Welch Abend voller großer Emotionen, musikalischen Glanzlichtern und gelebter Solidarität: Am Donnerstag lud die Familie Weintritt zu ihrer traditionellen „Licht ins Dunkel“-Charity-Gala in den Haydnsaal von Schloss Esterházy.
chair.o.plane vereint sich beim Airfield Sounds wieder
Künstlerportrait
„chair.o.plane“ war eine Band, die im Burgenland das erste Jahrzehnt der 2000er-Jahre mitgeprägt hat. Mit ihrem Alternative-Rock tanzten sie aus der Reihe, was für Begeisterung und Aufsehen sorgte. Nun, nach 14 Jahren Pause, kommt es am 3. August am „Airfield Sounds“ in Trausdorf zur Wiedervereinigung.
Martin "Cesi" Reithofer, Max Karlich, Christoph "Howi" Gruber, Patrik Ehrenreich, Tom Torda
© Nina Mayer
Fünf Freunde, Bandkollegen und fünf völlig unterschiedliche Charaktere, Musik lieben und bedienen sie dieselbe: Alternative-Rock nennt sich die Sparte. Was das ist? Rockmusik mit innovativen Stilelementen, die ordentlich „abgeht“. In den 70er-Jahren kam sie auf, um sich in den 80-ern so richtig zu etablieren: U2, Nirvana, R.E.M. und Red Hot Chili Peppers waren typische Vertreter dieses Musikstils.
Apropos „Red Hot Chili Peppers“: der Song „Can't Stop“ inspirierte so sehr, dass sich chair.o.plane nach einer unglaublichen Pause von 14 Jahren wieder zusammentut um Musik zu machen. Aber dazu später mehr. Wer sind die alternativen Rocker, die wir bei ihrer Neuauferstehung am „Airfield Sound“ am 3. August in Trausdorf erleben dürfen?
Das „Who is Who“
Da hätten wir einmal den Trausdorfer Howi, mit bürgerlichem Namen Christoph Gruber, aber das sei nur nebenbei erwähnt, denn Howi steht eher für „Alternative“. Charismatisch und, sagen wir einmal charakterstark, weiß er die Band anzuführen. Stets einen frechen Spruch auf den Lippen, vor Energie strotzend sorgt er dafür, dass etwas weitergeht.

© Nina Mayer
Die Gitarre und Back Vocals bedient der fesche Steinbrunner Tom. Seinen glänzenden blauen Augen sieht man an, dass er der romantischen Sorte angehört, für Tiefsinn steht, aber trotzdem oder gerade deshalb auf der Bühne ein Rocker durch und durch ist. Viele werden ihn als Pipe Major der Dudelsackformation Caledonian Pipes and Drums kennen, bei der er den Takt und Ton angibt.
Come Together mit Musikerkollegen
Den Bass und ebenfalls Back Vocals spielt der Trausdorfer Markus Karlich. Mit seinem sonnigen Gemüt verstärkt der Burgenlandkroate auch die Tamburizza in Trausdorf, was man zum Anlass für eine Kooperation nahm. Eine Besonderheit von chair.o.plane war, dass immer wieder andere Musiker in Auftritte einbezogen wurden. Neben Vertretern der Tamburizza Trausdorf zum Beispiel auch die Osliper Trommler „Pumperitos“, Patriks Frau mit ihrer Querflöte, die vorher erwähnten „Caledonians“ und viele mehr. Der Höhepunkt dessen war das von den Musikern selbst initiierte Open Air im Herrschaftshaus St. Margarethen. Etwa 20 Musiker standen gemeinsam auf der Bühne und brachten das Publikum zum Toben.
Nicht jeder mag's laut
Was braucht Rockmusik? Genau! Den Beat! Der Ruster Patrik Ehrenreich darf sich Drummer von chair.o.plane nennen und das macht er gut und laut, wie es sich gehört. So laut, dass die anfänglich, in Oslip stattgefundenen Proben das Dorf wachhielten, was doch für ein kleines bisschen Unmut bei der örtlichen Bevölkerung gesorgt hat.
Ein Glücksfall, denn Howi fragte seinen Großvater, ob seine Band im familieneigenen „Herrschaftshaus“ proben dürfe. Unbezahlbar war der alte Hof und die Margarethner nahmen es gelassener: „Wir haben an diesem Platz jahrelang die Weinkost gehabt, da kommt es auf euch auch nicht mehr an.“
Nicht nur geübt wurde in den Gemäuern, auch für Mega-Parties waren sie bekannt. Jährlich veranstaltete dort chair.o,plane ein riesiges Open Air-Konzert, Familie und Freunde sorgten kostengünstig für Speis und Trank, hunderte Fans kamen und feierten mit.
Die dunkle Seite des Lebens
Last but not least sorgt Martin „Cesi“ Reithofer aus Steinbrunn für den Leadgitarrenklang. Nicht nur bei den gecoverten Stücken, denn ab 2004 begann die Band eigene Songs zu schreiben und zu spielen. Düster-melancholisch lassen sie sich beschreiben, geht es doch meist um Herzschmerz und den Weg aus diesem Dilemma hinaus.
2010 löste sich die Band wegen Zeitmangels auf. Die Kinder der Musiker sind nun groß, die Bühnenluft verlockend, deshalb sagten sie: „Back On Stage!“ Und zwar gleich vor großem Publikum, am Airfield Sound in Trausdorf. Gewohnt waren sie es ja. Am Stadtfest in Eisenstadt traten sie auf, am Picture On in Bildein, am Ria Nepo und an vielen Plätzen mehr.
Das Schönste am Neustart ist für die Jungs die Tatsache, dass sie, wenn auch nur für kurze Zeit, den Fans von damals das Gefühl von damals schenken können. Und das zu vermitteln ist nur Musik in der Lage.

© Nina Mayer