien bereits mit dem Regierungsprogramm viele mittel- und langfristige Schritte gesetzt worden, von Ordinations-Förderungen gegen den Ärztemangel über den Pflege-Plan bis zu Präventionsprojekten im Besonderen – Stichwort „Bio-Wende“. An Kindergärten und Schulen sollen nun Ernährungs-Coaches schon die Jüngsten für gesundes Essen begeistern. Auch vonseiten der Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK würden viele Projekte und Initiativen angeboten. Weitere Kritikpunkte der Autoren betreffen die „verbesserungswürdige“ Versorgung mit Kassenärzten sowie einen für viele Burgenländer „erschwerten Zugang zu Gesundheitsleistungen“. So würden etwa nur in Salzburg Patienten noch noch länger auf einen MRT-Termin warten als im Burgenland, heißt es.

Studie sieht Burgenland als Sorgenkind

Das sei sicher nicht aktuell, meint dazu Ärztekammer-Präsident Michael Lang auf BVZ-Nachfrage: „Meines Wissens sind die Wartezeiten relativ kurz. Seit Anfang des Jahres gibt es auch eine Hotline der KRAGES.“ Lang steht der Studie eher skeptisch gegenüber. Besonders sauer stößt ihm die Andeutung einer oftmaligen Verschreibung „potenziell inadäquater Medikamente“ auf: „Eine kühne Unterstellung. Bei uns wird ‚State of the Art‘-Medizin durchgeführt.“

Vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie sorgte zuletzt eine Studie mit einer Bewertung der Gesundheitssysteme der Bundesländer für Aufsehen. „Fact Book Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme“, heißt das Werk der beiden Ökonomen Maria Hofmarcher und Christopher Singhuber, das vor allem das Burgenland als Sorgenkind darstellt.

„Fact Book Leistungskraft regionaler Gesundheitssysteme“ , Guschenkova/shutterstock.com, Dürrmoser

Die Lebenserwartung im Land liege zwar in etwa im österreichischen Durchschnitt, jene „in guter Gesundheit“ sei aber am niedrigsten, heißt es (siehe Grafik rechts). Das wiederum weise auf viele chronisch kranke Menschen hin, ausgelöst etwa durch „ungünstiges Gesundheitsverhalten“. Unter anderem wieder einmal im Fokus: Das Thema Übergewicht, bei dem das Burgenland österreichweit negativer Spitzenreiter sei. Es mangle vor allem an besseren präventiven Maßnahmen, so die Studie.

Eine Kritik, die man im Gesundheitsressort von Landeshauptmann Hans Peter Doskozil so nicht stehen lassen will: Zum einen seien bereits mit dem Regierungsprogramm viele mittel- und langfristige Schritte gesetzt worden, von Ordinations-Förderungen gegen den Ärztemangel über den Pflege-Plan bis zu Präventionsprojekten im Besonderen – Stichwort „Bio-Wende“. An Kindergärten und Schulen sollen nun Ernährungs-Coaches schon die Jüngsten für gesundes Essen begeistern. Auch vonseiten der Österreichischen Gesundheitskasse ÖGK würden viele Projekte und Initiativen angeboten. Weitere Kritikpunkte der Autoren betreffen die „verbesserungswürdige“ Versorgung mit Kassenärzten sowie einen für viele Burgenländer „erschwerten Zugang zu Gesundheitsleistungen“. So würden etwa nur in Salzburg Patienten noch noch länger auf einen MRT-Termin warten als im Burgenland, heißt es.

Das sei sicher nicht aktuell, meint dazu Ärztekammer-Präsident Michael Lang auf BVZ-Nachfrage: „Meines Wissens sind die Wartezeiten relativ kurz. Seit Anfang des Jahres gibt es auch eine Hotline der KRAGES.“ Lang steht der Studie eher skeptisch gegenüber. Besonders sauer stößt ihm die Andeutung einer oftmaligen Verschreibung „potenziell inadäquater Medikamente“ auf: „Eine kühne Unterstellung. Bei uns wird ‚State of the Art‘-Medizin durchgeführt.“

Die gesamte Studie findet ihr hier!