CETA: „Paradeiserkaiser“ gegen Gurkenprinz“. „Paradeiserkaiser“ Erich Stekovics ist ein vehementer CETA-Gegner, „Gurkenprinz“ Jürgen Hagenauer ein Befürworter.

Von Birgit Böhm-Ritter und Michael Pekovics. Erstellt am 24. Februar 2017 (09:55)
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Für CETA. „Gurkenprinz“ Jürgen Hagenauer sieht im Abkommen Chancen für den Lebensmittelhandel.

In der Vorwoche wurde das Freihandelsabkommen CETA (Comprehensive Economic and Trade Agreement) zwischen der EU und Kanada vom Europäischen Parlament verabschiedet, jetzt sind die nationalen Parlamente am Zug.

Des einen Freud, des anderen Leid

In ganz Österreich unterzeichneten rund 562.000 Menschen das Volksbegehren gegen das Abkommen der EU mit Kanada, im Burgenland gab es 30.300 Unterstützer.

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Gegen CETA. „Paradeiserkaiser“ Erich Stekovics sieht eine Bedrohung für Klein- und Mittelbetriebe.

Mit dabei war auch „Paradeiserkaiser“ Erich Stekovics, ein glühender Gegner: „Studien belegen, dass in der Landwirtschaft fünf Prozent der Betriebe zusperren müssen, besonders Klein- und Mittelbetriebe wären betroffen.“ Er befürchtet eine Marktschwemme durch Billigstprodukte, das ziehe dann auch den Preis für Bioprodukte in den Keller: „Die Freihandelsabkommen sind vor allem auf großindustrielle Betriebe zugeschnitten.“

Eine ganz andere Meinung dazu hat „Gurkenprinz“ Jürgen Hagenauer, der rund ein Fünftel seiner gesamten Exportquote von 25 Prozent in Kanada absetzt: „Viele Menschen sagen CETA, meinen aber TTIP, da ist viel vermischt worden. Wir sind froh über jeden zusätzlichen Absatzmarkt, das eröffnet dem Lebensmittelhandel bei einer Exportquote von 60 Prozent neue Chancen.“

Pro Woche verkauft Hagenauer rund einen Schiffscontainer nach Kanada – Tendenz steigend. „Die Qualität österreichischer Lebensmittel ist im Ausland bekannt, wenn CETA durch ist, werden wir unser Marketing in Kanada sicher verstärken.“ Das bringe nicht nur der Wirtschaft insgesamt etwas, sondern steigere auch die Wertschöpfung für regionale Betriebe: „Das sind schließlich unsere Zulieferer, also profitiert die ganze Region davon.“