Spital-Streit um „Neuro“. Therapie von Schlaganfall-Patienten soll aus Eisenstadt und Oberwart ins Krankenhaus Oberpullendorf abwandern.

Von Wolfgang Millendorfer und Nina Sorger. Erstellt am 15. Februar 2017 (06:34)
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Krankenhaus Eisenstadt Spital Barmherzige Brüder
NOEN, Werner Müllner/Gregor Hafner

Die Verlegung der sogenannten Neuro-C-Patienten, die nach einem Schlaganfall überwacht und therapiert werden müssen, geht einher mit dem Regionalen Strukturplan Gesundheit. Mit Letzterem ist man im Verzug, es seien noch einige Gespräche nötig, heißt es von oberster Stelle. Aber bereits jetzt gibt es auch kritische Stimmen.

So wurde im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Eisenstadt erst Ende 2015 eine neue Neuro-Station (aus politischen Gründen mit Verspätung) eröffnet. Im Krankenhaus Oberwart, wo ebenfalls Akutfälle versorgt werden, könnte die endgültige Entscheidung noch beim Bau des neuen Krankenhauses berücksichtigt werden.

Ärzte-Präsident Lang: „Das wäre fahrlässig“

Die Akutversorgung soll zwar in Eisenstadt und Oberwart verbleiben, die Verlegung für Therapiezwecke sieht Ärztekammerpräsident Michael Lang kritisch: „Aufgrund des labilen Gesundheitszustandes kann man Patienten nicht an einen nicht-spezialisierten Standort verlegen.“

Krankenanstalten-Chef René Schnedl verweist darauf, dass auch in Oberpullendorf ein Neurologe zur Überwachung vor Ort sei. Wie Kurt Resetarits, Ärztlicher Direktor in Oberwart, will auch der Gesamtleiter des Eisenstädter Krankenhauses, Robert Maurer, noch die Gespräche abwarten. Für die Zukunft wünscht er sich aber, „dass eine schnellere Überstellung der Patienten in die Reha gewährleistet und dort auch die entsprechende Infrastruktur vorhanden ist“.

Gesundheitslandesrat Norbert Darabos (SPÖ) und Schnedl sprechen noch von einem „Vorschlag“: Mit der Verlegung nach Oberpullendorf könnten aus ihrer Sicht mehr Patienten behandelt werden. Zudem müsse man „bei fünf Krankenhäusern auf Schwerpunktbildungen setzen“. Von früheren Plänen, die Neuro-C-Station nach Kittsee zu verlegen, sei man nach interner Kritik auch zurückgetreten.