In Hornstein wird in den kommenden Jahren die Burgruine touristisch und historisch aufgewertet. Neben Infotafeln und einer 3D-Rekonstruktion ist auch eine Aussichtsplattform geplannt.
Bauprojekt in St. Georgen sorgt wieder für Diskussion - und Petition
Klausenweg/Sätzenweg
Schon 400 Unterstützerinnen und Unterstützer, davon 310 aus Eisenstadt, haben eine Online-Petition unterzeichnet, die sich gegen ein geplantes Bauprojekt am am Sätzenweg/Klausenweg in St.Georgen ausspricht. Das führte prompt zu einem türkis-roten Schlagabtausch.
Auf diesem Gelände wächst der städteplanerische Zankapfel.
© Google Maps/BVZ
Initiator Daniel Pachinger warnt dort vor einer Überlastung der Infrastruktur, wie der Parkplätze, Kindergartenplätze oder des Kanalsystems. Die Petition fordert: „Für eine vernünftige, enkeltaugliche Dorfentwicklung in St.Georgen! Die Politik hat es leider verabsäumt entsprechende Maßnahmen zu setzten um ein weiteres Monsterbauprojekt in St.Georgen zu verhindern. Unglaubliche 38 Wohneinheiten sollen von einem Wiener Immobilienkonzern errichtet werden. Als hätte man nichts aus dem Ghettoprojekt „Gartenacker“ gelernt.“
Rathaus: Riesen-Siedlung verhindert
Aus dem Rathaus heißt es dazu auf BVZ-Nachfrage, dass die Aufschließung hier Sinn mache, da ja die Infrastruktur und die Straße bereits vorhanden sei. Der gesamte Umwidmungsprozess sei zudem transparent und mehrfach auch im Gemeinderat und in der Steuerungsgruppe Thema gewesen und fand auch die Zustimmung der SPÖ. Natürlich war der Grundgedanke der Umwidmung, dass die Grundstückseigentümer hier bauen.
Aber ob der Auftrag zum Bau von einer Privatperson oder einer Firma erteilt werde, liege nicht im Einflussbereich der Stadt. Entscheidend sei: „Der beschlossene Bauzonenplan regelt, dass hier nicht – wie früher möglich und vom ersten Bauträger geplant – riesige Siedlungsbauten, sondern ausschließlich Einfamilien- und Doppelhäuser entstehen können.“ Die nun geplanten 18 Einfamilienhäuser und zehn Doppelhäuser würden außerdem nur einen Versiegelungsgrad von 22 Prozent der fast 12.000 Quadratmeter großen Fläche bedeuten.
SPÖ: Bevölkerung früher einbinden
„In den letzten Wochen haben sich zahlreiche enttäuschte Bürgerinnen und Bürger an uns gewandt, weil sie mit der Entwicklung ihrer Umgebung unzufrieden sind“, erklärt SPÖ-Vizebürgermeisterin Charlotte Toth-Kanyak. Sie und ihr Gemeinderat Markus Rauchbauer hätten sich eine frühzeitige Einbindung der Anrainer gewünscht.

© zVg SPÖ
Der SP-Klubchef im Rathaus, Christoph Fertl, erinnert, dass bei der Umwidmung des Grundstücks in Bauland im Jahr 2019 von deutlich weniger Einfamilienhäusern die Rede war. Im Jahr 2021 sei die gesamte Fläche aber für 3,6 Millionen Euro an eine Wiener Projektentwicklungsfirma und ein Jahr später für 5,1 Millionen Euro an eine andere Immobilienfirma weiterverkauft worden. Fertl: „Die Leidtragenden dieser Immobilienspekulation sind die zukünftigen Mieterinnen und Mieter. Mit einem Quadratmeterpreis von über 460 Euro und den aktuell hohen Baukosten werden in St. Georgen Reihenhäuser errichtet, die für junge Familien nicht erschwinglich sind.“ Die Sorgen müsse Bürgermeister Thomas Steiner besser ernst nehmen.
ÖVP: SPÖ operiert mit Halbwahrheiten
Fertls ÖVP-Gegenüber im Rathaus, Michael Bieber, spricht von „falschen Zahlen über Halbwahrheiten bis hin zu völlig aus der Luft gegriffenen Anschuldigungen“. Er kontert: „Statt zu ihren Entscheidungen zu stehen, versucht die SPÖ trotz voller Einbindung die Ahnungslosen zu spielen. Dabei wurden sämtliche Gemeinderatsbeschlüsse im Zusammenhang mit dem Sätzenweg mit den Stimmen der SPÖ gefasst. Diese Unverantwortlichkeit ist enttäuschend und zeigt, dass die SPÖ vor allem an eines denkt: an der eigenen Unfähigkeit und Themenlosigkeit vorbeizutäuschen. Fest steht: Dank dem Bauzonenplan ist hier eine moderate, angepasste Bebauung garantiert. Von einem Monsterprojekt sind wir genausoweit entfernt, wie die SPÖ von eigenen Themen.“

© BVZ, Daniel Freismuth