„Regina will’s wissen“: Grünen-Sprecherin am Müllplatz . Regina Petrik absolviert ein Kurz-Praktikum im Sammelzentrum des Umweltdienstes Burgenland. Über die Menge unerwünschter „Fundstücke“ im Bio-Müll zeigt sie sich erstaunt.

Von Wolfgang Millendorfer. Erstellt am 11. Mai 2017 (12:34)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Kurz-Praktikum beim Umweltdienst: Regina Petrik (Grüne).
Wolfgang Millendorfer

Wolfgang Millendorfer

Mit ihrer Job-Tour unter dem Motto „Regina will’s wissen“ sorgte die grüne Landessprecherin bereits 2014 für Schlagzeilen. Jetzt will es Regina Petrik „wieder wissen“: Im Sammelzentrum des Umweltdienstes Burgenland (UDB) sortiert sie im Rahmen eines viertägigen Praktikums sogenannte Störstoffe im Bio-Müll aus.

Was man so alles an „Fehlwürfen“ findet, zeigte Petrik der BVZ bei einem Lokalaugenschein im Sammelzentrum am Großhöfleiner Föllik: „Unzählige Plastiksackerln, Dosen, Kaffeekapseln und sogar zwei Löffel sind mir schon untergekommen“, staunt Petrik, „ich habe ja Verständnis, dass man sich beim Einwerfen auch irren kann, aber das grenzt teilweise schon an Ignoranz. Man bedenkt nicht, dass diese Störstoffe auch wirtschaftliche Folgen haben.“

„Fehlwürfe“ verursachen Kosten

Nach getaner Arbeit: Regina Petrik und Deponien-Leiter Albert Waha. Foto: Millendorfer
Wolfgang Millendorfer

Direkt im Sammelzentrum nämlich, wo Mitarbeiter täglich damit beschäftigt sind, den Bio-Müll von unerwünschten Stoffen zu säubern, wie UDB-Deponien-Leiter Albert Waha beschreibt: „Um Kunststoffe und alles, was man so im Bio-Müll findet, auszusortieren, sind viele Arbeitsschritte nötig. Es gelingt uns trotzdem, Dünger von hoher Qualität zu erzeugen.“

Bis zu 4.000 Tonnen Dünger pro Jahr sind es, die in der Folge von Landwirten, aber auch privaten Gärtnern, verwendet werden. 14.000 Tonnen können pro Jahr maximal in Großhöflein kompostiert werden.

Ihr „Müll-Praktikum“ hat Regina Petrik gezielt ausgesucht, denn demnächst steht eine Novelle des burgenländischen Abfallwirtschaftsgesetzes auf dem Programm. Das Gesetz regelt theoretisch auch die Ahndung von „Fehlwürfen“; in der Praxis ist dies – zumindest im privaten Bereich – aber nur schwer zu exekutieren.

Und Petrik will auch nicht den „grünen Zeigefinger“ erheben. Gemeinsam mit Albert Waha appelliert sie an den Hausverstand der Konsumenten: „Für den Einzelnen ist das richtige Aussortieren nur ein kleiner Handgriff, aber hier auf der Sammelstelle summiert sich das.“